Verhängnis, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Verhängnisses · Nominativ Plural: Verhängnisse · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungVer-häng-nis
Wortbildung mit ›Verhängnis‹ als Erstglied: ↗verhängnisvoll
eWDG, 1977

Bedeutung

unheilvolles Schicksal
Beispiele:
seine Raserei wurde ihm zum Verhängnis
das Verhängnis nahm seinen Lauf, brach über ihn herein, ließ sich nicht aufhalten, abwenden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Verhängnis · verhängnisvoll
Verhängnis n. ‘widriges, unheilvolles Schicksal, unglückliche Fügung’, mhd. verhencnisse, verhancnisse f. n. ‘Zulassung, Einwilligung, Erlaubnis, Schickung, Gnade’, mnd. vorhencnisse f., Abstraktbildung zu ahd. firhengen ‘zulassen, gestatten’ (um 1000), mhd. verhengen ‘hängen oder schießen lassen, das Pferd frei laufen lassen (eigentlich ihm die Zügel hängen lassen, ihm seinen Willen lassen), nachgeben, geschehen lassen, gestatten, verhängen über, anordnen’, mnd. vorhengen ‘freien Lauf lassen, geschehen lassen, gestatten, verhängen über’; zum Simplex s. ↗hängen. Durch Luther wird Verhängnis die ‘Fügung Gottes’ (der man nicht entgehen kann), dann in der Aufklärungszeit (in Anlehnung an lat. fātum) das ‘Schicksal, Geschick’, heute besonders ‘Unglück, Unheil’. Neutrales Genus setzt sich im 18. Jh. durch. verhängnisvoll Adj. ‘schicksalhaft, entscheidend, unheilvoll, folgenschwer’, zuerst bei Schiller (Ende 18. Jh.) im Sinne von ‘Schicksal in sich bergend, schicksalbestimmend, schicksalsträchtig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Krise · ↗Misere · ↗Missstand · ↗Tragik · Verhängnis · kritische Situation · missliche Lage · schlimmer Zustand  ●  ↗Kalamität  geh., lat. · ↗Krisis  geh., veraltend · ↗Malaise  fachspr. · ↗Schlamassel  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Fluch · ↗Geißel · ↗Unglück · ↗Unheil · ↗Unsegen · ↗Unstern  ●  Verhängnis  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dealer Einbrecher Erlösung Fluch Frost Hilfsbereitschaft Räuber Schlafrock Strudel Verheißung Verhängnis abwenden anbahnen dreier drohend entrinnen geschichtlich heraufbeschwören hereinbrechen mythisch nahen nahend schicksalhaft tragisch tödlich unabwendbar unaufhaltsam unausweichlich unentrinnbar walten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verhängnis‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und genau das wird ihnen durch die Politik zum Verhängnis.
Die Welt, 16.09.2005
Zwei weitere schwere Explosionen kurz darauf wurden ihm offenbar zum Verhängnis.
Der Tagesspiegel, 13.02.2001
Er wollte mir nicht glauben, und damit bahnte sich ein Verhängnis an.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 148
Bibl erblickt nicht so sehr in den völkischen Spannungen wie in den nicht gewährten verfassungsmäßigen Freiheiten das Verhängnis des alten Österreich.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1937, S. 250
Gerade aber in der vernichtenden Kraft dieser Erfolge liege das Verhängnis.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 38
Zitationshilfe
„Verhängnis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verhängnis>, abgerufen am 14.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
verhängen
Verhandlungsziel
Verhandlungswillen
Verhandlungswille
Verhandlungsweg
verhängnisvoll
Verhängung
verharmlosen
Verharmlosung
verhärmt