Verkündigungstermin, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Verkündigungstermin(e)s · Nominativ Plural: Verkündigungstermine
Aussprache [fɛɐ̯ˈkʏndɪgʊŋstɛʁˌmiːn]
Worttrennung Ver-kün-di-gungs-ter-min
Wortzerlegung  Verkündigung Termin
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
zur Verkündung der Entscheidung in einem Gerichtsverfahren eigens anberaumter Gerichtstermin
Fachsprachlich ist der Begriff Verkündigungstermin unüblich. Verwendet wird stattdessen der Begriff Verkündungstermin (1).
Beispiele:
Nachdem einige Richter in der Verhandlung heftig an der vermuteten Verfassungsfeindlichkeit des Transfersystems herumgebohrt hatten, wurde der Verkündigungstermin für das Urteil auf den 25. Oktober verschoben. [die tageszeitung, 13.10.1989]
Nach längerer Pause und mehrfacher Termin‑Verschiebung setzte das Kölner Landgericht die mündliche Verhandlung fort und bestimmte den 27. September als Verkündigungstermin. [Die Welt, 14.06.2016]
Nach der Beweisaufnahme erfolgt dann die Verkündigung des Urteils (im Verkündigungstermin natürlich). [Rechtsanwalt Arbeitsrecht Berlin Blog, 27.05.2009, aufgerufen am 30.04.2016]
Der Prozeß zwischen der früheren Weltklasseschwimmerin […] und dem Nationalen Olympischen Komitee für Deutschland (NOK) wegen der Dopingpraxis im DDR‑Hochleistungssport ist vom Landgericht in Frankfurt am Main auf den 24. Oktober um 12 Uhr angesetzt worden. Das Urteil dürfte allerdings nicht am selben Tag gesprochen werden, sondern erst später anläßlich eines sogenannten Verkündigungstermins. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2003]
2.
selten, allgemeiner Termin, zu dem etw. bekanntgegeben wird
Beispiele:
Offenbar hatte die Untergrundorganisation [IRA] den Verkündigungstermin [für den Waffenstillstand] elf Uhr vormittag gewählt, um die beste Sendezeit zu den britischen Mittagsnachrichten und im US‑Frühstücksfernsehen zu erreichen. [Süddeutsche Zeitung, 01.09.1994]
Der »Runde Tisch« am 20. Mai in Bonn, bei dem die Telekom mit Spitzenvertretern von Medien und Politik die Zukunft des Kabelfernsehens in Deutschland erörtern will, dürfe kein »reiner Verkündigungstermin« für den Kabelkonzern werden. [Süddeutsche Zeitung, 07.05.1997]
Die letzte Kanzlerrunde am 23. April war, so ein Gewerkschaftsfunktionär, »ein reiner Verkündigungstermin«. Kurzerhand informierte Kohl die verdutzten Gewerkschafter über sein Sparprogramm: Erhöhung des Rentenalters, Streichung von Zuschüssen an die Bundesanstalt für Arbeit, Vertagung der angekündigten Kindergeldaufstockung [Der Spiegel, 27.05.1996]
An allen möglichen Orten in Sydney hatten sich Menschen zusammengefunden, um dem Verkündigungstermin für den Austragungsort von Olympia 2000 entgegenzufiebern. [die tageszeitung, 25.09.1993]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Verkündigungstermin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verk%C3%BCndigungstermin>, abgerufen am 20.10.2021.

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