Verteidigungspolitik, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Verteidigungspolitik · Nominativ Plural: Verteidigungspolitiken · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ver-tei-di-gungs-po-li-tik
Wortzerlegung VerteidigungPolitik
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2020

Bedeutung

die Landesverteidigung betreffende Politik
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine gemeinschaftliche, gemeinsame, europäische, eigenständige, unabhängige, autonome, defensive Verteidigungspolitik
als Akkusativobjekt: die Verteidigungspolitik koordinieren, entwickeln, vorantreiben
in Präpositionalgruppe/-objekt: eine Debatte über die Verteidigungspolitik [lostreten]; eine Wende in der Verteidigungspolitik [einleiten]; eine Zusammenarbeit, Kooperation in der Verteidigungspolitik [anstreben]
mit Genitivattribut: die Verteidigungspolitik der Europäer, der Bundesrepublik, der Regierung, des Landes
in Koordination: Außenpolitik, Sicherheitspolitik und Verteidigungspolitik
als Genitivattribut: die Renationalisierung, Koordinierung, Stärkung, Entwicklung, Zukunft, der Bereich, Ausbau der Verteidigungspolitik
Beispiele:
In der Verteidigungspolitik soll Spanien sich [nach Ansicht der neuen Regierung] auch in die militärische Kommandostruktur der Nato eingliedern; im Jahre 2001 soll die Wehrpflicht abgeschafft sein und Spanien ein Berufsheer haben. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.1996]
Erstmals forderte [Frankreichs Präsident] Macron in seiner Rede an der Pariser Sorbonne 2017 eine stärker integrierte Verteidigungspolitik der EU. Sie sollte einen gemeinsamen Verteidigungsfonds, eine gemeinsame Eingreiftruppe und einen Ausbau der sogenannten Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit beinhalten, bei der sich jeweils mehrere EU‑Länder freiwillig bereit erklären, bestimmte Projekte voranzutreiben. Langfristiges Ziel ist der Aufbau einer echten Verteidigungsunion. [Welt am Sonntag, 25.11.2018, Nr. 47]
Japans Ministerpräsident Shinzo Abe strebt eine Wende in der bisher strikt defensiv ausgerichteten Verteidigungspolitik an. Soldaten sollen auch in Auslandskampfeinsätze entsandt werden können. [Der Standard, 31.08.2015]
Soviel ist klar: Eine gemeinsame europäische Verteidigungspolitik würde die Nato nicht ersetzen, sondern ergänzen. Das Bündnis wird das Fundament unserer kollektiven Sicherheit bleiben. Eine gemeinsame Verteidigungspolitik in Europa müssen wir diskutieren, um zu sehen, ob wir allein handlungsfähig sind, dann nämlich, wenn Amerika zum Engagement nicht bereit ist. [Die Zeit, 12.05.1999, Nr. 20]
In vier Anträgen zur westdeutschen Verteidigungspolitik forderte die [Hamburger] Grün‑Alternative Liste […], das [Landes-]Parlament solle die Hansestadt zur »atomwaffenfreien Zone« erklären, sich gegen öffentliche Rekrutengelöbnisse aussprechen und dafür sorgen, daß Frauen nicht in der Bundeswehr dienen müssen und in der Schule stärker zum Frieden erzogen werde. [Der Spiegel, 06.09.1982, Nr. 36]
Japan und Amerika werden laut der Deklaration sich gegenseitig über ihre Verteidigungspolitiken orientieren und über Stationierungskonzepte im voraus beraten. [Neue Zürcher Zeitung, 18.04.1996] ungewöhnl. Pl.

Typische Verbindungen zu ›Verteidigungspolitik‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verteidigungspolitik‹.

Zitationshilfe
„Verteidigungspolitik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verteidigungspolitik>, abgerufen am 22.09.2020.

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