Volksaufstand, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Volksaufstand(e)s · Nominativ Plural: Volksaufstände
Aussprache  [ˈfɔlksʔaʊ̯fʃtant]
Worttrennung Volks-auf-stand
Wortzerlegung  Volk Aufstand
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
(bewaffnete) Erhebung, Empörung weiter Teile der (einfachen) Bevölkerung gegen die bestehende Herrschaft
Kollokationen:
als Genitivattribut: die Niederschlagung, Niederwerfung, der Ausbruch, der Beginn des Volksaufstandes; die Toten, die Opfer, die Teilnehmer, die Helden des Volksaufstandes
mit Adjektivattribut: der niedergeschlagene, gescheiterte, erfolgreiche, unblutige, friedliche, blutige, bewaffnete, spontane Volksaufstand; der tibetische, ungarische Volksaufstand
als Aktivsubjekt: der Volksaufstand bricht los
als Akkusativobjekt: den Volksaufstand provozieren, anzetteln, auslösen, organisieren, niederschlagen, niederwalzen
in Präpositionalgruppe/-objekt: das Gedenken, die Erinnerung an den Volksaufstand; jmd. wird durch einen Volksaufstand gestürzt, entmachtet, hinweggefegt; mit einem Volksaufstand drohen; vor einem Volksaufstand warnen; zum Volksaufstand aufrufen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: der Volksaufstand gegen den Diktator, das Regime, die Regierung, die Herrschaft von jmdm.
Beispiele:
Ein Gespenst geht um im Westbalkan – das Gespenst eines Volksaufstands gegen die Armut, gegen die zum Raubzug entartete Privatisierung der Wirtschaft und die Herrschaft der unersättlichen Parteibonzen. [Die Zeit, 15.02.2014]
In Chile gipfelt der Volksaufstand nun in einer Volksabstimmung über die Verfassung[.] [Süddeutsche Zeitung, 24.10.2020]
Seit dem Beginn des neuen palästinensischen Volksaufstands gegen die israelische Besatzung Ende September 2000, der so genannten Al‑Aksa‑Intifada, sind mehr als 360 Menschen getötet und Tausende verwundet worden, die meisten von ihnen Palästinenser. [Der Standard, 04.01.2001]
So brachten die Sprenggranaten der sowjetischen Panzer, die den ungarischen Volksaufstand niederkartätschten und Budapest in Schutt und Asche schossen, die glänzende Fassade einer der stärksten und wichtigsten Festungen des von Moskau dirigierten europäischen Kommunismus ins Wanken. [Der Spiegel, 05.12.1956]
2.
spöttisch, scherzhaft (in der Bevölkerung) verbreitete und geäußerte Empörung; Massenauflauf
Beispiele:
In fast allen Bezirken der Stadt [Wien] wurden flächendeckende Kurzparkzonen eingeführt, was von kleinen Volksaufständen begleitet wurde. [Die Zeit, 16.04.2014]
Während Eltern etwa in Hamburg gleich den Volksaufstand proben, wenn das Gymnasium angetastet wird, finden die Risikoschüler wenig Beachtung. [Der Spiegel, 26.11.2009 (online)]
Der erwartete Volksaufstand in der Partei [CSU] findet noch lange nicht statt. [Der Spiegel, 06.11.1972]
Erregte strahlende Gesichter junger Mädchen, jubelnde Halbstarke, die grelle Begeisterungspfiffe ausstoßen, wogende Menschenmengen, begeisterte Volksaufstände, Polizei in fröhlichem oder ärgerlichem Handgemenge kann man in diesen Wochen im abendlichen Lichterfluten in vielen Städten von Aachen bis Hannover, von Düsseldorf bis München beobachten. [Die Zeit, 28.01.1954]

letzte Änderung:

Thesaurus

Geschichte
Synonymgruppe
Arbeiteraufstand · Aufstand des 17. Juni · Volksaufstand
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Arbeiter- und Bauern-Staat · Deutsche Demokratische Republik · Mitteldeutschland · Sowjetzone  ●  DDR  Abkürzung, Hauptform · SBZ  abwertend, Abkürzung · Sowjetische Besatzungszone  abwertend · Der Dumme Rest  derb, ironisch · Ostdeutschland  ugs. · Ostzone  derb · Zone  derb

Typische Verbindungen zu ›Volksaufstand‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Volksaufstand‹.

Zitationshilfe
„Volksaufstand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Volksaufstand>, abgerufen am 20.01.2022.

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