Visitation, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Visitation · Nominativ Plural: Visitationen
Aussprache
WorttrennungVi-si-ta-ti-on
HerkunftLatein
Wortzerlegungvisitieren-ation
Wortbildung mit ›Visitation‹ als Letztglied: ↗Kirchenvisitation · ↗Leibesvisitation · ↗Schulvisitation
 ·  formal verwandt mit: ↗Visitator
eWDG, 1977

Bedeutung

veraltend
1.
Besuch, Besichtigung zum Zwecke der Überprüfung
Beispiele:
eine Visitation der Schule, Anstalt, des Gefängnisses
wöchentliche, monatliche Visitationen
eine Visitation durchführen
2.
Durchsuchung
Beispiele:
eine Visitation der Wohnung, des Gepäcks
Die Visitation der Reisenden [H. MannZeitalter262]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

visitieren · Visitation · Visite · Visitenkarte
visitieren Vb. ‘prüfend besichtigen, untersuchen, durchsuchen’, mhd. visitieren ‘besuchen, sich in etw. versenken’, (von Gott) ‘heimsuchen’, (von kirchlichen Aufsichtspersonen) ‘prüfend besichtigen’, entlehnt aus lat. vīsitāre ‘oft sehen, nach jmdm. sehen, besichtigen, besuchen’, kirchenlat. (von Gott) ‘heimsuchen’, Intensivum zu lat. vīsere ‘besichtigen, besuchen’, eigentlich ‘zu sehen wünschen’, seinerseits eine Intensivbildung zu lat. vidēre (vīsum) ‘sehen, wahrnehmen, erkennen’. Im Nhd. vornehmlich geläufig zur Bezeichnung der Kontrolltätigkeit geistlicher und weltlicher Behörden. Visitation f. ‘Besuch, Besichtigung zum Zweck der Überprüfung, Untersuchung, Durchsuchung’, mhd. visitatiōn, aus lat. vīsitātio (Genitiv vīsitātiōnis) ‘das Sehen, Besichtigung, Besuch, Heimsuchung’; die Bedeutungsentwicklung entspricht der des Verbs. Visite f. ‘Arztbesuch (am Krankenbett)’ (um 1700; zuvor vereinzelt unter ital. Einfluß stehendes Visita, 2. Hälfte 16. Jh.), ‘(Höflichkeits)besuch’ (1. Hälfte 17. Jh.), entlehnt aus gleichbed. frz. visite. Visitenkarte f. ‘Karte mit aufgedrucktem Namen (und Adresse) des Besuchers zur Überreichung bei offiziellen Besuchen’ (2. Hälfte 18. Jh.); vgl. gleichzeitig bezeugtes engl. visitingcard und jüngeres frz. carte de visite.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Diözese Kloster Stift angeordnet apostolisch außerordentlich päpstlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Visitation‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der S. entwickelte sich vor 800 aus den bischöflichen Visitationen.
Erler, A.: Send. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 27645
Der Weg dazu war die Anordnung und Durchführung von Visitationen.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7149
Er fühlte sich heftig mobil werden und beschloß, das ganze Gebäude mal näherer Visitation zu unterziehen.
Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 326
So werde er eine apostolische Visitation in einigen Bistümern abhalten.
Die Zeit, 22.03.2010, Nr. 12
Eigentlich ist die Visitation so aufgebaut wie eine flächendeckende Mitarbeiterbefragung in einem Unternehmen.
Der Tagesspiegel, 23.12.2001
Zitationshilfe
„Visitation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Visitation>, abgerufen am 13.11.2019.

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