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Vermessenheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Ver-mes-sen-heit
Grundformvermessen
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

das Vermessensein; Hybris
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

messen · gemessen · ermessen · vermessen · vermessen · Vermessenheit
messen Vb. ‘das Maß, die Größe von etw. feststellen, eine bestimmte Größe haben, prüfen’, ahd. meʒʒan (8. Jh.), mhd. meʒʒen ‘messen, zielen, zuteilen, mitteilen, erzählen, bestimmen, verkündigen, vergleichen, erwägen, prüfen’, asächs. metan, mnd. mēten, mnl. nl. meten, aengl. metan, engl. (poetisch) to mete, anord. meta, schwed. mäta, got. mitan sowie ablautendes Maß (s. d.) lassen sich verbinden mit griech. médesthai (μέδεσθαι) ‘für etw. sorgen, an etw. denken, auf etw. bedacht sein’, lat. meditārī ‘nachdenken, nachsinnen’ (s. meditieren), modus ‘Maß, Ziel, Vorschrift, Art und Weise’ (s. Modus), air. med ‘Waage’ und können auf ie. *med- ‘messen, ermessen’ zurückgeführt werden. Dies vielleicht eine Erweiterung der Wurzel ie. *mē- ‘etw. abstecken, (ab)messen’ (s. Mal1)? Vgl. dazu auch das Nomen agentis -messer in (Land)vermesser sowie Feld-, Durch-, Geschwindigkeitsmesser u. dgl. – gemessen Part.adj. ‘genau bestimmt’ (18. Jh.), übertragen ‘bestimmt, ruhig, zurückhaltend, würdevoll’ (19. Jh.). ermessen Vb. ‘einschätzen, beurteilen, geistig erfassen’, mhd. ermeʒʒen, ahd. irmeʒʒan (11. Jh.). vermessen Vb. ‘abmessen, falsch messen’, ahd. firmeʒʒan (um 1000), mhd. vermeʒʒen ‘aus-, abmessen, bestimmen, zumessen, falsch messen’, reflexiv ‘sich anmaßen, behaupten’; vermessen Part.adj. ‘sich überschätzend, anmaßend’ (16. Jh.), ahd. firmeʒʒan (Hs. 13. Jh.), mhd. vermeʒʒen ‘verwegen, kühn, leichtsinnig’; Vermessenheit f. ‘Verwegenheit, Anmaßung, Überheblichkeit’, ahd. firmeʒʒanheit (11. Jh.), mhd. vermeʒʒenheit ‘Entschlossenheit, Kühnheit, Verwegenheit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anmaßung · Hochmut · Hybris · Selbstüberhöhung · Vermessenheit
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Vermessenheit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vermessenheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Vermessenheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine Geschichte lieh der Darstellung königlicher Vermessenheit die packendsten Züge. [Benjamin, Walter: Ursprung des deutschen Trauerspiels. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1928], S. 242]
Dieses Buch über die Kunst von heute ist für den Gebrauch von heute, alles andere wäre doch wohl Illusion oder Vermessenheit oder beides zusammen. [Die Zeit, 18.09.1970, Nr. 38]
Das ist unendliche und törichte Vermessenheit, und die unumkehrbare Schuld der Promoter liegt vor unserer Nase und ist nicht zu leugnen. [Süddeutsche Zeitung, 17.02.1999]
Statt der Vermessenheit der Architektur entgegenzutreten, gibt man ihr nach. [Süddeutsche Zeitung, 10.03.1995]
Gleichzeitig erschrak er, und der Wunsch erschien ihm als eine große Vermessenheit. [Weissmann, Maria Luise: Skizzen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 7077]
Zitationshilfe
„Vermessenheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vermessenheit>.

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