Vertrauen, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Vertrauens · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungVer-trau-en (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

fester Glaube daran, dass man sich auf jmdn., etw. verlassen kann, dass jmd., etw. zuverlässig ist, Zuversicht
Beispiele:
ein festes, starkes, unbegrenztes, grenzenloses, bedingungsloses, unbedingtes, unerschütterliches, blindes Vertrauen
mein Vertrauen wurde durch diesen Vorfall erschüttert, zerstört, enttäuscht
sie hat kein rechtes Vertrauen mehr zu ihm
zu seinem Plan hatte ich nur wenig Vertrauen
du musst mehr Vertrauen zu dir selbst haben, bekommen
das Vertrauen in die eigenen Kräfte und Fähigkeiten
der Kandidat besitzt unser volles Vertrauen
es bestand gegenseitiges Vertrauen zwischen meinem Freund und mir
diese Frau erweckte Vertrauen, flößte Vertrauen ein
jmdm. (sein) Vertrauen schenken, entgegenbringen
sein Vertrauen auf, in jmdn. setzen (= jmdm. vertrauen)
jmdm. das Vertrauen aussprechen, entziehen
jmds. Vertrauen gewinnen, genießen, verdienen, erringen, missbrauchen
wir haben unser Vertrauen zu ihm verloren
jmdn. ins Vertrauen ziehen (= jmdm. etw. anvertrauen)
er hat das in ihn gesetzte Vertrauen missbraucht, gerechtfertigt
sich [Dativ] das Vertrauen der Vorgesetzten verscherzen
sich in jmds. Vertrauen einschleichen
ein Klima, eine Atmosphäre des Vertrauens schaffen
das Vertrauen der Patienten zu ihrem Arzt
das wachsende Vertrauen der werktätigen Massen zur Partei
die Regierung war von dem Vertrauen der Bevölkerung getragen
er sah sie voll Vertrauen (= vertrauensvoll) an
sie nahm die Aufgabe voll Vertrauen auf sich
sie schauten voll Vertrauen in die Zukunft
im Vertrauen (= unter uns, unter dem Siegel der Verschwiegenheit) gesagt ...
ein Wort im Vertrauen
Vertrauen gegen Vertrauen
er fragte mich im Vertrauen
im Vertrauen (= vertrauend) auf seine Verschwiegenheit habe ich ihm die Geschichte erzählt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trauen · Traute · Trauung · Trauring · Trauzeuge · betrauen · vertrauen · vertraut · Vertrauen · vertraulich · anvertrauen · zutrauen · Zutrauen · zutraulich
trauen Vb. ‘keine Vorbehalte, kein Mißtrauen haben, Glauben schenken, ehelich verbinden, verheiraten’, refl. ‘wagen, etw. zu tun, den Mut zu etw. haben’, ahd. trū(w)ēn ‘(ver)trauen, glauben, hoffen, zutrauen’ (um 900; vgl. fir-, gitrū(w)ēn, um 800), mhd. trūwen ‘Zuversicht haben, hoffen, glauben, trauen, sich getrauen, (an)vertrauen, ehelich verloben, (an)trauen’ (daneben mit ungeklärtem Umlaut mhd. triuwen, nhd. treuen bis 16./17. Jh.), asächs. trūon ‘vertrauen’, mnd. trūwen ‘(ver)trauen, ehelich verbinden’, mnl. betrūwen ‘vertrauen’, aengl. trūwian (daneben trēowian als Ableitung von trēow f.), engl. (älter) to trow, anord. trūa ‘vertrauen, glauben’, schwed. tro ‘glauben, trauen’, ablautend got. trauan ‘(ver)trauen’. Das gemeingerm., teilweise intervokalisches w aufweisende Verb ist gebildet zu den Ablautformen ie. *drū- bzw. (für das Got.) *drōu̯- der unter ↗treu (s. d.) genannten Wurzel, zeigt also ähnliche Lautformen und Lautentwicklungen wie ↗bauen (s. d.). Die Ausgangsbedeutung ist ‘fest, treu (in seinem Verhalten, seiner Meinung) sein’. Aus im Ahd. und Mhd. geläufigem ‘glauben, hoffen, zutrauen’ entwickelt sich ‘vertrauen, Glauben schenken’; ‘zuversichtlich hoffen’ geht bei reflexivem Gebrauch über zu ‘wagen, riskieren’ (16. Jh.). Seit dem 13. Jh. steht trauen für ‘ehelich verbinden’, d. h. ‘dem Manne zur Frau geben’, eigentl. ‘anvertrauen’. Zu sich trauen ‘den Mut zu etw. haben’ die umgangsprachliche Abstraktbildung Traute f. ‘Mut’ (berlin., Ende 19. Jh.). Trauung f. ‘Eheschließung’ (2. Hälfte 16. Jh.), mnd. trūwinge (um 1420); vgl. spätmhd. trūunge ‘Vertrauen’. Trauring m. (16. Jh.). Trauzeuge m. (Ende 18. Jh.). betrauen Vb. ‘jmdm. die Ausführung und Angelegenheit vertrauensvoll übertragen’ (17. Jh.), älter ‘vertrauen’, auch ‘sich verloben, heiraten’ (16. Jh.). vertrauen Vb. ‘sich worauf verlassen, fest glauben’, älter ‘anvertrauen’, ahd. firtrū(w)ēn (um 800), mhd. vertrūwen, vertriuwen ‘(ver)trauen, anvertrauen, versprechen, geloben, (sich) verloben oder vermählen, kirchlich trauen’; vertraut Part.adj. ‘beherzt, zuversichtlich, zuverlässig’ (16. Jh.), ‘eng befreundet, gut bekannt’ (17. Jh.); Vertrauen n. ‘fester Glaube an jmds. Zuverlässigkeit und Treue, Zuversicht’ (15. Jh.); vertraulich Adj. ‘nicht für die Allgemeinheit bestimmt, offenherzig, vertraut’ (16. Jh.). anvertrauen Vb. ‘vertrauensvoll übergeben, in Obhut geben, vertraulich, im geheimen mitteilen’, refl. ‘sich vertrauensvoll an jmdn. wenden’ (16. Jh.), zuerst im Sinne von ‘zutrauen, vertrauen’. zutrauen Vb. ‘von jmdm. glauben, daß er die Fähigkeiten, Eigenschaften für etw. besitzt’ (16. Jh.), früher auch ‘anvertrauen’; Zutrauen n. ‘Glaube an jmds. Fähigkeiten und Zuverlässigkeit’ (18. Jh.); zutraulich Adj. ‘voller Zutrauen, vertrauend’ (18. Jh.).
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Assoziationen
  • (jedes) kleinste Hoffnungszeichen · Fünkchen Hoffnung · Hoffnungsfunken · Hoffnungsfünkchen · Hoffnungsschimmer
  • Fortentwicklung · Fortschritt · Progress · Quantensprung  ugs. · Schritt nach vorne · Verbesserung · großer Sprung nach vorn
  • (fest) glauben an · (sich) verlassen auf · große Hoffnungen setzen in · setzen auf · sich viel versprechen von · viel erwarten von
  • Hoffnungsschimmer · Hoffnungsstrahl · Lichtblick · Lichtstreif am Horizont · Lichtstreifen am Horizont · Silberstreif am Horizont · Silberstreifen am Horizont · erfreuliche Aussichten · gute Aussichten
  • in die Zukunft schauen · nach vorne gehen · nach vorne schauen · nicht zurückschauen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er verlangte von ihnen das Vertrauen in seine guten Absichten.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 16
Wir fordern euch vielmehr auf, zu euch selbst Vertrauen zu haben.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 0
Die Wirtschaft hat wieder Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Ihres Landes.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1985]
Und daß man dies weiß, stabilisiert wiederum das auf Vertrauen gegründete soziale System.
Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 172
Um dieses Vertrauen möchte ich am Schluß meiner Ausführungen bitten.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 04.03.1926
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anleger Bevölkerung Bürger Investoren Verbraucher ausgesprochen blindes entgegenbringen entzogen erschüttert fassen gegenseitigen genießt gewinnen herzustellen mangelndes rechtfertigen schenken schwindet stärken uneingeschränktes untergraben verloren verlorenes verspielt volles werben wiederherzustellen zerstört zurückzugewinnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vertrauen‹.