Verunsicherung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Verunsicherung · Nominativ Plural: Verunsicherungen
Aussprache  [fɛɐ̯ˈʔʊnzɪçəʀʊŋ]
Worttrennung Ver-un-si-che-rung
Wortzerlegung  verunsichern -ung
Wahrig und ZDL

Bedeutung

Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine große, allgemeine, tiefe, erhebliche, starke, zunehmende Verunsicherung
als Akkusativobjekt: eine Verunsicherung auslösen, spüren, schüren; sich die Verunsicherung (nicht) anmerken lassen
als Aktivsubjekt: es gibt, herrscht eine Verunsicherung
in Präpositionalgruppe/-objekt: für Verunsicherung sorgen; zu einer Verunsicherung führen; von einer Verunsicherung sprechen
mit Genitivattribut: eine Verunsicherung der Verbraucher, der Bevölkerung
in Koordination: Angst und Verunsicherung
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Verunsicherung in der Bevölkerung; die Verunsicherung an den (Finanz-)Märkten; die Verunsicherung bei den Verbrauchern, Kunden
a)
Gefühl des Selbstzweifels (und der Angst vor schwindender Sicherheit), besonders in Bezug auf das eigene Denken und Handeln; das Verunsichertwerden, Verunsichertsein
Beispiele:
In Wirklichkeit sind die Teen‑Jahre eine Zeitspanne mit grosser Verunsicherung, körperlicher und psychischer Transformation, mit Stress bei Berufswahl und Ausbildung[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2008]
Von der »Verunsicherung vieler Gläubiger« und einer »großen Verwirrung« ist in dem Schreiben die Rede, das dem Papst schon im September persönlich zugestellt worden sein soll. [Die Zeit, 27.11.2016]
Ihre starren Augen lassen sich keine Verunsicherung anmerken. [Guido Rohm – Aus der Pathologie, 22.04.2011, aufgerufen am 14.04.2020]
Und dies [das Zerstören von Grundfesten der Lebensplanung] könne zu Verunsicherungen und in der Folge auch zu psychischen Störungen wie Angsterkrankungen oder Depressionen führen. [Der Standard, 08.07.2005]
Die Opfer [von Missbrauch in der Familie] leiden oft jahrelang unter verringertem Selbstwertgefühl, Scham‑ und Schuldgefühlen und Verunsicherung der Identität. [Frankfurter Rundschau, 28.03.1998]
b)
mangelnde Zuversicht, Ungewissheit, besonders hinsichtlich gesellschaftlicher, wirtschaftlicher oder politischer Verhältnisse; das Verunsichertwerden, Verunsichertsein
Beispiele:
Der als unkontrolliert wahrgenommene Zustrom Hunderttausender Flüchtlinge, die [2015] zum Teil unregistriert und unkontrolliert einreisten, löste in der Bevölkerung große Verunsicherung aus. [Die Welt, 20.06.2019]
Wenn es uns gelingt, der Angst Hoffnung, der Verunsicherung Zuversicht und der Verzagtheit Tatkraft entgegenzustellen, kann die liberale Demokratie gestärkt aus ihrer derzeitigen Krise hervorgehen. [Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2017]
»Ein Bruch der Region [Katalonien] mit dem spanischen Staat würde für beide Seiten tiefe Einschnitte bedeuten und zu Verunsicherungen in der stark exportorientierten Wirtschaft führen«[…]. [Der Spiegel, 02.10.2017 (online)]
In den vergangenen Wochen waren Millionen von Eiern mit Fipronil‑Spuren auch nach Deutschland gelangt, was zu einer großen Verunsicherung bei Verbrauchern führte. [Der Spiegel, 23.08.2017 (online)]
Die deutschen Maschinenbauer bleiben trotz der allgemeinen Verunsicherung durch die europäische Schuldenkrise zuversichtlich. [Die Zeit, 23.10.2012 (online)]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Bedenken · Ungewissheit · Unsicherheit · Verunsicherung · Zweifel · Zwiespalt  ●  Hader  geh., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Verunsicherung‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verunsicherung‹.

Zitationshilfe
„Verunsicherung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verunsicherung>, abgerufen am 20.01.2022.

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