Verzierung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungVer-zie-rung (computergeneriert)
Wortzerlegungverzieren-ung
Wortbildung mit ›Verzierung‹ als Letztglied: ↗Stuckverzierung
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

a)
das Verzieren; das Verziertwerden
b)
etw., womit etw. verziert wird, ist; Ornament
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zier · zier · Zierde · zieren · geziert · verzieren · Verzierung · zierlich · Zierat
Zier f. ‘Schönheit, Schmuck, Zierat’, ahd. zierī (um 800), mhd. zier(e) ‘Schmuck, Schönheit, Pracht, Herrlichkeit’, mnd. tēre, mnl. tiere ‘Art und Weise, Beschaffenheit’ sind feminine Abstraktbildungen (germ. *tērīn-) zu dem in frühnhd. Zeit untergegangenen, im 19./20. Jh. vereinzelt von Dichtern wieder aufgenommenen Adjektiv zier ‘glänzend, prächtig, herrlich’, ahd. zieri (8. Jh.), mhd. zier(e) ‘prächtig, kostbar, herrlich, schön, schmuck’, mnd. untēre ‘unartig, widerwärtig, häßlich’ (germ. *tērja-). Daneben ist ein maskuliner a-Stamm (germ. *tīra-) bezeugt in asächs. aengl. tīr ‘Ruhm, Ehre’, mnd. tēr ‘Beschaffenheit, Gedeihen, Glanz, Ruhm’, anord. tīrr ‘Glanz, Ruhm, Ehre’. Es handelt sich um Bildungen mit ro-Suffix (ie. *dēiro- bzw. *dīro-) zur Wurzel ie. *dei-, *dei̯ə- ‘hell glänzen, schimmern, scheinen’, wozu sich auch ahd. zeiʒ ‘fein, zart, zierlich’ (9. Jh.), asächs. tēt- ‘froh’ (in Personennamen), anord. teitr ‘froh, lustig’ und toch. A tiri ‘Art und Weise’, aind. dī́dēti ‘strahlt, leuchtet, glänzt’, dyáuḥ ‘Himmel, Tag’ (auch ‘Gottheit’), griech. déato (δέατο) ‘schien’, dḗlos (δῆλος, aus *δέαλος) ‘offenbar, deutlich’ stellen (s. noch ↗Lenz und ↗Zeidler). Zierde f. ‘Verzierung, Zierat, Ausschmückung, Verschönerung, Schmuck’, ahd. zierida (8. Jh.), mhd. zierde ‘Schmuck, Schönheit, Pracht, Herrlichkeit’, Abstraktbildung zum Adjektiv. zieren Vb. ‘verschönern, (aus)schmücken’, ahd. (um 800), mhd. zieren ‘putzen, schmücken, zieren, verherrlichen, rühmen, zur Zierde gereichen’; reflexiv ‘sich verhalten, sich benehmen’ (16. Jh.), ‘sich gegen etw., was man tun möchte, sträuben, sich lange bitten lassen, sich unnatürlich, gekünstelt geben’ (Anfang 18. Jh.); geziert Part.adj. ‘unnatürlich, gespreizt, gekünstelt’ (1. Hälfte 18. Jh.). verzieren Vb. ‘mit Zierat versehen, (aus)schmücken’ (15. Jh.); Verzierung f. (16. Jh.). zierlich Adj. ‘von feiner Gestalt und Form, anmutig, graziös’, mhd. zierlich ‘strahlend, prächtig, herrlich, schön’; vgl. asächs. tīrlīko Adv. ‘in ehrenvoller, schöner Weise’. Zierat m. ‘schmückendes Beiwerk, Verzierung, Zierde, Schmuck’, mhd. zierōt m., gebildet mit dem unter ↗Armut, ↗Einöde, ↗Kleinod (s. d.) angegebenen Suffix zum Adjektiv ahd. zieri, mhd. zier(e) (s. oben), im Genus bis ins 19. Jh. schwankend zwischen Mask. und Fem. Zuweilen fälschlich als Zusammensetzung mit Rat aufgefaßt, daher auch Zierrat geschrieben (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Verschnörkelung · ↗Verschönerung · Verzierung
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Ausschmückung · ↗Dekoration · ↗Schmuck · Verzierung · schmückendes Beiwerk  ●  Deko  ugs. · ↗Zier  geh. · ↗Zierde  geh. · ↗Zierrat  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Verzierung
Synonymgruppe
Musterung · Verzierung
Synonymgruppe
Besatz · ↗Garnitur · Verzierung
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Artikulation Ausschmückung Bemalung Diminution Erker Kadenz Koloratur Notentext Ornament Schnörkel Stuck Thriller Vibrato ausgeschrieben ausschmücken barock eingelegt eingeritzt filigran geschmackvoll geschnitzt graviert improvisiert kunstvoll melismatisch melodisch ornamental schmiedeeisern vergoldet üppig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verzierung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich kann Verzierungen frei gestalten und auch sonst eigene Interpretationen einfließen lassen.
Die Zeit, 01.02.2010, Nr. 05
Die Schrift ist so schnörkelig wie die Verzierungen drum herum.
Die Welt, 15.08.2001
Falls Kleidung angedeutet wird, ist sie mit Verzierungen völlig überladen.
o. A.: Lexikon der Kunst - H. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 4480
Sie dienen sehr oft als Verzierung und können von rechts und von links abgenäht werden.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 353
Die Sonaten sind im Allegro lebhaft und elegant, im Adagio weich und melodisch und meistens mit sorgfältigen Verzierungen versehen.
Barblan, Guglielmo: Traversa. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 39066
Zitationshilfe
„Verzierung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verzierung>, abgerufen am 19.06.2019.

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