Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Vermögen, das

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GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Vermögens · Nominativ Plural: Vermögen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [fɛɐ̯ˈmøːgn̩]
Worttrennung Ver-mö-gen
Grundformvermögen
eWDG

Bedeutung

Fähigkeit zur Leistung auf einem bestimmten Gebiet, Können
Beispiele:
das schöpferische, schauspielerische Vermögen des Künstlers
seinem sprachlichen Vermögen sind offenbar Grenzen gesetzt
er erfüllte seine Aufgaben nach bestem Vermögen
etw., jmdn. nach Vermögen fördern
er hat nach Vermögen mitgeholfen
er hatte das Vermögen, stets heiter und gelassen zu sein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
mögen · möglich · Möglichkeit · vermögen · Vermögen · vermöge
mögen Vb. ‘wollen, gern haben’. Das zu den Präteritopräsentien gehörende Verb ahd. magan (8. Jh.), mugan (9. Jh.), mhd. mügen, mugen ‘kräftig, wirksam sein, vermögen, wofür können, mächtig, imstande sein, die Möglichkeit haben, sollen, dürfen’, asächs. mugan, mnd. mȫgen, mnl. mōghen, meughen, mueghen, nl. mogen, aengl. magan, engl. may, anord. mega, schwed. , got. magan führt mit dem zugehörigen Abstraktum Macht (s. d.) und mit aind. maghá- ‘Macht, Kraft, Reichtum, Gabe’, aslaw. mošti ‘können’ (mogǫ ‘ich kann’), russ. moč’ (мочь) ‘können’, lit. magė́ti ‘gefallen, angenehm sein’, magùs ‘anziehend, lockend’ auf die Wurzel ie. *magh- ‘können, vermögen, helfen’. Bis ins 17. Jh. herrscht die ursprüngliche Bedeutung ‘imstande sein zu etw.’, erhalten in vermögen (s. unten); heute steht das Verb vornehmlich für ‘wollen, gern haben’, das sich im 16. Jh. aus der Verneinung nicht mögen ‘nicht imstande sein’ (daher ‘nicht wollen’) entwickelt. – möglich Adj. ‘zu verwirklichen, erreichbar, denkbar’, mhd. müg(e)lich ‘was geschehen kann oder sollte, was recht und billig ist, geziemend, gehörig, vermögend’, dazu Möglichkeit f. mhd. mügelicheit ‘Vermögen, Gelegenheit, Chance’. vermögen Vb. ‘imstande sein zu etw., können’, anschließend an die ursprüngliche Bedeutung von mögen, entsprechend ahd. firmugan (um 1000), mhd. vermügen, -mugen ‘imstande sein’, auch ‘Gewalt haben über’, reflexiv ‘Kraft haben, sich verstehen, im Besitze sein, besitzen’ (vgl. vermögend Part.adj. ‘einflußreich’, daher auch ‘wohlhabend, begütert’, 18. Jh.); substantiviert Vermögen n. ‘Fähigkeit, Kraft, Besitz’, spätmhd. vermügen ‘Kraft, Macht’. vermöge Präp. ‘vermittels, mit Hilfe, durch’ (vermög, 16. Jh.), hervorgegangen aus dem Subst. Vermöge f. ‘Kraft, Fähigkeit’, mhd. vermüge; vgl. spätmhd. ūʒ vermog, mnd. bzw. mit vermōge.

Typische Verbindungen zu ›Vermögen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vermögen‹.

Einkommen Einkünfte Erbschaft Grundbesitz Raubgold Schuldner angespart anhäufen ansehnlich beschlagnahmt betreut beträchtlich beweglich enteignet erben ererbt erworben geerbt gesamt geschätzt nachrichtenlos schätzen unversteuert verfügen vermachen verwalten verwaltet

Verwendungsbeispiele für ›Vermögen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die neuartigen Vermögen, die ich im Auge habe, sind natürlich die der modernen Technik. [Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1979, S. 12]
Obwohl der Preis nur 2 Mark beträgt, werden Sie es doch für ein Vermögen wert halten. [Reklame-Praxis, 1925, Nr. 2, Bd. 2]
Keiner ist etwas anderes als sein Vermögen, sein Einkommen, seine Stellung, seine Chancen. [Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 241]
Am längsten hat das tautologische Erklären in der psychologischen Theorie der »Vermögen« fortgelebt. [Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 76]
Wer Beamter werden wollte, musste ein Vermögen für die Ausbildung aufbringen. [Die Zeit, 09.03.2000, Nr. 11]
Zitationshilfe
„Vermögen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verm%C3%B6gen#1>.

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Vermögen, das

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GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Vermögens · Nominativ Plural: Vermögen
Aussprache  [fɛɐ̯ˈmøːgn̩]
Worttrennung Ver-mö-gen
Wortbildung  mit ›Vermögen‹ als Erstglied: Vermögensabgabe · Vermögensabschätzung · Vermögensabschöpfung · Vermögensabtretung · Vermögensamt · Vermögensanlage · Vermögensanteil · Vermögensarrest · Vermögensaufbau · Vermögensaufteilung · Vermögensauseinandersetzung · Vermögensausweis · Vermögensberater · Vermögensberaterin · Vermögensberatung · Vermögensbeschlagnahme · Vermögensbesitz · Vermögensbestand · Vermögensbesteuerung · Vermögensbilanz · Vermögensbildung · Vermögensdelikt · Vermögenseinbuße · Vermögenseinkommen · Vermögenseinziehung · Vermögensentziehung · Vermögensentzug · Vermögenserklärung · Vermögensgegenstand · Vermögensgemeinschaft · Vermögensgesetz · Vermögenshaushalt · Vermögenskonfiskation · Vermögenslage · Vermögensmasse · Vermögenspolitik · Vermögensposition · Vermögensrecht · Vermögensrente · Vermögensreserve · Vermögensschaden · Vermögensschädigung · Vermögensstand · Vermögenssteuer · Vermögensstrafe · Vermögensstruktur · Vermögenssubstanz · Vermögensteil · Vermögensteilung · Vermögensteuer · Vermögensträger · Vermögensverhältnis · Vermögensverlust · Vermögensversicherung · Vermögensverteilung · Vermögensverwalter · Vermögensverwaltung · Vermögensverwaltungsgesellschaft · Vermögensvorteil · Vermögenswert · Vermögenszuwachs · Vermögensübernahme · Vermögensübertragung · vermögenslos · vermögenswirksam · vermöglich
 ·  mit ›Vermögen‹ als Letztglied: Altersvermögen · Anlagevermögen · Auslandsvermögen · Barvermögen · Betriebsvermögen · Bruttovermögen · Familienvermögen · Finanzvermögen · Fondsvermögen · Geldvermögen · Gesamtvermögen · Gesellschaftsvermögen · Grundvermögen · Humanvermögen · Immobiliarvermögen · Immobilienvermögen · Kapitalvermögen · Kindesvermögen · Kirchenvermögen · Milliardenvermögen · Millionenvermögen · Mobiliarvermögen · Nettovermögen · Parteivermögen · Privatvermögen · Produktivvermögen · Reinvermögen · Riesenvermögen · Sachanlagevermögen · Sachvermögen · Schiffsvermögen · Schonvermögen · Sondervermögen · Sozialvermögen · Spurtvermögen · Staatsvermögen · Stiftungsvermögen · Umlaufvermögen · Vereinsvermögen · Verwaltungsvermögen · Volksvermögen · Zweckvermögen
eWDG

Bedeutung

(meist großer) Besitz an Eigentum, besonders an Geld, aber auch an Sachwerten
Beispiele:
ein ansehnliches, großes, kleines, mäßiges, riesiges Vermögen
der Erbanteil der Kinder am mütterlichen, väterlichen Vermögen
genossenschaftliches, gemeinschaftliches Vermögen
ein Vermögen erben, erlangen, vergeuden
sein Vermögen verschleudern, verspielen
ein Vermögen anlegen
jmdm. sein Vermögen überschreiben
ein Vermögen einziehen
von seinem Vermögen leben
über sein Vermögen verfügen
auf den größten Teil seines Vermögens zugunsten seiner Kinder verzichten
mit seinem Vermögen für jmdn. bürgen
eine große Summe Geld
Beispiel:
dieser Umbau hat ein Vermögen verschlungen
eine sehr große Menge von etw.
Beispiel:
das kostet mich ein Vermögen an Zeit und Geld
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
mögen · möglich · Möglichkeit · vermögen · Vermögen · vermöge
mögen Vb. ‘wollen, gern haben’. Das zu den Präteritopräsentien gehörende Verb ahd. magan (8. Jh.), mugan (9. Jh.), mhd. mügen, mugen ‘kräftig, wirksam sein, vermögen, wofür können, mächtig, imstande sein, die Möglichkeit haben, sollen, dürfen’, asächs. mugan, mnd. mȫgen, mnl. mōghen, meughen, mueghen, nl. mogen, aengl. magan, engl. may, anord. mega, schwed. , got. magan führt mit dem zugehörigen Abstraktum Macht (s. d.) und mit aind. maghá- ‘Macht, Kraft, Reichtum, Gabe’, aslaw. mošti ‘können’ (mogǫ ‘ich kann’), russ. moč’ (мочь) ‘können’, lit. magė́ti ‘gefallen, angenehm sein’, magùs ‘anziehend, lockend’ auf die Wurzel ie. *magh- ‘können, vermögen, helfen’. Bis ins 17. Jh. herrscht die ursprüngliche Bedeutung ‘imstande sein zu etw.’, erhalten in vermögen (s. unten); heute steht das Verb vornehmlich für ‘wollen, gern haben’, das sich im 16. Jh. aus der Verneinung nicht mögen ‘nicht imstande sein’ (daher ‘nicht wollen’) entwickelt. – möglich Adj. ‘zu verwirklichen, erreichbar, denkbar’, mhd. müg(e)lich ‘was geschehen kann oder sollte, was recht und billig ist, geziemend, gehörig, vermögend’, dazu Möglichkeit f. mhd. mügelicheit ‘Vermögen, Gelegenheit, Chance’. vermögen Vb. ‘imstande sein zu etw., können’, anschließend an die ursprüngliche Bedeutung von mögen, entsprechend ahd. firmugan (um 1000), mhd. vermügen, -mugen ‘imstande sein’, auch ‘Gewalt haben über’, reflexiv ‘Kraft haben, sich verstehen, im Besitze sein, besitzen’ (vgl. vermögend Part.adj. ‘einflußreich’, daher auch ‘wohlhabend, begütert’, 18. Jh.); substantiviert Vermögen n. ‘Fähigkeit, Kraft, Besitz’, spätmhd. vermügen ‘Kraft, Macht’. vermöge Präp. ‘vermittels, mit Hilfe, durch’ (vermög, 16. Jh.), hervorgegangen aus dem Subst. Vermöge f. ‘Kraft, Fähigkeit’, mhd. vermüge; vgl. spätmhd. ūʒ vermog, mnd. bzw. mit vermōge.

Typische Verbindungen zu ›Vermögen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vermögen‹.

Einkommen Einkünfte Erbschaft Grundbesitz Raubgold Schuldner angespart anhäufen ansehnlich beschlagnahmt betreut beträchtlich beweglich enteignet erben ererbt erworben geerbt gesamt geschätzt nachrichtenlos schätzen unversteuert verfügen vermachen verwalten verwaltet

Verwendungsbeispiele für ›Vermögen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die neuartigen Vermögen, die ich im Auge habe, sind natürlich die der modernen Technik. [Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1979, S. 12]
Obwohl der Preis nur 2 Mark beträgt, werden Sie es doch für ein Vermögen wert halten. [Reklame-Praxis, 1925, Nr. 2, Bd. 2]
Keiner ist etwas anderes als sein Vermögen, sein Einkommen, seine Stellung, seine Chancen. [Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 241]
Am längsten hat das tautologische Erklären in der psychologischen Theorie der »Vermögen« fortgelebt. [Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 76]
Wer Beamter werden wollte, musste ein Vermögen für die Ausbildung aufbringen. [Die Zeit, 09.03.2000, Nr. 11]
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„Vermögen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verm%C3%B6gen#2>.

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