Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Volkswirtschaft, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache  [ˈfɔlksvɪʁtʃaft]
Worttrennung Volks-wirt-schaft
Wortzerlegung Volk Wirtschaft
Wortbildung  mit ›Volkswirtschaft‹ als Erstglied: Volkswirtschaftler · Volkswirtschaftsdirektor · Volkswirtschaftslehre · Volkswirtschaftsplan · volkswirtschaftlich
eWDG

Bedeutungen

1.
Gesamtheit der wirtschaftlich miteinander verbundenen Wirtschaftssubjekte in einem durch staatliche Grenzen festgelegten Wirtschaftsraum
Beispiele:
die chinesische, deutsche Volkswirtschaft
eine sozialistische, kapitalistische Volkswirtschaft
Wirtschaftdas Gesetz der planmäßigen, proportionalen Entwicklung der Volkswirtschaft
2.
umgangssprachlich Synonym zu Volkswirtschaftslehre
Beispiel:
Volkswirtschaft lehren, studieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Volk · völkisch · Volkslied · Volksschule · volkstümlich · Volkstümlichkeit · Volkstum · Volksvertreter · Volkswirtschaft · bevölkern · Bevölkerung
Volk n. ‘aus einer Vereinigung von Stämmen hervorgegangene ethnische Gemeinschaft, Bevölkerung eines Landes, (die einfachen) Leute, Menschenmenge’, ahd. folc n. m. ‘Volk, Völkerschaft, Volksmenge, -haufen, Heer(haufen), die breite Masse’ (8. Jh.), mhd. volc n., auch m., asächs. folk n., mnl. volc, mnd. nl. volk, aengl. folc, engl. folk ‘Leute’ (meist im Plur. folks), anord. schwed. folk ‘Volk, Leute’ führt auf germ. *fulka- ‘Kriegerschar, Heerhaufen’, vielleicht zu verstehen als ‘die Menge der waffenfähigen Männer’ als Repräsentanten der Gemeinschaft. Dann kann von ie. *pḷgo- ‘Fülle, Menge’ und von der Wurzel ie. *pel(ə)-, *plē- ‘aufschütten, (ein)füllen’ ausgegangen werden (s. voll, viel). völkisch Adj. ‘ein Volk betreffend, zu ihm gehörend, von ihm ausgehend’ (16. Jh.), volckisch (Ende 15. Jh.). Volkslied n. volkstümliches, im Volk überliefertes und verbreitetes, oft von einem unbekannten Verfasser stammendes Lied, geprägt von Herder (1773) neben Populärlied, womit er engl. popular song wiedergibt. Volksschule f. (18. Jh.). volkstümlich Adj. ‘dem Volk, der Art des Volkes entsprechend, gemeinverständlich, bekannt, beliebt’ (Ende 18. Jh.), anfangs auch im Sinne von ‘national’; dazu Volkstümlichkeit f. (Ende 18. Jh.) und Volkstum n. ‘Wesen, Eigenart des Volkes (einer bestimmten Landschaft)’ (Anfang 19. Jh.), zuerst ‘Nationalität’. Volksvertreter m. ‘Vertreter, Verteidiger des Volkes gegen Beeinträchtigung seiner Rechte, gewähltes Mitglied einer Volksvertretung, Abgeordneter’ (Anfang 19. Jh.). Volkswirtschaft f. ‘Gesamtheit der Wirtschaft eines Staates oder Landes, Nationalökonomie’ (um 1830), für engl. national economy. bevölkern Vb. ‘mit Bewohnern besetzen, besiedeln, in Scharen beleben’ (17. Jh.); Bevölkerung f. ‘das Bevölkern, die Einwohner, Bewohner eines bestimmten Gebietes’ (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Volkswirtschaft · Wirtschaft · Wirtschaftsraum · Ökonomie

Typische Verbindungen zu ›Volkswirtschaft‹ (berechnet)

Entwicklung Erde Erholung Euro-zone Eurozone Leitung Wachstum Welt Zweig asiatisch aufstrebend drittgroßt drittgrösste dynamisch entwickelt exportorientiert gesamt grösste grössten hochentwickelt studieren viertgroßt wachsen wachsend weltgroß weltgrössten zweitgroßt zweitgrösste zweitgrössten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Volkswirtschaft‹.

Verwendungsbeispiele für ›Volkswirtschaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Leider ist das, jedenfalls für ganze Volkswirtschaften, praktisch kaum möglich. [Krelle, Wilhelm: Produktionstheorie, Tübingen: Mohr 1969 [1961], S. 197]
Wohl aber kann jeder, der konkrete Güter besitzt, sich in einer Volkswirtschaft, die in voller Entwicklung begriffen ist, durch ihren Verkauf Kapital verschaffen. [Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin: Duncker u. Humblot 1997 [1912], S. 297]
Es gibt in zusammengefaßter Form ein Bild der wirtschaftlichen Leistung einer Volkswirtschaft. [o. A. [Si.]: Bruttosozialprodukt. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1975]]
Mit einer solchen Volkswirtschaft würde das russische Kapital im Land bleiben und ausländisches Kapital ins Land fließen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]]
Das Geld fließt dorthin, wo es den größten Nutzen stiftet – und davon profitiert die gesamte Volkswirtschaft. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Zitationshilfe
„Volkswirtschaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Volkswirtschaft>.

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