Vetter, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vetters · Nominativ Plural: Vettern
Aussprache
WorttrennungVet-ter
Wortbildung mit ›Vetter‹ als Erstglied: ↗Vetternehe · ↗Vetternwirtschaft  ·  mit ›Vetter‹ als Letztglied: ↗vervettern  ·  mit ›Vetter‹ als Grundform: ↗Vetternschaft
eWDG, 1977

Bedeutung

Cousin
Beispiele:
mein Vetter kommt heute zu Besuch
Vettern und Basen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vetter · Vetternschaft · Vetternwirtschaft
Vetter m. ‘Sohn des Onkels oder der Tante, Cousin’. Die westgerm. Verwandtschaftsbezeichnung ahd. fetiro ‘Vaterbruder’ (8. Jh.), mhd. veter(e) ‘Vaterbruder, Brudersohn’, asächs. fediro, mnd. vedder(e) ‘Vaterbruder, Brudersohn’, dann auch ‘Mutterbruder’ und allgemein ‘Verwandter’, mnl. vedder ‘Onkel, Neffe, Cousin’, aengl. fædera ‘Vaterbruder’ ist von dem unter ↗Vater (s. d.) behandelten Substantiv abgeleitet und bedeutet ursprünglich ‘Bruder des Vaters’. Einen ähnlichen Zusammenhang mit dem entsprechenden Wort für ‘Vater’ zeigen griech. pátrōs (πάτρως), lat. patruus ‘Vaterbruder’. Schon früh wird der Anwendungsbereich von Vetter erweitert und auf den ‘Mutterbruder’, dann auf jeden männlichen Verwandten ausgedehnt. In neuerer Zeit vornehmlich im oben angeführten Sinne und durch ↗Cousin (s. d.) in seiner Gebrauchshäufigkeit eingeschränkt. Vetternschaft f. (älter) Vetterschaft, ‘Verhältnis der Geschwisterkinder untereinander’, meist allgemein ‘Verwandtschaftsverhältnis, Gesamtheit der Verwandtschaft’ (15. Jh.). Vetternwirtschaft f. ‘Bevorzugung von Verwandten und Freunden bei der Besetzung von Stellen’, oft ohne Rücksicht auf die fachliche Qualifikation (Anfang 20. Jh.), vgl. schwäb. Vetterleswirtschaft, schweiz. Vetterliwirtschaft sowie Vettergunst (19. Jh., doch wohl älter).

Thesaurus

Synonymgruppe
Cousin · Vetter
Oberbegriffe
  • Angehöriger · Anverwandter · Familienangehöriger · ↗Familienmitglied · Verwandter  ●  ↗Gevatter  veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ballsport Base Cousine Dingsda Eckfenster Einkaufswagen-Chip Grad Großonkel Kusine Köchin Neffe Onkel Operette Prophet Queen Schwager Schwiegersohn Tante Vetter Zar angeheiratet arm entfernt geliebt gleichaltrig haarig leiblich lungenkrank transatlantisch ungeliebt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vetter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als Bankern erging es den beiden Vettern in den neunziger Jahren erstaunlich gut.
Die Welt, 31.03.2003
Dort musste ich die Schuhe ausziehen, sie gehörten meinem Vetter.
Der Tagesspiegel, 24.10.2000
Aus dem brennenden Hause seines Vetters holte er das Bett seiner Frau.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 445
Also bringen Sie Ihren Vetter nicht in die entsetzliche Lage, der einzige Mann zwischen drei Damen zu werden.
Boy-Ed, Ida: Vor der Ehe. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 3237
Und mit den Vettern ist auch nicht alles in Ordnung.
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 109
Zitationshilfe
„Vetter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vetter>, abgerufen am 13.11.2018.

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