Volksdeutsche, die oder der

GrammatikSubstantiv (Femininum, Maskulinum) · Genitiv Singular: Volksdeutschen · Nominativ Plural: Volksdeutsche(n)
Mit Pluralendung -n wird das Wort in der schwachen Flexion (bestimmter Artikel) und der gemischten Flexion (Indefinitpronomen, Possessivpronomen) gebildet, z. B. die, keine Volksdeutschen, in der starken Flexion ist die Endung unmarkiert, z. B. zwei, einige Volksdeutsche.
WorttrennungVolks-deut-sche
WortzerlegungVolkDeutsche2
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutung

historisch außerhalb Deutschlands und Österreichs lebende Person deutscher Volks- und fremder Staatszugehörigkeit
  besonders in ost- und südosteuropäischen Ländern bis 1945
Beispiele:
Die weite Streuung von Millionen Deutschsprachigen in den Nachfolgestaaten insbesondere der habsburgischen, aber auch der russischen Monarchie führte im Nationalsozialismus schließlich zur Einführung des Begriffs »Volksdeutsche« für alle Deutschsprachigen außerhalb Deutschlands und Österreichs. [Der Standard, 05.07.2002]
In fünf Schüben[…] wurden die Massen auf den Marsch [in die Vertreibung] gezwungen. Auf dem Balkan zwischen 1912 und 1923, in der Sowjetunion der 1930er und 1940er Jahre, in den riesigen von Nazideutschland und seinen willigen Helfern terrorisierten Gebieten und dann bei der Revanche an den Volksdeutschen Osteuropas. Die jüngste Vertreibungswelle ereignete sich beim Zerfall der letzten multiethnischen Reiche, der Sowjetunion und Jugoslawiens in den 1990er Jahren. [Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2011]
Und wer wird wohl jene über eine halbe Million Menschen für ihre Zwangsarbeit in der Sowjetunion entschädigen, die als »Deutschstämmige« oder »Volksdeutsche« aus Rumänien, Ungarn, Jugoslawien sowie aus Bulgarien, der Tschechoslowakei und den baltischen Staaten zur Zwangsarbeit in der Sowjetunion rekrutiert wurden? [Die Zeit, 04.03.1999, Nr. 10]
Ab Anfang 1944 flüchteten Volksdeutsche wegen des zunehmenden Terrors der Partisanen Titos aus Jugoslawien. [o. A.: Enzyklopädie des Nationalsozialismus – F. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 1374]
Die königlich ungarische Regierung wird den in diesem Gebiet ansässigen Volksdeutschen auf deren Antrag die Möglichkeit gewähren, in das Deutsche Reich umzusiedeln. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die ausgewiesenen, umgesiedelten Volksdeutschen
als Genitivattribut: die Umsiedlung der Volksdeutschen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abkommen Ansiedlung Generalgouvernement Gleichstellung Greueltat Pole Reich Reichsdeutsche Umsiedlung genannt lebend sogenannt umgesiedelt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Volksdeutsche‹.

Zitationshilfe
„Volksdeutsche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Volksdeutsche>, abgerufen am 21.10.2019.

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