Volkseigentum, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Volkseigentums · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungVolks-ei-gen-tum
WortzerlegungVolkEigentum
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutungen

1.
dem Volk eines Landes gemeinsam gehörender Reichtum
Beispiele:
Der Anteil der Raubzüge gegen das Volkseigentum [durch die eigenen Eliten] liegt in Afrika bei 6% bis 7% des Bruttoinlandprodukts […], und damit höher als in jeder anderen Entwicklungsregion der Welt. [Neue Zürcher Zeitung, 19.12.2014]
vergleichend Doch Freiheit und großes Geld blieben ihm [dem großen Fußballer] in Portugal verwehrt – dort betrachtete man ihn als Volkseigentum. [Spiegel, 05.01.2014 (online)]
vergleichend Der FC St. Gallen und die Arena sind so etwas wie Volkseigentum: 8764 Aktionäre hat der Klub, 4450 die Stadion AG. [Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2010]
Der Boden soll vielmehr nur vom jüdischen Volk als solchem erworben werden und für immerwährende Zeiten Volkseigentum bleiben, und bloß im Wege langjähriger Pachtverträge oder im Erbpacht- oder Erbbaurecht verliehen werden. [In: »Der Jude«, Jg. 6, Heft 12 (01.03.1922), (zit. nach http://www.compactmemory.de/)]
2.
in der DDR und in anderen sozialistischen Ländern   Staatseigentum
Beispiele:
Neben dem dominierenden Volkseigentum hatten wir von Anfang an Privateigentum und später daneben auch starke Genossenschaften in Landwirtschaft, Handwerk, Handel. [Was + Wie, 1989, Nr. 6]
Es gab ja die Idee, das »Volkseigentum« (es war in Wahrheit Staatseigentum) durch Anteilscheine zu verteilen. [Spiegel, 21.08.2009 (online)]
Die Übertragung der Flächen aus dem ehemaligen Volkseigentum der DDR an Länder, Verbände und private Stiftungen war blockiert, weil die Änderung der gesetzlichen Privatisierungsvorschriften im Parlament stockte. [www.planten.de, 25.04.2009]
Kuba beharrt künftig nicht mehr auf der »Unumkehrbarkeit« des sozialistischen Prinzips vom Volkseigentum und öffnet damit theoretisch und unter bestimmten Bedingungen die Tür für die begrenzte Privatisierung von Staatsbesitz. [die tageszeitung, 13.07.1992]
In der Deutschen Demokratischen Republik sind auch diese Fabriken in Volkseigentum übergegangen und tragen durch die Produktion hochwertiger Erzeugnisse dazu bei, den Lebensstandard unserer Bevölkerung zu erhöhen. [Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 127]
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. in Volkseigentum überführen, umwandeln, die Überführung in Volkseigentum, etw. zu Volkseigentum erklären; eine Immobilie, ein Betrieb in Volkseigentum
mit Adjektivattribut: sozialistisches Volkseigentum
als Genitivattribut: die Verwaltung, die Wahrung, der Schutz des Volkseigentums
Zitationshilfe
„Volkseigentum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Volkseigentum>, abgerufen am 14.10.2019.

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