Vertrauensvorschuss, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vertrauensvorschusses · Nominativ Plural: Vertrauensvorschüsse · wird selten im Plural verwendet
Aussprache [fɛɐ̯ˈtʀaʊ̯ənsˌfoːɐ̯ʃʊs]
Worttrennung Ver-trau-ens-vor-schuss
Wortzerlegung VertrauenVorschuss
Ungültige Schreibung Vertrauensvorschuß
Rechtschreibregeln § 2, § 25 (E1)
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2020

Bedeutung

Vertrauen, das man in jmdn., etw. setzt, ohne schon zu wissen, ob es gerechtfertigt ist
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein großer, enormer, riesiger, gewaltiger, erheblicher, ungeheurer Vertrauensvorschuss
als Akkusativobjekt: einen Vertrauensvorschuss verspielen, genießen, verdienen, einräumen, entgegenbringen, gewähren, bekommen, erhalten
in Präpositionalgruppe/-objekt: jmdn., etw. mit einem Vertrauensvorschuss ausstatten; jmdn. um einen Vertrauensvorschuss bitten; mit einem Vertrauensvorschuss starten; von einem Vertrauensvorschuss profitieren
mit Genitivattribut: ein Vertrauensvorschuss der Bürger, Wähler
Beispiele:
Daher [weil längere Arbeitsverhältnisse angestrebt werden] liegt es im Interesse des Unternehmers, den Mitarbeitern Vertrauensvorschüsse zu geben und im Interesse des Mitarbeiters, diesen Vorschuß durch Loyalität zu rechtfertigen. Fairneß, Loyalität und Vertrauen in langfristigen Arbeitsbeziehungen lohnen sich für beide Partner. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2001]
Der Bundeskanzler erklärte [nach der gewonnenen Bundestagswahl], er sei sich des hohen Vertrauensvorschusses der Wähler bewußt; die daran geknüpften Erwartungen gelte es nun zu erfüllen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1990]]
Nach jahrelangem Zögern beim Aufbau der digitalen Verwaltung verspielt die Bundesregierung ihren Vertrauensvorschuss bei den Bürgern in Deutschland. […] So kommt die Initiative D21 [ein Netzwerk für die digitale Gesellschaft] […] zu dem Ergebnis, dass die Nutzung digitaler Verwaltungsangebote in Deutschland zurückgeht. [Die Welt, 06.11.2018]
Der Dollar verlor gar weiter an Wert gegenüber der Mark, genau das Gegenteil einer Flucht aus den Vorgängern des Euro war zu beobachten. Ein gutes Zeichen. […] Knapp acht Monate vor dem Start der Währungsunion genießt die gemeinsame Währung bei den Profis unverändert einen Vertrauensvorschuß. [Die Zeit, 07.05.1998, Nr. 20]
Die Siegermächte des zweiten Weltkrieges haben, indem sie [das wiedervereinigte] Deutschland in die Souveränität entlassen, den Deutschen einen Vertrauensvorschuß eingeräumt. Ihn, wie schon zweimal in diesem Jahrhundert, zu verspielen, würde die Geschichte nicht verzeihen. [Neues Deutschland, 13.09.1990]
Zitationshilfe
„Vertrauensvorschuss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vertrauensvorschuss>, abgerufen am 29.11.2020.

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