Volkswille, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Volkswillens · Nominativ Plural: Volkswillen · wird meist im Singular verwendet
Nebenform Volkswillen
Aussprache [ˈfɔlksvɪlə] · [ˈfɔlksvɪlən]
Worttrennung Volks-wil-le ● Volks-wil-len
Wortzerlegung  Volk Wille
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Politik (angenommener) kollektiver mentaler Zustand der Bevölkerung
Der Ausdruck wird oft als Kampfbegriff in der politischen Auseinandersetzung verwendet, um politische Vorhaben zu legitimieren, aber auch neutral im Sinne von Wählerwille.
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: den Volkswillen respektieren
Beispiele:
Eine Partei kann nur dann das Volk vertreten, wenn ihr Programm den Volkswillen wiedergibt. Das aber ist nur so lange möglich, wie der Volkswille mehr oder weniger den durchschnittlichen Normalfall der Bevölkerung abbildet. [Die Welt, 13.11.2019]
Populistisches Ideal ist die direkte Demokratie, in der sich der »Volkswille« nicht länger auf die Selektion des politischen Personals durch Wahlen beschränkt, sondern in regelmäßigen Volksabstimmungen seinen Ausdruck findet. [Die Welt, 12.09.2020]
Der Volkswille richte sich nicht zwingend auf Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, deshalb sei die Macht des Volkes im Grundgesetz durch rechtsstaatliche Regeln begrenzt. [Süddeutsche Zeitung, 16.09.2019]
Eine direkte Demokratie ist […] dynamisch, selbst der Volkswillen kann sich ändern. [Basler Zeitung, 25.05.2019]
Wahlen, in denen der unverfälschte Volkswille zum Ausdruck kommen soll, setzen den informierten Bürger voraus: den Souverän, der sich ein Bild davon machen kann, was seine Entscheidung bewirkt und wie viel Vertrauen die Personen verdienen, in deren Hände er für eine befristete Zeit die Macht legen soll. [Berliner Zeitung, 15.03.2004]
Wir geben uns der frohen Hoffnung hin, daß von allen Orten des großen Gesamtdeutschlands, wo die Arbeit im Kampfe mit der Kapitalmacht, wo der Volkswille gegen die staatliche Reaktion tagtäglich im Ringen nach Freiheit begriffen ist, Vertreter zum Kongreß abgeordnet werden – wir hoffen es zum Wohle und Wachstum der Partei [SPD], welche die politischen und sozialen Rechte des gedrückten Volkes mit Flammenschrift auf ihre Fahne schrieb. [Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.): Deutsche Autobiographien 1690–1930. Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1946] [1910], S. 3832]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Volkswille‹, ›Volkswillen‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Volkswille‹.

Zitationshilfe
„Volkswille“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Volkswille>, abgerufen am 26.01.2022.

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