Vers, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Verses · Nominativ Plural: Verse
Aussprache
Wortbildung mit ›Vers‹ als Erstglied: ↗Versart · ↗Versband · ↗Versdrama · ↗Versemacher · ↗Versepik · ↗Versepos · ↗Verserzählung · ↗Verseschmied · ↗Versfuß · ↗Verskomödie · ↗Verslehre · ↗Versmaß
 ·  mit ›Vers‹ als Letztglied: ↗Abzählvers · ↗Albumvers · ↗Bibelvers · ↗Blankvers · ↗Doppelvers · ↗Kindervers · ↗Knittelvers · ↗Merkvers · ↗Schlussvers · ↗Spottvers · ↗Stammbuchvers · ↗Wirtinnenvers
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
metrisch, rhythmisch gestaltetes, oft gereimtes sprachliches Gebilde in gebundener Rede, das meist eine Zeile in einem Gedicht, einer Strophe, in einem Drama oder Epos bildet
Beispiele:
ein jambischer, daktylischer Vers
gereimte, reimlose, holprige, kunstvolle Verse
freie Rhythmen sind reimlose Verse
der erste und dritte sowie der zweite und vierte Vers jeder Strophe dieses Gedichtes reimen sich (aufeinander)
das Gedicht hat fünf Strophen zu je vier Versen
in Versen schreiben, dichten
Verse vortragen, vorlesen
Verse aufschreiben, dichten
umgangssprachlich Verse machen
etw. in Verse bringen
gehoben etw. in Verse gießen
umgangssprachlich, übertragen sich [Dativ] einen, seinen Vers auf, aus etw. machenetw. begreifen, verstehen, sich etw. erklären können
Beispiele:
auf die seltsamen Vorgänge konnte sich niemand einen Vers machen
du hast alles erfahren, nun mach dir selbst deinen Vers (= deute dir das selbst)
2.
umgangssprachlich Strophe eines Gedichtes
3.
kleinster Textabschnitt in der Bibel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vers m. ‘rhythmisch gegliederte, oft mit Reim versehene Zeile einer Dichtung, Bibelstelle’, ahd. fers (9. Jh.), mhd. vers, entlehnt aus lat. versus ‘Linie, Strich, Reihe, Zeile, Verszeile’, mlat. ‘(gesungener) Abschnitt eines Psalms’, eigentlich ‘das Umwenden der Erde durch den Pflug und die dadurch entstandene Furche’, zu lat. vertere (versum) ‘kehren, wenden, drehen’. Im allgemeinen Sprachgebrauch steht Vers vielfach im Sinne von ↗Strophe (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Absatz · Gedichtabschnitt · ↗Strophe · Vers
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dichter Gedicht Koran Lied Prosa Psalm Reim Strophe Sure Vers Vertonung aufsagen besingen deklamieren dichten folgend gereimt holprig lateinisch reimen reimlos rezitieren satanisch satirisch schmieden unsterblich vertonen vortragen zitieren zitiert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vers‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er wurde mir vorgelesen; aber ich fand die Bilder unterhaltsamer als die Verse.
Süddeutsche Zeitung, 02.01.1999
Es steht uns nicht an, über diese Dichtung zu richten, aber hinterher versteht man die seltsame Wendung "Verse schmieden" viel besser.
Der Tagesspiegel, 30.09.1998
Der Gesang wird von Vers zu Vers kräftiger, mutiger, erotischer.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 321
Leider sind seine Verse noch weniger beredt als seine Musik.
Girardon, Renée: Colin Blamont. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 18803
Aber es bleibt bestehen, daß dann sofort bei den Vers.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 248
Zitationshilfe
„Vers“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vers>, abgerufen am 21.11.2018.

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