Verstellung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Verstellung · Nominativ Plural: Verstellungen
Aussprache
WorttrennungVer-stel-lung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Verstellung‹ als Erstglied: ↗Verstellungskunst
eWDG, 1977

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von verstellen (Lesart 3 a. b. 4 u. 5)
entsprechend der Bedeutung von verstellen (Lesart 4)
Beispiel:
trotz Verstellung seiner Stimme wurde er schnell erkannt
entsprechend der Bedeutung von verstellen (Lesart 5)
Beispiele:
ich merkte bald, dass sein Lächeln nur Verstellung war
er ließ die Verstellung fahren und gab sich zu erkennen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stellen · Stelle · Stellmacher · Stellvertreter · Stellung · Stellage · abstellen · anstellen · Angestellter · Anstellung · ausstellen · Ausstellung · bestellen · entstellen · herstellen · wiederherstellen · Hersteller · Herstellung · nachstellen · verstellen · Verstellung · vorstellen · Vorstellung
stellen Vb. ‘an einem Ort zum Stehen bringen, aufstellen’, ahd. stellen (8. Jh.), mhd. stellen, stallen (Prät. mit Rückumlaut ahd. stalta, mhd. stalte, s. auch ↗Anstalt, ↗Gestalt), asächs. stellian ‘hinstellen’, mnd. mnl. nl. stellen, aengl. stellan sind im Sinne von ‘an einem Standort aufstellen’ gebildet zu germ. *stalla- ‘Standort, Platz’ (s. ↗Stall). Stelle f. ‘Ort, Platz, Amt, Behörde’, Rückbildung des 16. Jhs. aus dem Verb, eigentlich ‘Platz, Ort, wo etw. steht’; vgl. mhd. himelstelle ‘Stelle, Sitz im Himmel, Himmelsthron’. Stellmacher m. ‘wer Gestelle für Wagen herstellt’, spätmhd. (omd.) stellemacher, im Nordd. und Omd. verbreitet, zum ja-Stamm Stell n. ‘Gestell’ (frühnhd. bis ins 17. Jh., noch mundartlich im Nordd.), vgl. ahd. -stelli in forastelli ‘Stuhlverstopfung’ (um 1100); s. auch ↗Bettgestell. Stellvertreter m. ‘wer im Auftrag und Namen eines anderen handelt’ (17. Jh.). Stellung f. ‘das Stellen, Körperhaltung, Stand, Anordnung, Lage, Amt, Posten, militärisch befestigter Punkt bzw. Abschnitt’, mhd. stallunge, stellung; vgl. stellungslos (Ende 19. Jh.). Stellage f. ‘Gerüst, Gestell’, Übernahme (16. Jh.) von nl. stellage ‘Bau- oder Schaugerüst’, einer Bildung mit frz. Endung zu mnl. stellen (s. oben). abstellen Vb. ‘etw. abschaffen, beseitigen’ (15. Jh.), ‘niedersetzen’ (16. Jh.), ‘außer Betrieb setzen, abschalten, auf etw. abzielen’ (18. Jh.). anstellen Vb. ‘nahe woran stellen, lehnen, in eine Stelle, ein Amt einsetzen, bewerkstelligen, unternehmen, anstiften, zum Fließen, Strömen bringen’, reflexiv ‘sich anreihen’, mhd. anestellen ‘einstellen, aufschieben’; Angestellter m. ‘in einem abhängigen Arbeitsverhältnis Stehender’ (Anfang 19. Jh.); Anstellung f. ‘Arbeitsverhältnis, Arbeitsplatz’ (19. Jh.), ‘Einrichtung, Anordnung, Bewirkung’, auch ‘Aufschub’ (15. Jh.), Anstellung machen (17. Jh.) für älteres Anstalt(en) machen (s. ↗Anstalt). ausstellen Vb. ‘anfertigen, öffentlich zur Schau stellen, bemängeln, kritisieren’, auch ‘hinausstellen’ (15. Jh.); Ausstellung f. ‘öffentliches Zurschaustellen einer Sammlung o. ä., Ausfertigung, Bemängelung’ (17. Jh.). bestellen Vb. ‘in Auftrag geben, anfordern, bearbeiten, (eine Botschaft) ausrichten’, ahd. bistellen ‘besetzen, bekränzen’ (9. Jh.), mhd. bestellen ‘von allen Seiten umstellen, besetzen, einsäumen, einstellen, anordnen, besorgen, instand setzen’. entstellen Vb. ‘verunstalten’, mhd. entstellen, auch reflexiv ‘sich verstellen’, eigentlich ‘aus der rechten Stellung oder Form bringen’. herstellen Vb. ‘an einen bestimmten Platz stellen, restaurieren, anfertigen, produzieren’ (16. Jh.); wiederherstellen Vb. ‘in den alten Zustand versetzen, ausbessern, reparieren’ (18. Jh.); Hersteller m. ‘Produzent’ (19. Jh.), anfangs auch ‘Restaurator’; Herstellung f. ‘das Anfertigen, Produktion, Verlagsabteilung für typographische Gestaltung und Kalkulation der Bücher’ (19. Jh.). nachstellen Vb. ‘auflauern, verfolgen’ (16. Jh.; eigentlich Schlingen, Fallen stellen). verstellen Vb. ‘verbarrikadieren, an einen anderen Platz stellen, falsch stellen’, übertragen (reflexiv) ‘sich anders geben, als man ist, etw. vortäuschen’, mhd. verstellen ‘zum Stehen bringen, im Fließen aufhalten, (sich) verwandeln, verunstalten, unkenntlich machen’; Verstellung f. ‘Umstellung, Verunstaltung, (Vor)täuschung’ (15. Jh.). vorstellen Vb. ‘nach vorn stellen, bekannt machen’, reflexiv ‘sich ein geistiges Bild machen’ (16. Jh.); Vorstellung f. ‘das Bekanntmachen, geistiges Bild, Idee, Aufführung, Einwand, Vorhaltung’ (um 1600).

Thesaurus

Synonymgruppe
Heuchelei · ↗Hypokrisie · Verstellung · ↗Vortäuschung
Synonymgruppe
Angeberei · ↗Schauspielerei · Verstellung  ●  ↗Show  fig. · ↗Theater  fig.
Assoziationen
  • (etwas) heucheln · ↗(sich) geben · ↗(sich) verstellen · machen auf · nur so tun · ↗schauspielern · sich (irgendwie) stellen · ↗simulieren · so tun als wäre man (...) · ↗vorgeben (etwas zu sein) · ↗vortäuschen  ●  (sich) ein ... Mäntelchen umhängen  fig. · so tun als ob  Hauptform · (eine) Show abziehen  ugs. · ↗markieren  ugs. · so tun als sei man (...)  geh.
  • (den) Anschein erwecken · (den) Eindruck erwecken (als sei ...) · (die) Illusion erwecken · ↗(etwas) vorgaukeln · ↗(etwas) vorspiegeln · ↗(etwas) vorspielen · ↗(etwas) vortäuschen · (sich) (den) Anschein geben · blauen Dunst vormachen · so tun als ob  ●  ↗(etwas) inszenieren  geh.
  • Dramatisierung · ↗Übersteigerung · ↗Übertreibung
  • Effekthascherei · ↗Mätzchen · billige Tour · durchsichtiges Manöver
  • Schein... · fingiert · ↗gekünstelt · geschauspielert · gestellt · in Szene gesetzt · inszeniert · nicht echt · simuliert · vorgegaukelt · vorgespielt · vorgetäuscht · zur Schau getragen  ●  aufgesetzt  ugs. · markiert  ugs.
  • (ein) Geschrei erheben · Krawall machen · Randale machen · Unmut äußern · Zorn äußern · ein großes Palaver veranstalten · ↗fluchen · ↗geifern · ↗herumschreien · ↗keifen · lautstark protestieren · nicht zu beruhigen sein · ↗poltern · ↗schimpfen · ↗zetern  ●  (die) Welle machen  ugs. · (eine) Szene machen  ugs. · (einen) (mächtigen) Wirbel veranstalten  ugs. · (einen) Riesenaufstand machen  ugs. · (einen) Zwergenaufstand veranstalten  ugs. · (he)rumpalavern  ugs. · (mächtig) auf den Putz hauen  ugs. · fluchen wie ein Bierkutscher  ugs. · fluchen wie ein Droschkenkutscher  ugs. · fluchen wie ein Fischweib  ugs. · herumzetern  ugs. · keifen wie ein Fischweib  ugs. · ↗motzen  ugs. · rumschreien  ugs. · schimpfen wie ein Fischweib  ugs. · schimpfen wie ein Rohrspatz  ugs. · ↗schnauzen  ugs. · ↗wettern  ugs.
  • (in der Öffentlichkeit) inszenieren · (öffentlich) in Szene setzen · Aufsehen erregen  ●  (eine) Szene machen  ugs.
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenspiegel Betrug Einlassnockenwelle Enthüllung Fensterheber Fähigkeit Genie Heuchelei Kunst List Lüge Maske Meister Neigung Schein Sitz Taktik Trick Täuschung Verkleidung Verrat Virtuose Vordersitz Zwang durchschauen elektrisch listig stufenlos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verstellung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Weg zur wahren Empfindung führt über Verstellung, Lüge, Betrug.
Süddeutsche Zeitung, 26.06.2000
Es war nicht auffällig, nicht außergewöhnlich, die halbe Party hielt nicht inne, wenn sie es herausließ, aber es war ehrlich, so völlig ohne Verstellung.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 237
Es geht also immer um ein Spiel mit Illusionen, und auch Schreiben ist ja ein Akt der Verstellung.
Der Tagesspiegel, 17.11.1998
Die Kunst der Verstellung, von der hier erstmals die Rede ist, hängt unmittelbar mit der zynischen Wendung eines gewalttätigen Bewußtseins gegen den anderen zusammen.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 633
Mit List und Verstellung sucht sie ihr Ziel zu erreichen.
Fath, Rolf: Werke - I. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 6413
Zitationshilfe
„Verstellung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verstellung>, abgerufen am 22.01.2019.

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