Vertragsauslegung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Vertragsauslegung · Nominativ Plural: Vertragsauslegungen
Aussprache [fɛɐ̯ˈtʀaːksʔaʊ̯sleːgʊŋ]
Worttrennung Ver-trags-aus-le-gung
Wortzerlegung  Vertrag Auslegung
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

erläuternde oder ergänzende Feststellung des von den Vertragsparteien mutmaßlich gewollten, maßgeblichen rechtlichen Sinns eines (bestimmten Teils eines) Vertrages (im Streitfall)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die ergänzende Vertragsauslegung
Beispiele:
Bei unklaren Formulierungen entscheidet im Streitfall die Vertragsauslegung darüber, was die Parteien vermutlich bezwecken wollten. [Der Tagesspiegel, 20.05.2005]
Haben die Vertragsparteien einen Punkt nicht geregelt, so bleibt für die Gerichte meist nur die ergänzende Vertragsauslegung. Geht es um die Verteilung nicht geregelter Kosten, so bleibt zu prüfen, ob sich aus den vertraglichen Vereinbarungen im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung die Zuordnung zu Lasten einer Partei ergibt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2000]
Voraussetzung für eine ergänzende Vertragsauslegung sei eine Lücke im Regelungskonzept des Vertrags, die geschlossen werden müsse. [Mittelbayerische, 26.02.2020]
Es ist ein Programm, das traditionsbewussten Finanzpolitikern zwischen Berlin und München schlicht die Sprache verschlägt, denn es spottet so ziemlich allem, woran sie Zeit ihres Lebens in Sachen Geldpolitik geglaubt haben: Geldschwemme statt Knauserei, aktive Konjunkturförderung statt vornehmer Zurückhaltung, flexible Vertragsauslegung statt strikter Beachtung von Punkt und Komma. [Süddeutsche Zeitung, 21.01.2015]
Die Meinung der Gerichtsminderheit, die offenbar zu einer anderen Vertragsauslegung gekommen ist, wird nur den involvierten Parteien bekanntgegeben und ist bedauerlicherweise nicht Bestandteil des jüngst publizierten Urteils. [Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2014]
Österreich habe den italienischen Vorschlag, die Angelegenheit vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen, nicht aus Zweifel an seinem Recht, sondern deshalb abgelehnt, weil es sich nicht damit einverstanden erklären könne, daß die Südtirol‑Frage ausschließlich eine Frage der Vertragsauslegung und sonst nichts sei. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1960]]

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Zitationshilfe
„Vertragsauslegung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vertragsauslegung>, abgerufen am 16.10.2021.

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