Verleih, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Verleih(e)s · Nominativ Plural: Verleihe
Aussprache
WorttrennungVer-leih
Wortbildung mit ›Verleih‹ als Letztglied: ↗Bootsverleih · ↗Buchverleih · ↗Filmverleih · ↗Kanuverleih · ↗Kostümverleih · ↗Maskenverleih · ↗Paddelbootverleih
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
nur im Singular
das Verleihen
entsprechend der Bedeutung von verleihen (Lesart 2)
Beispiel:
der Verleih erfolgt gegen eine Gebühr von 1 Euro pro Tag und Stück
2.
Unternehmen, das etw. gewerbsmäßig gegen eine Gebühr verleiht
Beispiel:
er arbeitet in einem Verleih für Masken, Anzüge
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leihen · entleihen · verleihen · Verleihung · Verleiher · Verleih · Anleihe
leihen Vb. ‘gegen die Verpflichtung zur Rückgabe jmdm. etw. geben oder etw. von jmdm. annehmen, borgen’, ahd. līhan ‘(ver)leihen, geben’ (9. Jh.), mhd. līhen ‘auf Borg nehmen’, selten ‘auf Borg geben’, asächs. līhan, mnd. līen, aengl. lēon, anord. ljā, got. leiƕan wird mit ↗Lehen und davon abgeleitetem ↗lehnen (s. d.) und den außergerm. Verwandten aind. riṇákti ‘läßt, überläßt, gibt auf, entbindet, läßt los’, rikthá- ‘Nachlaß, Erbschaft’, rḗkṇaḥ ‘ererbter Besitz, Eigentum, Habe’, atirēkaḥ ‘Überschuß, Überbleibsel’, griech. lé͞ipein (λιμπάνειν) ‘verlassen, zurück-, hinterlassen’ (s. ↗Ellipse), limpánein (λιμπάνειν) ‘(ver)lassen’, loipós (λοιπός) ‘übriggelassen, übrig’, lé͞imma (λεῖμμα) ‘Rest’, lat. relinquere ‘zurücklassen’ (s. ↗Relikt), reliquus ‘zurückgelassen, übrig’ (s. ↗Reliquie), aslaw. otъlěkъ ‘das Übrige, Rest’, lichъ ‘übermäßig, über etw. hinaus, Mangel habend’, russ.-kslaw. lěkъ ‘Überbleibsel, Rest’, russ. lichój (лихой) ‘böse, arg, kühn, tapfer’ auf eine Wurzel ie. *leiku̯- ‘lassen, zurück-, übriglassen’ zurückgeführt. Das Germ. hat den ursprünglichen Bedeutungsumfang auf ‘überlassen’ eingeschränkt. Die Bedeutung ‘übriglassen, -bleiben’ findet sich bei Formen, die jetzt zu ie. *leip- (s. ↗bleiben) gestellt werden, möglicherweise aber auf ie. *leiku̯- zurückgehen (s. ↗elf). entleihen Vb. ‘sich leihen, borgen’, ahd. intlīhan ‘aus-, ver-, entleihen’ (8. Jh.), mhd. entlīhen ‘auf Borg nehmen oder geben’. verleihen Vb. ‘zeitweise zum Gebrauch überlassen, leihen, verborgen, als Auszeichnung feierlich übergeben, auszeichnen’, ahd. firlīhan ‘leihweise, als Geschenk geben, gewähren’ (um 800), mhd. verlīhen ‘als Darlehen, als Lehen oder in Miete geben, schenken, geben, zuteil werden lassen’; Verleihung f. ‘feierliche Zusprechung, Übertragung’ (16. Jh.); Verleiher m. ‘wer etw. (gewerbsmäßig) verborgt’, mhd. verlīher; Verleih m. ‘Unternehmen, das etw. gewerbsmäßig gegen eine Gebühr verleiht’ (1. Hälfte 20. Jh.). Anleihe f. ‘(langfristige) Aufnahme einer Geldschuld’, übertragen ‘Verwendung fremden geistigen Eigentums’ (18. Jh.), anstelle des älteren Anlehen n., ahd. analēhan ‘Anleihe’ (um 800), mhd. anlēhen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Verleih · ↗Vermietung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitskraft Baumaschine Fahrrad Film Filmproduktion Kino Kopie Lizenzhandel Marketing Presseheft Produktion Produzent Reparatur Spielfilm Verkauf Vermarktung Vermietung Vertrieb Video Videofilm Videokassette Warner engagiert herausbringen hiesig kommerziell kostenlos regulär renommiert spezialisieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verleih‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit einem Verleih sind sie sich trotzdem nicht einig geworden, auch den haben sie am Ende selbst übernommen.
Süddeutsche Zeitung, 31.07.1998
Es gibt einfach keinen Verleih für einheimische Produktionen in den arabischen Ländern.
Der Tagesspiegel, 23.05.1997
Man wagte sogar die Errichtung eines eigenen Verleihs in New York.
Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 140
Verleih deinem Enthusiasmus darüber hemmungslosen Ausdruck, daß du das Privileg hast, deinen amerikanischen Partner kennenlernen zu dürfen.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 451
Aus der Bundesrepublik Deutschland kommen jährlich etwa 5 Filme in den Verleih.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - F. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 24534
Zitationshilfe
„Verleih“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verleih>, abgerufen am 15.10.2019.

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