Volapük, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular 1: Volapük · Genitiv Singular 2 (selten): Volapüks · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [voːlaˈpyːk] · [volaˈpyk]
Worttrennung Vo-la-pük
Herkunft aus Volapükvolapuek ‘Weltsprache’ zu volvolapuek ‘Welt’ (aus worldengl) und pükvolapuek ‘Sprache’ (aus speakengl ‘sprechen’)
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

internationale Plansprache; Basierend auf einer 1879 publizierten Skizze war es die erste Welthilfssprache mit nennenswerter Verbreitung und Anwendung, ist heute aber ohne praktischen Gebrauch.
Beispiele:
Trotz zahlreicher Mängel hat Volapük kurzzeitig einen enormen Erfolg und um 1888 eine runde Million Anhänger. [Der Standard, 20.05.2007]
Jedenfalls schickte er [Gott] dem katholischen Priester Johann Martin Schleyer eine Eingebung, wie der babylonischen Sprachverwirrung ein Ende zu machen sei. Und so schuf Pfarrer Schleyer »Volapük« – die erste bedeutende internationale Kunstsprache. Nur wenige Jahre später beherrschten bereits 210.000 Menschen das neue Idiom, wie das »Handbook of Volapük« mitteilt. Sie lasen in elf Volapük‑Magazinen und tauschten sich auf Kongressen aus. Volapük – das war 1888 die Zukunft. [Spiegel, 25.11.2008 (online)]
Der Großonkel [Hanns Martin Schleyers] Johann Martin Schleyer, ein katholischer Pfarrer, hatte eine Weltsprache entworfen, das »Volapük«, das dazu beitragen sollte, »kleinlichen, engherzigen Nationalstolz« zu überwinden. [Die Welt, 20.10.2007]
Nun kam mir auch in Erinnerung, daß A. v. Öttingen mich schon vor Jahren auf die künstliche Sprache Volapük aufmerksam gemacht hatte. [Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690–1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 50898]
übertragen »Swoboda!« (Russisch ist nämlich das Volapük der Tiere, und dies heißt so viel wie Freiheit!) – dann meinten alle, die ja zum großen Teil ihre natürliche Heimat nie gesehen hatten, gar nicht Afrika oder die Kordilleren oder Indien – der Schrei hieß: Berlin! [Tucholsky, Kurt: Der Löw’ ist los –! In: Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1920]]
übertragen, abwertend (für Außenstehende) unverständliche Sprachform
Synonym zu Esperanto (b)
Beispiele:
Draussen auf der Strasse hörte er Griechisch, Türkisch und das hybride Volapük der Obszönität. [Neue Zürcher Zeitung, 18.05.2002]
Doch wir studieren den Code, den die traditionellen Verleger immer noch für eine Art Volapük des Verlegens halten: den »E‑Book‑Code«. [Die Welt, 05.11.2016]
Was nützt der beste Deutschunterricht, wenn dem Lernenden vor und nach der Lektion von Tonbändern, Lautsprechern, Aufschriften und Kontrolleuren ein Volapük eingehämmert wird, das man nur als dreiste Verluderung der deutschen Sprache, als primitivistisches Kauderwelsch bezeichnen kann? [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2005]
Und Zweifel an der eigenen Kunst: Ist es »meine persönliche, künstliche Sprache, eine Art Volapük, das allein mir verständlich ist«? [Neue Zürcher Zeitung, 10.05.2003]
Man wolle eine gemeinsame Sprache Europas, nicht aber irgendein Volapük, habe der für seinen Hochmut bekannte französische Präsident einmal verächtlich […] zu sagen gewagt. [Neues Deutschland, 03.03.1990]
Zitationshilfe
„Volapük“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Volap%C3%BCk>, abgerufen am 30.09.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Volant
Voland
Vol-au-vent
Vokuhilafrisur
Vokuhila
volar
volatil
Volatilität
Voliere
volitional