Verzeichnis, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Verzeichnisses · Nominativ Plural: Verzeichnisse
Aussprache  [fɛɐ̯ˈʦaɪ̯çnɪs]
Worttrennung Ver-zeich-nis
Wortzerlegung verzeichnen-nis
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
Liste, Aufstellung, Register systematisch zusammengehöriger Dinge, Informationen o. Ä.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein alphabetisches, chronologisches, bibliographisches, vollständiges Verzeichnis
als Akkusativobjekt: ein Verzeichnis erstellen, anlegen, zusammenstellen
in Präpositionalgruppe/-objekt: die Eintragung in das Verzeichnis
mit Genitivattribut: das Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe, der lieferbaren Bücher, der Schriften von jmdm., der Neuerscheinungen
in Koordination: Verzeichnisse und Register, Kataloge
als Aktiv-/Passivsubjekt: das Verzeichnis listet etw. auf, umfasst etw.
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Verzeichnis von Campingplätzen; ein Verzeichnis im Internet
Beispiele:
Es gibt im Internet für beinahe jede Branche Verzeichnisse, in denen man sich[…] bzw. sein Unternehmen eintragen lassen kann. [weinmarketing.wordpress.com, aufgerufen am 12.03.2013]
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glücksspielsucht im Mai 2019 in ihr Verzeichnis der Krankheiten aufgenommen. [Welt am Sonntag, 14.07.2019, Nr. 28]
Das Verzeichnis erfasst die Namen von insgesamt 98.000 Personen, die im Krieg getötet wurden oder seitdem als vermisst gelten. [Der Standard, 14.10.2009]
Sie hat ihre Adresse und Telefonnummer aus allen Verzeichnissen löschen lassen. [Bild, 13.05.2000]
Der weltweit einzigartige Katalog aller lieferbaren Jazzplatten umfaßt 1100 Seiten, wobei die Buchausgabe aus drei Registern besteht: Titelverzeichnis, Interpretenverzeichnis und ein Verzeichnis der gesamten Plattenproduktion, nach Firmen geordnet. [Die Zeit, 04.12.1992, Nr. 50]
In Vorbereitung des Berliner Stadtjubiläums hat das Vertragsgericht Berlin dem Stadtarchiv ein chronologisches Verzeichnis aller volkseigenen Betriebe übergeben, die seit Entstehen der volkseigenen Wirtschaft in Berlin im Jahre 1952 in das Register der volkseigenen Wirtschaft eingetragen wurden. [Berliner Zeitung, 03.03.1987]
2.
Informations- und Telekommunikationstechnik mit einem bestimmten Namen versehener Teil des Speicherplatzes eines Speichermediums, in dem zusammengehörige Dateien aufgelistet werden, um eine benutzergerechte, übersichtliche Ordnungs- und Zugriffsstruktur zu schaffen
Synonym zu Ordner (3)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein freigegebenes, temporäres, entpacktes Verzeichnis
als Akkusativobjekt: ein Verzeichnis erstellen, anlegen, kopieren, löschen, durchsuchen, speichern
in Präpositionalgruppe/-objekt: die Dateien in dem Verzeichnis entpacken; die Dateien in ein Verzeichnis entpacken; etw. in einem Verzeichnis abspeichern; auf das Verzeichnis zugreifen
mit Genitivattribut: ein Verzeichnis der Festplatte
in Koordination: Verzeichnisse und Dateien, Laufwerke
hat Präpositionalgruppe/-objekt: das Verzeichnis auf einer Partition, auf der Festplatte, auf dem Server; das Verzeichnis für temporäre Dateien
als Genitivattribut: die Dateien, der Inhalt des Verzeichnisses
Beispiele:
Die Dateien werden in einem Verzeichnis tief in der Library gespeichert. [macappreviewer.wordpress.com, aufgerufen am 24.07.2013]
Im Explorer wechselt man in das Verzeichnis, in das die Zipdatei abgelegt werden soll. [jochenscomputer.wordpress.com, aufgerufen am 01.04.2015]
Das Programm lässt sich sich nach dem Entpacken des Archivs in ein beliebiges Verzeichnis auf der Festplatte kopieren und von dort aus wie eine gewöhnliche Hilfe‑Datei durch einen Doppelklick aufrufen. [Der Standard, 29.10.2001]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeichnen · Zeichner · zeichnerisch · Zeichnung · auszeichnen · ausgezeichnet · Auszeichnung · bezeichnen · Bezeichnung · unterzeichnen · Unterzeichnung · verzeichnen · Verzeichnis
zeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, kenntlich machen, (durch Striche) bildlich wiedergeben’, ahd. zeihhanen ‘kennzeichnen, bezeichnen, anzeigen, Wunder tun’ (8. Jh.), mhd. zeichen(en) ‘mit einem Zeichen versehen, (be)zeichnen, aufschreiben, verzeichnen, anzeigen’, asächs. tēknian, mnd. tēken(en), mnl. tēkenen, teikenen, nl. tekenen ‘zeichnen’, aengl. tǣcnan ‘bezeichnen’ (daraus durch Schwund des stammhaften -n- aengl. tǣcan ‘zeigen, erklären, lehren’, engl. to teach ‘unterrichten’), anord. teikna ‘Zeichen geben, bezeichnen’, schwed. teckna ‘zeichnen’, got. taiknjan ‘zeigen’ und ahd. zeihhanōn ‘bezeichnen, bezeugen’ (9. Jh.), aengl. tācnian, tǣcnian ‘kennzeichnen, anzeigen’ sind jan- bzw. ōn-Ableitungen von dem unter ↗Zeichen (s. d.) behandelten germ. Substantiv. Als frühe Bedeutung ist anzusetzen ‘mit Zeichen versehen’; dazu tritt bald ‘mit einem Zeichen ausdrücken, anzeigen, nachbilden’, woraus (spätmhd.) ‘niederschreiben’ und ‘in Linien, Strichen (künstlerisch) gestalten’ (16. Jh.), dann auch ‘seine Unterschrift unter ein Schriftstück setzen, unterschreiben’ (seit dem 17. Jh. in der Kaufmannssprache, sonst meist unterzeichnen, s. unten). Zeichner m. ‘wer (künstlerische, technische) Zeichnungen anfertigt’ (um 1600), älter ‘wer etw. mit einem Zeichen versieht’ (16. Jh.); vom Substantiv mhd. zeichen ‘Wunder’ ist abgeleitet mhd. zeichenære ‘wer Zeichen und Wunder tut, Wundertäter’, an ahd. zeihhan schließt sich an ahd. zeihhanāri ‘Träger des Feldzeichens, Bannerträger’ (11. Jh.). zeichnerisch Adj. ‘das Zeichnen betreffend’ (17. Jh.). Zeichnung f. ‘vorwiegend in Strichen, Linien ausgeführte bildliche Darstellung, natürliche, in einem bestimmten Muster verteilte Färbung bei Tieren und Pflanzen’ (17. Jh.); vgl. ahd. zeihhanunga (um 800), mhd. zeichenunge ‘Bezeichnung, Kennzeichnung’. auszeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, prämieren’, (reflexiv) ‘sich durch besondere Kennzeichen unterscheiden, sich (aus einer Menge) herausheben’, mhd. ūʒzeichenen ‘kennzeichnen, anmerken, auswählen’; ausgezeichnet Part.adj. ‘hervorragend, vorzüglich’ (18. Jh.); Auszeichnung f. ‘Preisangabe, Hervorhebung, Ehrung, Orden, Titel’ (18. Jh.), zuvor (vereinzelt) ‘das Auswählen’ (15. Jh.). bezeichnen Vb. ‘durch Zeichen kenntlich machen, markieren, (be)nennen, charakterisieren’, ahd. bizeihhanen, bizeihhanōn (9. Jh.), mhd. bezeichenen ‘bildlich vorstellen, mit einem Zeichen ausdrücken, bedeuten’; Bezeichnung f. ‘das Kenntlichmachen, Kennzeichnung, Benennung’, ahd. bizeihhanunga (11. Jh.), mhd. bezeichenunge ‘Vorzeichen, Symbol, Bedeutung’. unterzeichnen Vb. ‘(ein Schriftstück) mit seinem Namen unterschreiben’, eigentlich ‘sein (Namens)zeichen unter etw. setzen’; Unterzeichnung f. (beide 16. Jh.). verzeichnen Vb. ‘schriftlich festhalten, aufführen, falsch, in unzutreffenden Formen zeichnen’, übertragen ‘falsch oder übertrieben darstellen, entstellen’; Verzeichnis n. ‘Zusammenstellung in Form einer Liste, Aufstellung, Register’ (beide 15. Jh.).

Thesaurus

Computer
Synonymgruppe
Dateiverzeichnis · ↗Ordner · Verzeichnis
Oberbegriffe
  • Ordnerstruktur · Verzeichnisbaum · Verzeichnisstruktur
Assoziationen
  • Softlink · Symlink · symbolische Verknüpfung · symbolischer Link
Synonymgruppe
Auflistung · ↗Aufstellung · ↗Aufzählung · ↗Datenbank · ↗Gliederung · ↗Katalog · ↗Liste · ↗Register · ↗Tabelle · Verzeichnis  ●  ↗Syllabus  fachspr., selten
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Hinweis · ↗Index · ↗Kennziffer (z. B. bei einer Matrix) · ↗Tabelle · Verzeichnis · ↗Zeiger

Typische Verbindungen zu ›Verzeichnis‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verzeichnis‹.

Zitationshilfe
„Verzeichnis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verzeichnis>, abgerufen am 04.12.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
verzeichnen
Verzehrzwang
Verzehrkarte
verzehren
Verzehrbon
Verzeichnisdienst
Verzeichnung
verzeihbar
verzeihen
verzeihlich