Vogelbeere, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungVo-gel-bee-re (computergeneriert)
WortzerlegungVogelBeere
Wortbildung mit ›Vogelbeere‹ als Erstglied: ↗Vogelbeerbaum
eWDG, 1977

Bedeutung

Frucht der Eberesche
Beispiel:
das leuchtende Rot der Vogelbeeren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vogel · vogeln1 · Vogler · Vogelbeere · vogelfrei · Vogelperspektive · Vogelschau
Vogel m. gefiedertes, in der Regel flugfähiges Wirbeltier, ahd. fogal, fugal (8. Jh.), mhd. vogel, asächs. fugal, mnd. vōgel, vāgel, mnl. voghel, nl. vogel, aengl. fugol, engl. fowl (‘Haushuhn’, selten ‘Vogel’), anord. fugl, schwed. fågel, got. fugls (germ. *fugla-). Herkunft unbekannt. Etymologisch wenig befriedigend ist der Versuch, unter Annahme einer Dissimilation des l von germ. *flugla- auszugehen und dieses mit Suffix germ. -la- (ie. -lo-) zu dem unter ↗fliegen (s. d.) behandelten Verb zu stellen. Ebenfalls unsicher ist eine Verbindung mit lit. paũkštis ‘Vogel’, das (mit unterschiedlich weitergebildeten) lit. putýtis ‘Küchlein’, aslaw. pъtica, russ. ptíca (птица) ‘Vogel’ sowie den unter ↗Fohlen (s. d.) genannten Formen an die Wurzel ie. *pōu-, *pū̌- ‘klein, gering, wenig’, vielfach für ‘Junges, Tierjunges, kleines Tier’ anzuschließen ist. Die umgangssprachliche Wendung den Vogel abschießen ‘als Bester abschneiden, die beste Leistung erreichen’ (16. Jh.) stammt vom Vogelschießen, dem Schützenfest auf der Vogelwiese. Auf den Menschen übertragen kommen in frühnhd. Zeit Fügungen auf wie ein lockerer, loser Vogel ‘ein leichtsinniger, leichtfertiger Mensch’, ein seltener Vogel ‘ein sonderbarer, wunderlicher Mensch’. Die umgangssprachliche Wendung einen Vogel haben ‘fixe Ideen haben, überspannt, verrückt sein’ ist literarisch seit dem 19. Jh. bezeugt. vogeln1 Vb. seltener vögeln, ‘Vögel fangen, Vogelfang treiben’, ahd. fogalōn ‘auf Vogelfang ausgehen, Vogelschau anstellen’ (8. Jh.), mhd. vog(e)len, asächs. fugolon, mnd. mnl. vōgelen, aengl. fugelian, fuglian. Auch frühnhd. vogeln ‘aus dem Vogelflug weissagen’. Vogler m. (heute selten) ‘Vogelfänger, -steller’, ahd. fogalāri (9. Jh., für lat. auceps, auch ‘Wahrsager’, für lat. augur), mhd. vogelære, vogeler, noch bekannt als Beiname König Heinrichs I., der Vogler. Vogelbeere f. rote Frucht der Eberesche, als Lockspeise beim Vogelfang verwendet (17. Jh.). vogelfrei Adj. ‘frei von Herrschaftsdiensten, frei wie ein Vogel in der Luft’ (Ende 15. Jh.), ‘rechtlos, ohne gesetzlichen Schutz, geächtet’ (16. Jh.), eigentlich ‘den Vögeln (zum Fraße) freigegeben’, da dem Körper eines Geächteten das Grab versagt wurde. Vogelperspektive f. ‘Sicht von hoch oben, von einem hochgelegenen Blickpunkt aus’ (2. Hälfte 18. Jh.), frz. à vue d’oiseau ‘aus der Sicht des Vogels’ nachgebildet, dafür auch Vogelschau f. (19. Jh.).

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Eberesche · Vogelbeere  ●  Sorbus aucuparia  botanisch
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Vogelbeere‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bergahorn Buche Fichte Holunder

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vogelbeere‹.

Verwendungsbeispiele für ›Vogelbeere‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Rote Vogelbeeren legt er in Baumnarben - so bluten die Bäume.
Bild, 04.05.1999
Draußen leuchteten die Vogelbeeren, eine Nebelkrähe krächzte im Geäst der Eberesche.
Die Welt, 04.09.2004
Die Buchenwälder verfärben sich schon, und einzelne Birken stehen lichtgelb neben den roten Vogelbeeren.
Die Zeit, 18.09.1947, Nr. 38
Durch die Wipfel der Buchen brach Sonnenlicht und ließ die roten Vogelbeeren aufleuchten.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 207
Die Vogelbeeren sind nahrhaft für Insekten und Vögel, die man mit ihnen anlocken und heimisch machen kann.
Süddeutsche Zeitung, 02.12.1996
Zitationshilfe
„Vogelbeere“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vogelbeere>, abgerufen am 26.01.2020.

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