Volkspartei, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Volkspartei · Nominativ Plural: Volksparteien
Aussprache [ˈfɔlkspaʁˌtaɪ̯]
Worttrennung Volks-par-tei
Wortzerlegung VolkPartei
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

Partei (1), die Mitglieder und vor allem Wähler in allen Gruppen der Bevölkerung hat (und dadurch über eine große Anhängerschaft verfügt)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine konservative, rechtspopulistische, oppositionelle, regierende Volkspartei
als Akkusativobjekt: eine Volkspartei wählen
als Dativobjekt: einer Volkspartei beitreten, nahestehen, angehören; sich einer Volkspartei anschließen; einer Volkspartei etw. vorwerfen; der Volkspartei droht [eine Niederlage]
als Präpositionalobjekt: für eine Volkspartei stimmen
in Präpositionalgruppe/-objekt: [die ehemals kleine Partei] mausert sich, wandelt sich zu einer Volkspartei
mit Genitivattribut: eine Volkspartei der Mitte
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Volksparteien im Parlament, Europaparlament, im Landtag; die Volksparteien [haben] bei der Parlamentswahl, der Landtagswahl [gewonnen, verloren]
als Genitivattribut: eine Koalitionsregierung, Regierungskoalition der [beiden] Volksparteien; der Generalsekretär, Kandidat, Parlamentarier, der Parteitag, die Chefin der Volkspartei
Beispiele:
Eine Volkspartei […] ist nicht nur von ihrem Anspruch, sondern tatsächlich, also von Wählern und Mitgliedern her, für jeden offen. Da Volksparteien unter »Volk« die Wählerschaft verstehen, um deren Gunst sie ringen, sind die Unterschiede im Programmatischen wie Weltanschaulichen notwendigerweise gering; man hält an Ideologien nur in dem Maße fest, als dadurch die breite Masse nicht vergrämt wird. [Süddeutsche Zeitung, 15.06.2004]
Europas Volksparteien haben ein Problem: Junge Menschen glauben nicht mehr, dass sie die großen Aufgaben lösen können und laufen darum in Scharen zu den Grünen oder den Populisten. [Die Welt, 02.10.2019]
Die Grünen haben bei der bayerischen Landtagswahl knapp 18 Prozent geholt – rund 9 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Landtagswahl. Das macht sie zur zweitstärksten Partei in Bayern. Was früher die Volkspartei SPD war, ist heute die einstige grüne Nischenpartei! [Bild, 15.10.2018]
Die Ernüchterung, mitunter auch der Frust über die etablierten Volksparteien ist in Österreich weit verbreitet: ÖVP und SPÖ gelten bei vielen Bürgern als Kungelvereine, die lukrative Posten unter sich ausmachen, aber keine Rezepte gegen die Arbeitslosigkeit und schwächelnde Wirtschaft haben. [Spiegel, 06.04.2016 (online)]
Als »große Volkspartei der Mitte« hat sich die CDU stets definiert. Tatsächlich ist es über viele Jahre das Erfolgsrezept der Partei gewesen, Wähler und Mitglieder aus unterschiedlichen sozialen und konfessionellen Gruppen unter ihrem Dach zu versammeln. Historisch gesehen, war das eine Neuheit. Vor 1933 hatten deutsche Katholiken und bürgerliche Protestanten niemals in einer Partei gemeinsame politische Sache gemacht. [Die Zeit, 06.04.2000, Nr. 15]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Volkspartei [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
  • Partei · politische Partei  ●  politische Kraft  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Volkspartei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Volkspartei‹.

Zitationshilfe
„Volkspartei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Volkspartei>, abgerufen am 20.06.2021.

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