Vielfalt, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Vielfalt · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungViel-falt (computergeneriert)
Wortzerlegungviel-falt
Wortbildung mit ›Vielfalt‹ als Letztglied: ↗Artenvielfalt · ↗Formenvielfalt · ↗Meinungsvielfalt · ↗Produktvielfalt · ↗Sprachenvielfalt · ↗Variantenvielfalt
eWDG, 1977

Bedeutung

Verschiedenartigkeit, Mannigfaltigkeit
Beispiele:
eine bunte, ungeheure, unerschöpfliche Vielfalt
die bauliche Vielfalt der Siedlungen
jmds. geistige Vielfalt
die Vielfalt der Verwendungsmöglichkeiten, Methoden
welche Vielfalt der Landschaft, Tierwelt bietet sich hier!
die Welt in ihrer Vielfalt erfassen
etw. gewinnt eine größere Vielfalt, entwickelt sich zu seiner ganzen Vielfalt
die phantastische Vielfalt des Lebens [St. ZweigNovellen1,147]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

viel · vielerlei · vielfach · Vielfalt · vielfältig · vervielfältigen · vielleicht · vielmehr · Vielweiberei
viel Indef.pron. Adv. Adj. ‘eine große Menge oder Anzahl, zahlreich, sehr, bedeutend’, ahd. filu (8. Jh.), mhd. vil(e), asächs. filo, filu, mnd. vēl(e), mnl. vēle, nl. veel, aengl. feolu, fela, anord. (nur in Zusammensetzungen) fjǫl-, got. filu ist ursprünglich ein substantiviertes Adjektiv (germ. *felu-, neutraler u-Stamm). Es wird daher im Sinne von ‘große Menge’ unflektiert als Substantiv gebraucht (viel hilft viel) und kann dabei einen abhängigen Genitiv bei sich haben (viel Aufhebens). Bei Nominativen und Akkusativen erhält viel den Charakter eines Indefinitpronomens bzw. eines unbestimmten Zahlworts (viel Geld, viel Erfreuliches), in Verbindung mit Verben entwickelt sich adverbieller Gebrauch (viel arbeiten). Schließlich nimmt viel adjektivische Flexion an (viele Leute, vielen Dank). Außergerm. Verwandte sind aind. purū- ‘viel, reichlich’, griech. polýs (πολύς) ‘viel’, lat. plūs ‘mehr’, air. il ‘viel’, so daß von ie. *pelu-, *pḷlu- ‘Menge, viel’, eigentlich ‘füllend’, ausgegangen werden kann, einer Weiterbildung der Wurzel ie. *pel(ə)-, *plē- ‘gießen, fließen, aufschütten, (ein)füllen’ (wozu auch ↗voll, ↗Fülle, ↗fließen, ↗fliegen, s. d.). vielerlei indeklinabel ‘in großer Anzahl und von verschiedener Art, viele verschiedene Dinge’ (16. Jh.); s. ↗-lei. vielfach Adj. ‘viele Male so groß, in gleicher Form oder Art viele Male vorkommend, vielfältig, häufig’ (15. Jh.); s. ↗-fach. Vielfalt f. ‘das Vorhandensein in vielen Arten, große Mannigfaltigkeit’, Rückbildung (Ende 18. Jh.) zu älterem vielfältig (s. unten), zuerst in Gegensatz zu älterem Einfalt. vielfältig Adj. ‘durch Vielfalt gekennzeichnet, mannigfaltig’ (15. Jh.); zu -fältig (s. ↗falten). vervielfältigen Vb. ‘vermehren, vergrößern’ (17. Jh.), älter vielfältigen (16. Jh.); heute speziell ‘einen Text auf mechanischem Wege mehrfach herstellen’. vielleicht Adv. ‘möglicherweise, gegebenenfalls, etwa, gefälligst’, mhd. vil līhte ‘sehr leicht, vermutlich, möglicherweise’. vielmehr Konj. ‘sondern, im Gegenteil, richtiger’, in frühnhd. Zeit (15. Jh.) zusammengerückt aus mhd. vil mēr(e) ‘in noch höherem Grade’, ahd. filu mēr. Vielweiberei f. ‘eheliche Verbindung eines Mannes mit mehreren Frauen’ (Ende 17. Jh.), nach gleichbed. griech. polygamía (πολυγαμία), spätlat. polygamia (s. ↗poly-).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abwechslung · ↗Differenziertheit · ↗Diversität · ↗Mannigfaltigkeit · Vielfalt · ↗Vielfältigkeit · ↗Vielzahl
Synonymgruppe
Gesamtheit · ↗Palette · ↗Spektrum · ↗Summe · Vielfalt
Unterbegriffe
  • elektromagnetisches Spektrum · elektromagnetisches Wellenspektrum

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angebot Breite Einfalt Einheit Erhalt Fülle Kultur Lebensform Reichtum Toleranz Weite biologisch bunt enorm erstaunlich ethnisch genetisch kulturell landschaftlich multikulturell publizistisch religiös sprachlich stilistisch thematisch unendlich ungeheuer unüberschaubar verwirrend widerspiegeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vielfalt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist eine Frage der Vielfalt, die wir anbieten müssen.
Die Zeit, 01.03.2007, Nr. 10
Es gehe darum, die Vielfalt des schulischen Angebots im Land durch private Träger zu vermitteln.
Der Tagesspiegel, 26.02.2005
Mit dem postmodernen Verschwinden kritischer Haltung nimmt die Vielfalt an kritischen Posen zu.
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 47
Die Vielfalt des Spiels drückt sich in seinen Formen aus.
Schmidtchen, Stefan: Spiel. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 23092
Seine Musik enthält eine große Vielfalt rhythmischer Bildungen in asymmetrischen Strukturen.
Slonimsky, Nicolas: Still. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 20782
Zitationshilfe
„Vielfalt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vielfalt>, abgerufen am 22.05.2019.

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