Verschleiß, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Verschleißes · Nominativ Plural: Verschleiße · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ver-schleiß
Wortbildung  mit ›Verschleiß‹ als Erstglied: ↗Verschleißfestigkeit · ↗verschleißarm · ↗verschleißfest · ↗verschleißfrei
 ·  mit ›Verschleiß‹ als Letztglied: ↗Kräfteverschleiß
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Abnutzung, Verbrauch von etw. durch seinen Gebrauch
a)
Abnutzung von Gegenständen, durch die ihr Gebrauchswert gemindert wird
Beispiele:
der materielle, physische, technische Verschleiß ergibt sich vor allem aus der Nutzung des Gegenstandes und der Qualität seiner Bedienung
der natürliche Verschleiß wird beeinflusst durch klimatische Bedingungen, den Standort und die Qualität der Konstruktion des Gegenstandes
Ersatz des natürlichen Verschleißes von Bauwerken durch gründliche Reparaturen
dieser Betrieb hat einen großen Verschleiß an Transportmitteln, Material
diese Maschine unterliegt einem relativ raschen Verschleiß
wegen ihres natürlichen Verschleißes müssen alte Geldscheine nach und nach immer wieder durch neue ersetzt werden
umgangssprachlich, scherzhafter hat einen großen Verschleiß an Unterzeug
b)
Abnutzung der Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers, der menschlichen Kräfte
Beispiele:
der Verschleiß der Knochen, Gelenke, Bänder der Wirbelsäule
ständige nervliche Anspannung kann zu vorzeitigem Verschleiß der Gesundheit führen
2.
Kaufmannssprache Betrag der Abschreibung in der Bilanz
Beispiel:
wir zählen einen prozentualen Verschleiß hinzu
3.
österreichisch Kleinverkauf
Beispiel:
der Verschleiß von Postwertzeichen, Zeitungen in den Tabaktrafiken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verschleißen · schleißen · verschlissen · Verschleiß
verschleißen Vb. ‘durch häufigen Gebrauch abnutzen, verbrauchen’, ahd. firslīʒan (8. Jh.), mhd. verslīʒen ‘sich abnutzen, verderben, zugrunde gehen, bis zum Zerreißen abnutzen, verbrauchen’, asächs. farslītan, mnd. vorslīten, mnl. verslīten, nl. verslijten, aengl. forslītan sind mit verstärkendem Präfix (s. ↗ver-) gebildet zu (heute kaum noch üblichem) schleißen Vb. ‘sich schnell abnutzen, leicht zerreißen, (ab)spalten, abschälen, abreißen’, ahd. slīʒan ‘zerreißen’ (8. Jh.), mhd. slīʒen ‘spalten, (zer)reißen, abschälen, abnutzen, zerstören, zunichte machen’, asächs. aengl. slītan, mnd. mnl. slīten, nl. slijten, anord. slīta, schwed. slita (germ. *slītan); dazu das Kausativum ahd. (10. Jh.), mhd. sleiʒen ‘zerreißen, spalten’. Falls lit. skleĩsti ‘ausbreiten, ausdehnen, platzen, öffnen, zerfließen’ hier anzuschließen ist, kann von ie. *skleid- ausgegangen werden, einer i-Erweiterung mit Dental der unter ↗Schale1, ↗Schale2 (s. d.) aufgeführten Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’. verschlissen Part.adj. ‘abgenutzt, abgetragen’ (16. Jh.). Verschleiß m. ‘Abnutzung (durch Gebrauch), Verbrauch’ (20. Jh.), älter (so noch öst.) ‘Kleinverkauf’ (Anfang 19. Jh.), Verschliß, Verschließ ‘Verkauf, Vertrieb’ (18. Jh.); zu verschleißen ‘Waren im kleinen verkaufen’ (18. Jh., aus dem Mnd.), eigentlich ‘eine Menge in kleine Teile aufspalten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abnutzung · ↗Verbrauch · Verschleiß
Unterbegriffe
  • Reaktionsschichtverschleiß · Tribooxidation
  • Erosionsverschleiß · Furchverschleiß · abrasiver Verschleiß
  • False Brinelling · Muldenbildung · Riffelbildung · Stillstandsmarkierung
Assoziationen
  • Coulombsche Reibung · Festkörperreibung · Äußere Reibung
  • Obsoleszenz · Veralterung

Typische Verbindungen zu ›Verschleiß‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verschleiß‹.

Verwendungsbeispiele für ›Verschleiß‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schließlich hat mancher ja gerade bei Geschirr oft einen höheren Verschleiß.
Die Welt, 22.12.2005
Ich wechsle jeden Tag, dann ist der Verschleiß auch nicht so hoch.
Bild, 15.11.2002
Bei der Ausführung nach Bild 224 ist bei auftretendem Verschleiß keine Korrektur möglich.
Menges, Georg u. Mohren, Paul: Anleitung für den Bau von Spritzgießwerkzeugen, München: Hanser 1974, S. 201
Bei zu wenig Druck ist der Verschleiß der Reifen sehr groß.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 20
Das bedeutet einen komplizierteren Aufbau und damit zugleich höheren Verschleiß.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 237
Zitationshilfe
„Verschleiß“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verschlei%C3%9F>, abgerufen am 28.09.2020.

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