Verkehrtheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungVer-kehrt-heit (computergeneriert)
Wortzerlegungverkehrt-heit
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

a)
das Verkehrtsein
b)
etw. Verkehrtes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verkehren · verkehrt · Verkehrtheit · Verkehr
verkehren Vb. ‘etw., sich in das Gegenteil verwandeln, verändern’, heute besonders ‘mit jmdm. Verbindung, Umgang, Gemeinschaft haben’, mhd. verkēren ‘umkehren, umwenden, verwandeln, verdrehen, ins Entgegengesetzte verändern, eine falsche Richtung geben, verführen’ ist mit verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten des Präfixes (s. ↗ver-) gebildet zu dem unter ↗kehren ‘etw. in eine bestimmte Richtung drehen, wenden’ (s. d.) behandelten Verb. Die heute verbreitete Bedeutung ‘Umgang, Verbindung haben’ (18. Jh.) schließt an den nd. Gebrauch des Wortes an, wo mnd. vorkēren aus ‘verändern, wechseln’ den Sinn ‘sich aus handwerklicher Arbeit einen Verdienst schaffen, gewerbliche Erzeugnisse vertreiben, (Geld) unter die Leute bringen, umsetzen, anlegen, Handel treiben’ entwickelt; vgl. nl. (älter) verkeren ‘in Handelsverkehr treten’. verkehrt Part.adj. ‘umgekehrt, ins Gegenteil gewendet, falsch’, mhd. verkārt. Verkehrtheit f. ‘das Verkehrtsein, Unrichtigkeit’ (geläufig seit 18. Jh.), mhd. verkērtheit. Verkehr m. ‘Handelsverkehr, Umsatz, Vertrieb von Waren’ (1. Hälfte 18. Jh.), danach ‘(gesellschaftlicher) Umgang, Verbindung, Gemeinschaft mit jmdm.’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘das Hinundhergehen und -fahren in der Öffentlichkeit, Beförderung bzw. Bewegung von Personen, Fahrzeugen, Gütern, Nachrichten auf dafür vorgesehenen Wegen’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ungenauigkeit · Verkehrtheit

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie wäre eine Verkehrtheit, angesichts der augenscheinlich empirischen Bildung dieses Begriffes.
Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630
Sie empfänden hierin so wenig eine eigene Schmach als eine englische Verkehrtheit.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 1040
Für »die Verkehrtheit einer unveränderten Verlängerung« mache er die Regierung, nicht den Reichstag verantwortlich.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1384
In Österreich hat die Verkehrtheit der menschlichen Dinge Couleurstudenten zu Führern einer Nation gemacht.
Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1899]
Auf Anhieb begriffen die zuständigen Wehrmachtsstellen die Verkehrtheit dieses Bildes.
Die Welt, 10.02.2005
Zitationshilfe
„Verkehrtheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verkehrtheit>, abgerufen am 11.12.2019.

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