Versteck, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Versteck(e)s · Nominativ Plural: Verstecke
Aussprache
WorttrennungVer-steck (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Versteck‹ als Erstglied: ↗Versteckspiel
eWDG, 1977

Bedeutung

Ort, Platz, an dem etw., jmd. versteckt ist, versteckt werden kann, an dem man sich versteckt hat, verstecken kann, verborgene Stelle, Schlupfwinkel
Beispiele:
beim Ostereiersuchen fanden die Kinder die Verstecke sehr schwer
ich weiß ein unbekanntes Versteck, in dem uns niemand finden kann
das Tier kroch aus seinem unterirdischen, sicheren Versteck
die Kinder spielten (hinter den Büschen) Versteck
sie stöberten ihre Spielkameraden in ihren Verstecken auf, belauschten sie aus einem heimlichen Versteck
übertragen
Beispiel:
wir brauchen voreinander nicht Versteck zu spielen (= nichts zu verheimlichen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stecken · Stecker · Steckling · Steckbrief · Steckrübe · abstecken · anstecken · ansteckend · Ansteckung · aufstecken · bestecken · Besteck · verstecken · Versteck
stecken Vb. (transitiv) ‘stechend befestigen, an einen bestimmten Platz bringen, unterbringen’, (intransitiv) ‘haftenbleiben, festsitzen’ vereint in seiner mhd. Lautform zwei ehemals eigenständige Verben, einerseits das Kausativum ahd. stecken ‘anheften, annageln’ (9. Jh.), mhd. stecken ‘einstechend befestigen’ bzw. mnd. nd. mnl. sticken (mit älterer Vokalstufe, dadurch lautlich mit sticken ‘feine Muster einnähen’ zusammenfallend), andrerseits (mit expressiver Konsonantendoppelung) das Durativum ahd. steckōn (8. Jh.), mhd. stecken ‘eingestochen festhaften, sich befinden’, das seit dem 16. Jh. unter Einfluß von stechen zuweilen stark flektiert (vgl. der Brief stak im Kasten). Beide sind zu dem unter ↗stechen (s. d.) behandelten Verb gebildet. Stecker m. ‘wer oder was steckt’ (17. Jh.), ‘Geräteteil zur Herstellung elektrischer Kontakte’ (20. Jh.). Steckling m. ‘zum Anwurzeln in die Erde gestecktes Reis’ (18. Jh.), gebildet nach älterem Setzling (s. ↗setzen). Steckbrief m. ‘öffentliche Aufforderung zur Mithilfe bei der Ergreifung eines flüchtigen Täters mit dessen genauer Personenbeschreibung’ (16. Jh.), eigentlich wohl ‘Haftbefehl’, d. h. Anweisung, jmdn. ins Gefängnis zu stecken. Steckrübe f. Rübensorte, die als junge Pflanze verpflanzt (gesteckt) wird (16. Jh.). abstecken Vb. ‘abgrenzen (mit Pfählen), loslösen’ (16. Jh.), ‘mit Stecknadeln anpassen’ (20. Jh.). anstecken Vb. ‘an etw. befestigen, einen Brandsatz anbringen und dadurch in Brand setzen, ein Faß öffnen’, ahd. anasteckōn (11./12. Jh.), mhd. anestecken ‘anzünden, ein Faß öffnen’ (mnd. ansticken, s. oben); bildlich ‘(Krankheiten) zündstoffartig mitteilen, (sich) infizieren’ (16. Jh.); ansteckend Part.adj. ‘infizierend’ (17. Jh.); Ansteckung f. ‘Infektion’ (17. Jh.), älter ‘Entzündung von Feuer’ (15. Jh.). aufstecken Vb. ‘hochstecken, oben anbringen, aufsetzen’, mhd. ūfstecken; übertragen ‘etw. aufgeben, auf etw. verzichten’ (19. Jh.), jmdm. ein Licht aufstecken ‘jmdm. etw. klarmachen, ihn aufklären’ (17. Jh.). bestecken Vb. ‘steckend mit etw. versehen, hineinstecken’, ahd. bistecken ‘hineinstecken’ (11. Jh.), mhd. bestecken ‘bedecken, festsetzen, steckenbleiben’. Besteck n. ‘was zusammengesteckt ist’, z. B. ‘(zur Zierde) Aufgestecktes’ am Helm oder Degen (16. Jh.), ‘Messer, Gabel, Löffel’ als zusammengehörender (ehemals in einem Futteral befindlicher) Satz (17. Jh.), ‘Futteral, Etui für Werkzeuge und sein Inhalt’ (18. Jh.). verstecken Vb. ‘verbergen’ (16. Jh.); vgl. ahd. firstecken ‘verstopfen’ (Hs. 13. Jh.), mhd. verstecken ‘ersticken machen’; Versteck n. ‘heimlicher Aufbewahrungsort’ (18. Jh.), mnd. (in der Seemannssprache) vorstecke ‘Hinterhalt, geheime Absicht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Unterschlupf · ↗Unterstand · Versteck · geheimes Lager  ●  ↗Schlupfwinkel  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Diebesgut Entführer Entführte Geiselnehmer Hinterhaus Höhle Kidnapper Leich Minotaurus Preisgabe Versteck Waffenlager aufspüren aufstöbern ausheben geheim hervorholen hervorkommen hervorlocken hervorwagen ideal kriechen preisgeben raffiniert stürmen unterirdisch vermutet verraten wechselnd überleben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Versteck‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor dem SES wird nun ein Verstecken kaum noch möglich sein.
Der Tagesspiegel, 16.12.1999
Aber nichts dergleichen passiert, es wird ein gelungenes Fest, Paare finden sich, und überall gibt es genügend Verstecke, aus denen sie beobachtet werden können.
Süddeutsche Zeitung, 26.10.1996
Ihr bringt sie in eure Verstecke, und dann geben wir euch drei Tage Zeit.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 404
Deswegen waren zahlreiche besonders wertvolle technische Geräte in sehr schwer auffindbaren Verstecken geblieben.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 153
Müßte er nicht an die nächsten Stunden denken, an die Nacht, an ein sicheres Versteck?
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 477
Zitationshilfe
„Versteck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Versteck>, abgerufen am 15.12.2018.

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