Versäumnis, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Versäumnisses · Nominativ Plural: Versäumnisse
Aussprache
WorttrennungVer-säum-nis
Wortzerlegungversäumen-nis
eWDG, 1977

Bedeutung

Unterlassung
Beispiele:
ein schweres, sträfliches, verhängnisvolles Versäumnis
sich [Dativ] ein Versäumnis zuschulden kommen lassen
Versäumnisse wiedergutmachen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

säumen2 · versäumen · Versäumnis · säumig · Säumnis · Saumseligkeit · saumselig
säumen2 Vb. ‘zögern, sich verweilen, trödeln’, mhd. sūmen ‘aufhalten, hinhalten, verzögern, versäumen, warten lassen, jmdn. auf-, abhalten, hindern’, reflexiv ‘sich aufhalten, verspäten’, mnd. sǖmen; der im Mhd. bezeugte transitive Gebrauch ist in neuerer Sprache unüblich. Ohne sichere Anknüpfungsmöglichkeiten; ein vermuteter Zusammenhang mit griech. eā́n (ἐᾶν) ‘(zu)lassen, gestatten, in Ruhe lassen, unterlassen’ und dessen zu erschließender Stammform *(σ)εϝα- ist ungewiß. Früher belegt als das Simplex ist die Präfixbildung versäumen Vb. ‘verpassen, nicht wahrnehmen, nicht tun’, ahd. firsūmen (9. Jh.), mhd. versūmen ‘ungetan, unbeachtet lassen, ab-, auf-, zurückhalten, irren, vernachlässigen, im Stich lassen, sich verspäten’; Versäumnis n. ‘Unterlassung, das Zuspätkommen’, mhd. versūmnisse. säumig Adj. ‘zögernd, langsam, verspätet, nachlässig’, ahd. sūmīg (um 800), mhd. sūmic. Säumnis f. n. ‘das Zögern, Verspätung’, mhd. sūmnisse f. Saumseligkeit f. ‘Neigung zum Säumen, Nachlässigkeit’ (17. Jh.), zu saumselig Adj. ‘langsam, nachlässig’, mhd. sūmeselic, abgeleitet von mhd. sūmesal, -seli, -sele, nhd. Saumsal (bis ins 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Nichteinhaltung · ↗Unterlassung · Versäumnis · Versäumung
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Versäumnis‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bildungspolitik Eingeständnis Fehlentscheidung Fehlentwicklung Fehler Panne Sündenbock Vergangenheit Vorgängerregierung ablenken anlasten anprangern aufarbeiten aufholen auflisten ausbügeln eingestehen einräumen eklatant gravierend jahrelang jahrzehntelang kaschieren nachholen rächen schwer schwerwiegend vorhalten vorwerfen wettmachen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Versäumnis‹.

Verwendungsbeispiele für ›Versäumnis‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie lange dauert es, die Versäumnisse von 30 Jahren zu kompensieren?
Süddeutsche Zeitung, 29.06.2002
Dagegen warf die Opposition der rot-grünen Regierung erneut schwere Versäumnisse vor.
Der Tagesspiegel, 05.01.2001
Dazu kamen aber fast immer noch Abzüge für kleine Versäumnisse, für fehlerhafte Stellen im Gewebe.
Baader, Ottilie: Ein steiniger Weg, Lebenserinnerungen einer Sozialistin. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 25943
Wir denken wohl an die Mutter; damit aber halten wir uns für alle übrigen Versäumnisse entschuldigt.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8883
Im Alter muß der Mann für seine seelischen und leiblichen Versäumnisse zahlen.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 109
Zitationshilfe
„Versäumnis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vers%C3%A4umnis>, abgerufen am 20.01.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
versäumen
versaufen
versäuern
versauen
versaubeuteln
Versäumnisliste
Versäumnisurteil
Versäumnisverfahren
Versband
Versbau