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Vielfalt, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Vielfalt · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ˈfiːlfalt]
Worttrennung Viel-falt
Wortzerlegung viel -falt
Wortbildung  mit ›Vielfalt‹ als Erstglied: vielfältig  ·  mit ›Vielfalt‹ als Letztglied: Angebotsvielfalt · Artenvielfalt · Formenvielfalt · Meinungsvielfalt · Produktvielfalt · Sprachenvielfalt · Sprachvielfalt · Variantenvielfalt
eWDG

Bedeutung

Verschiedenartigkeit, Mannigfaltigkeit
Beispiele:
eine bunte, ungeheure, unerschöpfliche Vielfalt
die bauliche Vielfalt der Siedlungen
jmds. geistige Vielfalt
die Vielfalt der Verwendungsmöglichkeiten, Methoden
welche Vielfalt der Landschaft, Tierwelt bietet sich hier!
die Welt in ihrer Vielfalt erfassen
etw. gewinnt eine größere Vielfalt, entwickelt sich zu seiner ganzen Vielfalt
die phantastische Vielfalt des Lebens [ St. ZweigNovellen1,147]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

viel · vielerlei · vielfach · Vielfalt · vielfältig · vervielfältigen · vielleicht · vielmehr · Vielweiberei
viel Indef.pron. Adv. Adj. ‘eine große Menge oder Anzahl, zahlreich, sehr, bedeutend’, ahd. filu (8. Jh.), mhd. vil(e), asächs. filo, filu, mnd. vēl(e), mnl. vēle, nl. veel, aengl. feolu, fela, anord. (nur in Zusammensetzungen) fjǫl-, got. filu ist ursprünglich ein substantiviertes Adjektiv (germ. *felu-, neutraler u-Stamm). Es wird daher im Sinne von ‘große Menge’ unflektiert als Substantiv gebraucht (viel hilft viel) und kann dabei einen abhängigen Genitiv bei sich haben (viel Aufhebens). Bei Nominativen und Akkusativen erhält viel den Charakter eines Indefinitpronomens bzw. eines unbestimmten Zahlworts (viel Geld, viel Erfreuliches), in Verbindung mit Verben entwickelt sich adverbieller Gebrauch (viel arbeiten). Schließlich nimmt viel adjektivische Flexion an (viele Leute, vielen Dank). Außergerm. Verwandte sind aind. purū- ‘viel, reichlich’, griech. polýs (πολύς) ‘viel’, lat. plūs ‘mehr’, air. il ‘viel’, so daß von ie. *pelu-, *pḷlu- ‘Menge, viel’, eigentlich ‘füllend’, ausgegangen werden kann, einer Weiterbildung der Wurzel ie. *pel(ə)-, *plē- ‘gießen, fließen, aufschütten, (ein)füllen’ (wozu auch voll, Fülle, fließen, fliegen, s. d.). – vielerlei indeklinabel ‘in großer Anzahl und von verschiedener Art, viele verschiedene Dinge’ (16. Jh.); s. -lei. vielfach Adj. ‘viele Male so groß, in gleicher Form oder Art viele Male vorkommend, vielfältig, häufig’ (15. Jh.); s. -fach. Vielfalt f. ‘das Vorhandensein in vielen Arten, große Mannigfaltigkeit’, Rückbildung (Ende 18. Jh.) zu älterem vielfältig (s. unten), zuerst in Gegensatz zu älterem Einfalt. vielfältig Adj. ‘durch Vielfalt gekennzeichnet, mannigfaltig’ (15. Jh.); zu -fältig (s. falten). vervielfältigen Vb. ‘vermehren, vergrößern’ (17. Jh.), älter vielfältigen (16. Jh.); heute speziell ‘einen Text auf mechanischem Wege mehrfach herstellen’. vielleicht Adv. ‘möglicherweise, gegebenenfalls, etwa, gefälligst’, mhd. vil līhte ‘sehr leicht, vermutlich, möglicherweise’. vielmehr Konj. ‘sondern, im Gegenteil, richtiger’, in frühnhd. Zeit (15. Jh.) zusammengerückt aus mhd. vil mēr(e) ‘in noch höherem Grade’, ahd. filu mēr. Vielweiberei f. ‘eheliche Verbindung eines Mannes mit mehreren Frauen’ (Ende 17. Jh.), nach gleichbed. griech. polygamía (πολυγαμία), spätlat. polygamia (s. poly-).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gesamtheit · Palette · Spektrum · Summe · Vielfalt

Typische Verbindungen zu ›Vielfalt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vielfalt‹.

Verwendungsbeispiele für ›Vielfalt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist unmöglich, die Vielfalt der europäischen Nationen in diesem Buch darzustellen. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 250]
Vermittelt einen systematischen Überblick über die Vielfalt vor allem technischer Medien. [Schaub, Horst u. Zenke, Karl G.: Medienkunde. In: dtv-Wörterbuch Pädagogik [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1995], S. 27957]
Mit dem postmodernen Verschwinden kritischer Haltung nimmt die Vielfalt an kritischen Posen zu. [Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 47]
Solch eine Vielfalt vermisse ich an den meisten anderen Orten. [Die Zeit, 12.08.1999, Nr. 33]
Er entspricht am besten der historisch gewachsenen kulturellen Vielfalt unseres Landes. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1999]]
Zitationshilfe
„Vielfalt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vielfalt>.

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