Verwesung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungVer-we-sung (computergeneriert)
Wortzerlegungverwesen-ung
Wortbildung mit ›Verwesung‹ als Erstglied: ↗Verwesungsbakterie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verwesen · Verwesung · verweslich
verwesen Vb. ‘sich zersetzen, verfaulen, vermodern’ (um 1500; im 16./17. Jh. vereinzelt auch transitiv) ist anzuschließen an ahd. firwesane ‘alt werden’ (Hs. 12. Jh.; vgl. auch irwesanēn ‘alt werden, verwelken’, 9. Jh., wesanēn ‘welk, kraftlos werden, verwelken, welk, schlaff, matt sein’, 10. Jh.). Dieses führt wie aengl. wisnian, (mit grammatischem Wechsel) weornian ‘vertrocknen, verwelken’, anord. visna, schwed. vissna ‘welken’ und das zugehörige stark gebildete Part.adj. ahd. wesan ‘morsch’ (um 900), anord. visinn, schwed. vissen ‘welk, dürr’ mit lat. viēscere ‘verwelken, verschrumpfen’, viētus ‘welk, eingeschrumpft’, lit. výsti ‘welken’ auf eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *u̯ei- ‘welken’, wozu auch air. fēo (aus *u̯i-u̯o-) ‘welk’. Starke Formen (besonders frühnhd.) stehen unter dem Einfluß von mhd. verwesen ‘zunichte werden, vergehen’, transitiv auch ‘aufbrauchen’, ahd. firwesan ‘verbrauchen, vergeuden, Nutzen ziehen’ (10. Jh., älter ‘vertreten, rechtfertigen’, s. ↗Verweser), einer Präfixbildung zu ahd. wesan, mhd. wesen ‘sein’ (s. ↗Wesen). Vgl. Seebold in: Anglia 84 (1966) 7 f. Verwesung f. mhd. verwesunge ‘Untergang, Verfall’, seit dem 16. Jh. vor allem vom Zersetzungsprozeß organischer Stoffe. verweslich Adj. ‘der Verwesung ausgesetzt’ (16. Jh.); vgl. verweselich (Luther).

Thesaurus

Biologie, Medizin
Synonymgruppe
Fäulnis · ↗Moder · ↗Verfall · Verwesung  ●  ↗Putrefaktion  lat. · ↗Putreszenz  lat.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dreck Duft Eiter Exkrement Fäulnis Geruch Gestank Hauch Keim Leich Leiche Leichnam Schlamm Stadium Stätte Tod Verfall Wurm Zerfall Zustand beginnend einsetzend fortgeschritten fortschreiten fortschreitend münden riechen stinken verzögern übergehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verwesung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Du musst die eigene Verwesung akzeptieren, um leben zu können.
Der Tagesspiegel, 19.07.2004
Setzt aber nicht die Verwesung - wenn ich so direkt fragen darf - schon vorher ein?
C't, 2001, Nr. 22
Denn alle, die heute leben, stinken schon in der Verwesung und sind wie tanzendes Aas.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Nach einiger Zeit geht die Fäulnis in den aeroben Prozeß der Verwesung über.
Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972 [1967], S. 294
Jetzt erst spürte Mathis den süßlich bitteren Geruch der Verwesung.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 242
Zitationshilfe
„Verwesung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verwesung>, abgerufen am 09.12.2019.

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