Verzehr, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Verzehrs · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungVer-zehr (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Verzehr‹ als Letztglied: ↗Brotverzehr · ↗Fettverzehr · ↗Milchverzehr
eWDG, 1977

Bedeutung

das Verzehren von Speisen (und Getränken)
Beispiele:
der Verzehr von Konditorwaren nahm zu
etw. ist zu alsbaldigem Verzehr bestimmt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zehren · verzehren · Verzehr · Zehrung · Wegzehrung · auszehren · Auszehrung
zehren Vb. ‘von etw. leben, sich von etw. ernähren, die (körperlichen) Kräfte verbrauchen, schwächen’. Das nur im Dt. und Nl. begegnende Verb mhd. zer(e)n ‘für die Ernährung Aufwand treiben, leben, essen, sich nähren von, verbrauchen’, auch ‘zerreißen, vernichten’ (s. das nachfolgend genannte starke Verb), asächs. terian ‘verzehren’, mnd. mnl. tēren ‘(ver)zehren’, nl. teren ‘zehren, sich ernähren’ gehört als jüngere (kausative?) j-Bildung (germ. *tarjan) zu dem in mhd. Zeit untergegangenen starken Verb ahd. zeran ‘streiten’ (8. Jh.), ‘einen Kampf beenden’ (um 1000), mhd. zerzern ‘zerreißen’, aengl. teran, engl. to tear, got. distaíran ‘zerreißen’, gataíran ‘zerreißen, zerstören’ (germ. *teran). Außergerm. sind verwandt aind. (mit Nasalpräsens) dṛṇā́ti ‘birst, macht bersten, sprengt, zerreißt’, griech. dérein (δέρειν) ‘abhäuten, schinden, mißhandeln, prügeln’, kymr. darn ‘Stück, Teil’, lit. dir̃ti ‘(zer)reißen, prügeln, schinden, die Haut abziehen’, aslaw. dьrati ‘schinden, reißen, schlagen’, russ. drat’ (драть) ‘reißen, zerren, laufen, flüchten’. Alle Formen lassen sich auf die Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’ zurückführen (s. auch ↗zerren sowie ↗Torf, ↗trennen, ↗Troddel, ↗Trotz, ↗Zorn). Als Ausgangsbedeutung für zehren ist ‘(Fleisch) beim Essen zerreißen’ anzunehmen. verzehren Vb. ‘essen (und trinken), bis nichts mehr übrig ist, aufbrauchen’, reflexiv ‘sich abhärmen’, mhd. verzer(e)n; dazu die Rückbildung Verzehr m. (18. Jh.), vgl. älteres Zehr m. ‘Mahlzeit, Gelage, Essen und Trinken’ (um 1600) und Zehre f. (bis 17. Jh.), mhd. zer(e) f. Zehrung f. ‘was man verzehrt oder zum Unterhalt braucht’, mhd. zerunge; Wegzehrung f. (16. Jh.). auszehren Vb. ‘körperlich sehr schwächen, entkräften’, älter auch ‘verzehren, alles aufessen, aufbrauchen, aufhören zu verzehren’ (15. Jh.); Auszehrung f. ‘krankhafte Abmagerung, Schwindsucht’ (18. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Aufnahme · Verzehr  ●  ↗Ingestion  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affenfleisch Blattsalat Fisch Fleisch Geflügel Geflügelfleisch Gemüse Gurke Hundefleisch Hühnerfleisch Innereien Lebensmittel Menschenfleisch Milchprodukt Obst Pferdefleisch Rindfleisch Schweinefleisch Seidenraupe Speis Sprosse Steak Tomate Torte abraten alsbaldig infizieren menschlich unbedenklich übermäßig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verzehr‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Danach soll jedes zweite belegte Brot nicht zum Verzehr geeignet sein.
Bild, 16.07.2001
Wer eines kaufe, erhalte es jedoch nur zum eigenen Verzehr.
C't, 1999, Nr. 7
Ihr Wert erschöpfte sich aber nicht in ihrem Gebrauch oder Verzehr.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 128
Es kommt nämlich oft vor, daß Gäste das Lokal verlassen, ohne ihren Verzehr bezahlt zu haben.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 284
Das Sterilgut braucht jedoch bei der Verwendung (Verzehr) nicht mehr steil zu sein.
Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972 [1967], S. 1002
Zitationshilfe
„Verzehr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verzehr>, abgerufen am 23.02.2019.

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