Versöhnung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Versöhnung · Nominativ Plural: Versöhnungen
Aussprache 
Worttrennung Ver-söh-nung
Wortzerlegung versöhnen-ung
Wortbildung  mit ›Versöhnung‹ als Erstglied: ↗Versöhnungsfest
Wahrig und ZDL, 2019

Bedeutung

friedvolle Beilegung von Streitigkeiten oder Zerwürfnissen; entgegenkommende Verständigung mit Gegnern oder Feinden
Synonym zu Aussöhnung
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine echte, endgültige, späte, innere Versöhnung; eine nationale, politische, historische Versöhnung
als Akkusativobjekt: eine Versöhnung herbeiführen, feiern, suchen, anstreben, predigen, vorantreiben
in Präpositionalgruppe/-objekt: zur Versöhnung aufrufen, beitragen; sich für die Versöhnung einsetzen; sich um (eine) Versöhnung bemühen
Beispiele:
Zudem haben beide Staaten [Griechenland und Mazedonien] konkrete Schritte für Versöhnung und engere Zusammenarbeit vereinbart. [Die Welt, 05.02.2019]
Auch ist die Rede von einem »Prozess der nationalen Versöhnung«, an dem alle Libyer teilhaben sollten. [Die Welt, 26.07.2017]
Und so fanden schon im Kalten Krieg Versöhnungen Deutschlands mit den beiden Nachbarnationen statt, die am meisten unter den Deutschen gelitten hatten, mit Frankreich und mit Polen. [Süddeutsche Zeitung, 22.08.2014]
Immer enger führt sie den Roman in ein Finale voller Besänftigungen und Versöhnungen – an Karatschs Spitalbett[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2013]
Richtig berühmt wurden die schwer bewachten Blockhäuser 1978, als sich der Israeli Menachim Begin und der Ägypter Anwar el Sadat dort die Hand zur Versöhnung reichten. [Die Zeit, 19.05.2012 (online)]
Er [der Vertreter des Vatikans] rief zu einer Versöhnung der Völker in Nahost auf. [Die Zeit, 23.12.2010 (online)]
Es gab Feindschaften und Zerwürfnisse, immer wieder […] auch gegenseitigen Respekt und Versöhnung. [Spiegel, 24.03.2010 (online)]
So kam es, dass Joseph Roth weit über seinen Tod hinaus »schrieb«: Vieles erschien erst posthum, darunter die »Legende vom heiligen Trinker«, die sich liest wie die Versöhnung mit dem eigenen Schicksal. [Süddeutsche Zeitung, 22.04.2003]
Den Stoff des Werks bildet ein vom Zwist mit seinem Vater geprägter Lebensabschnitt des Autors, der mit der Versöhnung Ende August 1917 endete. [Hijiya-Kirschnereit, Irmela: Selbstentblößungsrituale, Wiesbaden: Steiner 1981, S. 158]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

versöhnen · versöhnlich · Versöhnung
versöhnen Vb. älter versühnen ‘einen Streit zwischen Gegnern schlichten, Frieden zwischen jmdm. (sich) und anderen stiften’, ahd. firsuonen ‘sühnen, ausgleichen’ (9. Jh.), mhd. versüenen, versuonen, (md.) versūnen ‘sühnen, gutmachen, ausgleichen, stillen’, mnd. vorsȫnen, versoenen, vorsuͤnen, mnl. versoenen, versuenen, nl. verzoenen sind verstärkende Präfixbildungen zu dem unter ↗Sühne (s. d.) behandelten Verb sühnen. Der Wandel des Tonvokals von üe zu ö (vor n) vollzieht sich zufrühst im Obd. (14. Jh.); in anderen Fällen dürfte ö (z. B. bei Luther, neben ü) auf nd. Einfluß zurückgehen. Poetische Sprache bewahrt versühnen bis ins 19. Jh. versöhnlich Adj. ‘bereit, sich zu versöhnen, nicht nachtragend, vermittelnd’ (Ende 15. Jh., versünlich). Versöhnung f. mhd. versüenunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aussöhnung · ↗Verständigung · Versöhnung  ●  ↗Konziliation  geh., lat.
Assoziationen
Antonyme
  • Versöhnung

Typische Verbindungen zu ›Versöhnung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Versöhnung‹.

Zitationshilfe
„Versöhnung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vers%C3%B6hnung>, abgerufen am 04.06.2020.

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