Verleihung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
WorttrennungVer-lei-hung (computergeneriert)
Wortzerlegungverleihen-ung
Wortbildung mit ›Verleihung‹ als Erstglied: ↗Verleihungsurkunde  ·  mit ›Verleihung‹ als Letztglied: ↗Diplomverleihung · ↗Ordensverleihung · ↗Preisverleihung · ↗Titelverleihung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leihen · entleihen · verleihen · Verleihung · Verleiher · Verleih · Anleihe
leihen Vb. ‘gegen die Verpflichtung zur Rückgabe jmdm. etw. geben oder etw. von jmdm. annehmen, borgen’, ahd. līhan ‘(ver)leihen, geben’ (9. Jh.), mhd. līhen ‘auf Borg nehmen’, selten ‘auf Borg geben’, asächs. līhan, mnd. līen, aengl. lēon, anord. ljā, got. leiƕan wird mit ↗Lehen und davon abgeleitetem ↗lehnen (s. d.) und den außergerm. Verwandten aind. riṇákti ‘läßt, überläßt, gibt auf, entbindet, läßt los’, rikthá- ‘Nachlaß, Erbschaft’, rḗkṇaḥ ‘ererbter Besitz, Eigentum, Habe’, atirēkaḥ ‘Überschuß, Überbleibsel’, griech. lé͞ipein (λιμπάνειν) ‘verlassen, zurück-, hinterlassen’ (s. ↗Ellipse), limpánein (λιμπάνειν) ‘(ver)lassen’, loipós (λοιπός) ‘übriggelassen, übrig’, lé͞imma (λεῖμμα) ‘Rest’, lat. relinquere ‘zurücklassen’ (s. ↗Relikt), reliquus ‘zurückgelassen, übrig’ (s. ↗Reliquie), aslaw. otъlěkъ ‘das Übrige, Rest’, lichъ ‘übermäßig, über etw. hinaus, Mangel habend’, russ.-kslaw. lěkъ ‘Überbleibsel, Rest’, russ. lichój (лихой) ‘böse, arg, kühn, tapfer’ auf eine Wurzel ie. *leiku̯- ‘lassen, zurück-, übriglassen’ zurückgeführt. Das Germ. hat den ursprünglichen Bedeutungsumfang auf ‘überlassen’ eingeschränkt. Die Bedeutung ‘übriglassen, -bleiben’ findet sich bei Formen, die jetzt zu ie. *leip- (s. ↗bleiben) gestellt werden, möglicherweise aber auf ie. *leiku̯- zurückgehen (s. ↗elf). entleihen Vb. ‘sich leihen, borgen’, ahd. intlīhan ‘aus-, ver-, entleihen’ (8. Jh.), mhd. entlīhen ‘auf Borg nehmen oder geben’. verleihen Vb. ‘zeitweise zum Gebrauch überlassen, leihen, verborgen, als Auszeichnung feierlich übergeben, auszeichnen’, ahd. firlīhan ‘leihweise, als Geschenk geben, gewähren’ (um 800), mhd. verlīhen ‘als Darlehen, als Lehen oder in Miete geben, schenken, geben, zuteil werden lassen’; Verleihung f. ‘feierliche Zusprechung, Übertragung’ (16. Jh.); Verleiher m. ‘wer etw. (gewerbsmäßig) verborgt’, mhd. verlīher; Verleih m. ‘Unternehmen, das etw. gewerbsmäßig gegen eine Gebühr verleiht’ (1. Hälfte 20. Jh.). Anleihe f. ‘(langfristige) Aufnahme einer Geldschuld’, übertragen ‘Verwendung fremden geistigen Eigentums’ (18. Jh.), anstelle des älteren Anlehen n., ahd. analēhan ‘Anleihe’ (um 800), mhd. anlēhen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Belehnung · ↗Beleihung · ↗Bestätigung · Verleihung
Assoziationen
  • Berg- und Hüttenwesen · ↗Bergbau  ●  Montanwesen  lat.
  • Erbgerechtigkeit · Erbstollengerechtigkeit
  • Muthung · ↗Mutung
Synonymgruppe
Erteilung · ↗Vergabe · Verleihung · ↗Zuerkennung · ↗Zuerteilung · Zusprechen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auszeichnung Award Bundesfilmpreis Bundesverdienstkreuz Dankesrede Dankrede Ehrenbürgerschaft Ehrenbürgerwürde Ehrendoktorwürde Fernsehpreis Filmpreis Friedensnobelpreis Friedenspreis Gala Kulturpreis Kunstpreis Laudatio Lenkrad Literaturnobelpreis Literaturpreis Medienpreis Musikpreis Nobelpreis Orden Oscar Stadtrecht Theaterpreis Verdienstorden diesjährig feierlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verleihung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer kommt zur Verleihung der dreißig Preise, wer kommt nicht?
Der Tagesspiegel, 15.03.2001
Die Präsentation der Verleihung ist insofern ein verdammt begehrter Job.
Süddeutsche Zeitung, 18.03.1999
Er hat drei Klassen und ist mit seiner Verleihung der persönliche Adel verbunden.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 15654
Die Verleihung des R. scheint demnach nicht ausschließlich an den Papst gebunden gewesen zu sein.
o. A.: Lexikon der Kunst - R. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 31692
Er schloß die Verleihung von Kirchengut bei staatlichem Notstand nicht aus.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3749
Zitationshilfe
„Verleihung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verleihung>, abgerufen am 16.12.2019.

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