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Vergleich, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vergleich(e)s · Nominativ Plural: Vergleiche
Aussprache
WorttrennungVer-gleich (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von vergleichen (Lesart 1)
Beispiele:
ein guter, treffender, passender, kritischer, kühner, gewagter Vergleich
einen Vergleich zwischen beiden Aufführungen ziehen, anstellen (= beide Aufführungen miteinander vergleichen)
ein Vergleich zwischen den beiden Handschriften, ein Vergleich der beiden Handschriften hat ergeben, dass ...
dieses Werk verträgt den Vergleich mit anderen großen Romanen der Weltliteratur (= es ist so gut wie sie)
dieses Werk hält einen solchen Vergleich nicht aus (= es ist nicht so gut)
dieser Vergleich hinkt (= paßt nicht, ist schlecht)
der Vergleich ist schief (= nicht ganz zutreffend, in einigen wesentlichen Zügen falsch), abwegig
ein Vergleich drängt sich uns auf
im Vergleich mit, zu mir tanzt er sehr gut
er hat uns dieses schwierige Kapitel mit einem Vergleich, durch einen Vergleich anschaulich, verständlich gemacht
umgangssprachlich kein Vergleich mit unseren Maschinen (= nicht so gut wie unsere Maschinen)
Redewendung, bei der zur Erhöhung der Anschaulichkeit eine analoge Erscheinung bildhaft angeführt wird
Beispiel:
›tief wie das Meer‹, ›finster wie die Nacht‹ sind bildhafte Vergleiche
Sport Vergleichskampf
Beispiel:
auch in einem zweiten Vergleich mit dem Nachbarland blieben unsere Spieler erfolgreich
2.
Jura Einigung, gütlicher Ausgleich in einem Streitfall durch beiderseitiges Nachgeben
Beispiele:
von, zwischen den Parteien wurde ein (gerichtlicher) Vergleich angestrebt, geschlossen
der Prozess, das Verfahren endete mit einem Vergleich
er versucht, einen friedlichen Vergleich zu erzielen, herbeizuführen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gleich · Gleiche · Gleichheit · gleichen · begleichen · vergleichen · Vergleich · Vergleichung · Gleichnis · gleichsam · Gleichung · Gleichgewicht · gleichgültig · Gleichgültigkeit · gleichmäßig · Gleichmaß · gleichmütig · Gleichmut · Gleichschritt · gleichwohl · gleichzeitig
gleich Adj. ‘in allen oder wesentlichen Merkmalen übereinstimmend, ähnlich, der-, die-, dasselbe’, Adv. ‘sofort, auf einmal’, ahd. gilīh Adj., gilīhho Adv. (beide 8. Jh.), mhd. g(e)līch, -lich Adj., g(e)līche Adv., asächs. gilīk Adj., gilīko Adv., mnd. g(e)līk, mnl. ghelijc, nl. gelijk, aengl. (ge)līc, engl. like, anord. (g)līkr, got. galeiks beruhen auf einer Zusammensetzung germ. *ga-līka- aus dem unter ↗ge- (s. d.) behandelten Präfix und germ. *līka- ‘Körper, Gestalt’ (s. ↗Leiche, ↗-lich), so daß von einer Bedeutung ‘dieselbe Gestalt habend’ auszugehen ist. Adjektivischen Gebrauch von germ. *līka- im Sinne von ‘ähnlich, gleich, glatt, passend’ setzen ahd. līhhēn, gilīhhēn (8. Jh.), mhd. gelīchen ‘gefallen’ mit asächs. līkon, mnl. ghelīken, aengl. līcian, engl. to like, anord. līka, got. leikan, galeikan voraus. Außergerm. vergleichbar sind lit. lýgus ‘gleich, gleichartig, gut gebaut’, lýgti ‘gleichen, gleichkommen’, lett. līgt ‘übereinkommen’, so daß auf Grund der germ.-balt. Parallelen von ie. *lē̌ig- bzw. *līg- ‘Gestalt, die Gestalt jmds. habend, gleich, ähnlich’ ausgegangen werden kann. Gleiche f. nur noch in der Wendung in die Gleiche (‘ins Gleichgewicht, in Ordnung’) bringen, ahd. gilīhhī ‘Ähnlichkeit, Gleichheit’ (um 1000), mhd. gelīche; dafür heute allgemein Gleichheit (s. unten). Erhalten hat sich das Substantiv in Tagundnachtgleiche (17. Jh.), für lat. aequinoctium. Gleichheit f. ‘Übereinstimmung (in allen oder wesentlichen Merkmalen), Ähnlichkeit, gleiche Stellung, Gleichrangigkeit, Gleichberechtigung’, mhd. gelīcheit, glīcheit ‘Gleichheit, Gleichmäßigkeit, Gleichnis’, in der Mystik ‘Gleichmut aus Gottergebenheit’, im 16. Jh. synonymes Gleiche (s. oben) zurückdrängend. gleichen Vb. ‘gleich, ähnlich sein’, mhd. gelīchen; die heute übliche starke Flexion kommt (wohl in Analogie zu Verben wie bleichen, schleichen, streichen) im 16./17. Jh. auf und setzt sich im 18. Jh. durch. Daneben steht (transitiv) ahd. gilīhhen (8. Jh.), mhd. gelīchen, nhd. gleichen ‘gleich, ähnlich machen’, dessen schwache Flexion bis zur Ablösung des Verbs durch Präfixbildungen (19. Jh.) beibehalten wird; doch weisen die zugehörigen Präfixverben (an-, aus-, be-, vergleichen) heute ebenfalls starke Flexion auf. begleichen Vb. ‘bezahlen, bereinigen, ausgleichen’, Neubildung (nach nur kurzlebigem frühnhd. sich begleichen ‘sich vergleichen’) Ende des 19. Jhs. in der Handelssprache für saldieren, das zuvor mit vergleichen, ab-, ausgleichen verdeutscht wird. vergleichen Vb. ‘prüfend nebeneinanderstellen’, reflexiv ‘sich gütlich einigen’, mhd. verg(e)līchen ‘ausgleichen’, reflexiv ‘sich vertragen’; Vergleich m. ‘prüfende, kritische Nebeneinanderstellung, gütlicher Ausgleich in einem Streitfall, Einigung’ (17. Jh.), älter Vergleichung f. mhd. vergelīchunge. Gleichnis n. ‘Veranschaulichung eines Sachverhaltes durch eine beispielhafte, bildliche Darstellung’, ahd. gilīhnissa, gilīhnessi, -nissi ‘Abbild, Ähnlichkeit, Gleichnis’ (8. Jh.), mhd. gelīchnisse. gleichsam Adv. ‘gewissermaßen, in derselben Art wie’ (15. Jh.). Gleichung f. in der Mathematik ‘Gleichsetzung mathematischer Größen’ (Ende 17. Jh.), Verdeutschung von lat. aequātio anstelle des im 16. und 17. Jh. üblichen Vergleichung; zuvor ‘Vergleichung, Gleichartigkeit, Ähnlichkeit’ (vereinzelt bis ins 19. Jh.), mhd. g(e)līchunge. Gleichgewicht n. ‘Gleichheit des Gewichts’ (16. Jh.) für lat. aequipondium (aus lat. aequus ‘gleich’ und lat. pondus n. ‘Gewicht’; vgl. gleichwichtig, 15. Jh., gleichgewichtig, Gleichwichtigkeit, 16. Jh.), ‘Balance, Zustand eines Körpers, in dem sich die auf ihn entgegengesetzt einwirkenden Kräfte aufheben’ (17. Jh.) für lat. aequilībrium (zu lat. aequilībris ‘im Gleichgewicht’, lat. lībra ‘Waage, Pfund’), übertragen ‘Ausgleich von Kräften, Machtverhältnissen, seelische Ruhe, Ausgeglichenheit’ (18. Jh.). gleichgültig Adj. ‘teilnahmslos, belanglos, unwesentlich’ (18. Jh.), zuvor ‘gleichwertig, gleichbedeutend’, auch ‘ohne Wert, ohne Bedeutung’ (um 1600); Gleichgültigkeit f. (2. Hälfte 17. Jh.). gleichmäßig Adj. ‘unverändert fortlaufend, regelmäßig, ruhig, ausgeglichen’ (15. Jh.); Gleichmaß n. ‘Ebenmaß, Gleichförmigkeit, Ausgeglichenheit’ (vereinzelt 16. Jh., häufiger seit etwa 1700). gleichmütig Adj. ‘ruhig, gefaßt, gelassen’ (15. Jh.); dazu die Rückbildung Gleichmut m. ‘Gelassenheit’ (17. Jh.). Gleichschritt m. ‘gleichmäßige Bewegung zweier und mehrerer Personen bzw. der Truppe mit einheitlicher Schrittlänge und taktmäßigem Niedersetzen des gleichen Fußes’ (2. Hälfte 18. Jh.). gleichwohl Konj. Adv. ‘trotz dem Vorhergesagten, dennoch, trotzdem’ (15. Jh.), Zusammenrückung von gleich und wohl, spätmhd. gelīche wol, eigentlich ‘in gleicher Weise gut, wirksam’, mnd. gelīkewol. gleichzeitig Adj. ‘zur gleichen Zeit’ (Mitte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kollation · Kollationieren · Vergleich
Assoziationen
Synonymgruppe
Komparation · Vergleich
Assoziationen
  • komparative Linguistik · vergleichende Sprachwissenschaft

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bundesland Halbjahr Konkurrenz Quartal Vorgänger Vorjahr Vorjahresmonat Vorjahresquartal Vorjahreszeitraum Vormonat Vorquartal Vorwoche abschneiden anstellen außergerichtlich bundesweit dastehen direkt ergeben europäisch heranziehen hinken historisch international scheuen sinken steigen steigern zulegen zurückgehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vergleich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kanadische Medien betonen sein im Vergleich "relativ bescheidenes" Gehalt von rund 600.000 Dollar.
Die Zeit, 25.09.2013 (online)
Ein Vergleich mit der Wirklichkeit steht mir heute nicht zu.
o. A.: Einhundertvierundsechzigster Tag. Mittwoch, 26. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 24262
Ich habe niemals diesen Vergleich gebraucht, der mir in der Übersetzung hier vorgehalten wird.
o. A.: Einhundertneununddreißigster Tag. Montag, 27. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 34061
Der Vergleich mit der Uhr scheint sich zu diesem Zweck zwar geradezu anzubieten.
Opfermann, Hans Carl: Die neue Schmalfilm-Schule, Harzburg: Heering 1940, S. 235
Vergleiche mit früheren Zeiten zeigen, dass hierdurch viel erreicht worden ist.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 06.03.1929
Zitationshilfe
„Vergleich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vergleich>, abgerufen am 20.05.2019.

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