Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Vogelperspektive, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Vogelperspektive · Nominativ Plural: Vogelperspektiven · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [ˈfoːgl̩pɛʁspɛkˌtiːvə]
Worttrennung Vo-gel-per-spek-ti-ve · Vo-gel-pers-pek-ti-ve
Wortzerlegung Vogel Perspektive
eWDG und ZDL

Bedeutung

Sicht auf etw., besonders die Landschaft, von oben
Synonym zu Vogelschau (1)
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: die Vogelperspektive einnehmen
als Präpositionalattribut: aus der Vogelperspektive (= von oben)
Beispiele:
das Foto zeigte die Stadt aus der VogelperspektiveWDG
vom Flugzeug aus kann man die Gegend aus der Vogelperspektive betrachtenWDG
Dass der Brienzer‑ und der Thunersee, obwohl sie mit der Aare verbunden sind, eine völlig unterschiedliche Farbe haben – Ersterer ist leuchtend türkis, Letzterer geht eher in ein Hellblau – lerne ich aus der Vogelperspektive. [Bote der Urschweiz, 20.08.2022]
Diese [Drohne] ist in den vergangenen Monaten zu einem wichtigen Hilfsmittel geworden, erlaubt sie doch den Einsatzkräften einen Blick aus der Vogelperspektive. [Frankfurter Rundschau, 20.08.2022]
Der Gewinner der Abschluss‑Tombola kann sich über eine Fahrt im Heißluftballon freuen und die Heimat aus der Vogelperspektive erkunden. [Saarbrücker Zeitung, 11.08.2022]
Die Vogelperspektive zeigt […], dass im [Freibad-Schwimmer-]Becken noch genügend Platz für alle war. [Kieler Nachrichten, 21.07.2022]
Das Video, das in diesem Jahr die Pressekonferenz des Rheingau Musik Festivals ersetzt, bietet Vogelperspektiven, die Festival‑Fans die Herzen höher schlagen lässt. [Allgemeine Zeitung, 19.02.2021]
Hat man die Höhe erklettert, so finde man die Stadt und Gegend, aus der Vogelperspektive betrachtet, ungemein interessant, um wenigstens etwas von der Mühe des Steigens zu haben. [Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.): Gutes Benehmen. Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 15370]

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vogel · vogeln1 · Vogler · Vogelbeere · vogelfrei · Vogelperspektive · Vogelschau
Vogel m. gefiedertes, in der Regel flugfähiges Wirbeltier, ahd. fogal, fugal (8. Jh.), mhd. vogel, asächs. fugal, mnd. vōgel, vāgel, mnl. voghel, nl. vogel, aengl. fugol, engl. fowl (‘Haushuhn’, selten ‘Vogel’), anord. fugl, schwed. fågel, got. fugls (germ. *fugla-). Herkunft unbekannt. Etymologisch wenig befriedigend ist der Versuch, unter Annahme einer Dissimilation des l von germ. *flugla- auszugehen und dieses mit Suffix germ. -la- (ie. -lo-) zu dem unter fliegen (s. d.) behandelten Verb zu stellen. Ebenfalls unsicher ist eine Verbindung mit lit. paũkštis ‘Vogel’, das (mit unterschiedlich weitergebildeten) lit. putýtis ‘Küchlein’, aslaw. pъtica, russ. ptíca (птица) ‘Vogel’ sowie den unter Fohlen (s. d.) genannten Formen an die Wurzel ie. *pōu-, *pū̌- ‘klein, gering, wenig’, vielfach für ‘Junges, Tierjunges, kleines Tier’ anzuschließen ist. Die umgangssprachliche Wendung den Vogel abschießen ‘als Bester abschneiden, die beste Leistung erreichen’ (16. Jh.) stammt vom Vogelschießen, dem Schützenfest auf der Vogelwiese. Auf den Menschen übertragen kommen in frühnhd. Zeit Fügungen auf wie ein lockerer, loser Vogel ‘ein leichtsinniger, leichtfertiger Mensch’, ein seltener Vogel ‘ein sonderbarer, wunderlicher Mensch’. Die umgangssprachliche Wendung einen Vogel haben ‘fixe Ideen haben, überspannt, verrückt sein’ ist literarisch seit dem 19. Jh. bezeugt. – vogeln1 Vb. seltener vögeln, ‘Vögel fangen, Vogelfang treiben’, ahd. fogalōn ‘auf Vogelfang ausgehen, Vogelschau anstellen’ (8. Jh.), mhd. vog(e)len, asächs. fugolon, mnd. mnl. vōgelen, aengl. fugelian, fuglian. Auch frühnhd. vogeln ‘aus dem Vogelflug weissagen’. Vogler m. (heute selten) ‘Vogelfänger, -steller’, ahd. fogalāri (9. Jh., für lat. auceps, auch ‘Wahrsager’, für lat. augur), mhd. vogelære, vogeler, noch bekannt als Beiname König Heinrichs I., der Vogler. Vogelbeere f. rote Frucht der Eberesche, als Lockspeise beim Vogelfang verwendet (17. Jh.). vogelfrei Adj. ‘frei von Herrschaftsdiensten, frei wie ein Vogel in der Luft’ (Ende 15. Jh.), ‘rechtlos, ohne gesetzlichen Schutz, geächtet’ (16. Jh.), eigentlich ‘den Vögeln (zum Fraße) freigegeben’, da dem Körper eines Geächteten das Grab versagt wurde. Vogelperspektive f. ‘Sicht von hoch oben, von einem hochgelegenen Blickpunkt aus’ (2. Hälfte 18. Jh.), frz. à vue d’oiseau ‘aus der Sicht des Vogels’ nachgebildet, dafür auch Vogelschau f. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(aus der) Vogelperspektive · (aus der) Vogelschau · Blick von oben
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›Vogelperspektive‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vogelperspektive‹.

Zitationshilfe
„Vogelperspektive“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vogelperspektive>.

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