Volkswirtschaftslehre, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Volkswirtschaftslehre · Nominativ Plural: Volkswirtschaftslehren
Aussprache  [ˈfɔlksvɪʁtʃafʦˌleːʀə]
Worttrennung Volks-wirt-schafts-leh-re
Wortzerlegung  Volkswirtschaft Lehre1
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Wirtschaftstheorie, Wirtschaftswissenschaft Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaft, das sich mit gesamtwirtschaftlichen Vorgängen und Zusammenhängen von Wirtschaft und Gesellschaft beschäftigt
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: theoretische, allgemeine, klassische, moderne Volkswirtschaftslehre
als Akkusativobjekt: Volkswirtschaftslehre studieren, lehren
als Genitivattribut: das Studium, die Grundlagen der Volkswirtschaftslehre
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Ordinarius, Lehrstuhl, Professor, Institut für Volkswirtschaftslehre
in Koordination: Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre, Finanzwissenschaft, Politikwissenschaft, Wirtschaftspolitik
Beispiele:
Die Volkswirtschaftslehre beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Problem, wie das Auseinanderklaffen von privaten und sozialen Kosten der Produktion und damit eine Fehlallokation von Ressourcen verhindert werden kann – ob über Auflagen, mit Steuern, handelbaren Zertifikaten oder durch freie Verhandlung der Marktteilnehmer. [Die Welt, 25.01.2003]
Wer in Deutschland einen Abschluss in Volkswirtschaftslehre anstrebt, der muss mindestens eine Vorlesung oder ein Seminar Geldtheorie belegen. [Süddeutsche Zeitung, 30.10.2020]
In den letzten Jahrzehnten führte die Mathematisierung der Volkswirtschaftslehren (= der Zweige und Schulen der Volkswirtschaftslehre) zu einem abstrakten Menschentyp, der zu diesen vereinfachenden deterministischen Modellen passt, die noch stark von sozialwissenschaftlichen Theorien des 18. und 19. Jhdts beeinflußt sind. [Der Standard, 13.08.2013]
Der britische Ökonom John Maynard Keynes nahm sie [die Weltwirtschaftskrise] zum Anlass, eine Revolution in der Volkswirtschaftslehre auszurufen: aktive staatliche Nachfragepolitik. [Der Spiegel, 08.07.2009 (online)]
Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität München, Promotion und Habilitation wurde er 1978 an die Universität Passau berufen und ist seitdem Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschafts‑ und Sozialpolitik. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2005]
Wer Fragen von Wachstum und Konjunktur, Inflation und Beschäftigung, Außenhandel und Wechselkurs kompetent beantworten will, für den führt kein Weg am Studium der Volkswirtschaftslehre vorbei. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.1995]
Über die Darstellbarkeit der Ökonomie macht er dem Leser allerdings nicht die üblichen Hoffnungen der Volkswirtschaftslehren (= Lehrbücher der Volkswirtschaftslehre), denn »der Glaube an die Beschreibbarkeit der Ökonomie ist eine Illusion. Die einzige Möglichkeit, die Ökonomie zu verstehen, besteht darin, aktiv an ihr teilzunehmen.« [Die Zeit, 13.11.1992]

letzte Änderung:

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Sozialökonomie · Volkswirtschaftslehre · ökonomische Theorie  ●  Nationalökonomie  veraltet · VWL  Abkürzung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Volkswirtschaftstheorie · Wirtschaftstheorie · ökonomische Theorie
  • Allokationstheorie · Wohlfahrtsökonomie · Wohlfahrtsökonomik
Assoziationen
  • Theorie der Verfügungsrechte · Verfügungsrechtstheorie
  • Wiener Schule · psychologische Schule · Österreichische Grenznutzenschule · Österreichische Schule
  • Netzeffekt · Netzwerkeffekt · Netzwerkexternalität

Typische Verbindungen zu ›Volkswirtschaftslehre‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Volkswirtschaftslehre‹.

Zitationshilfe
„Volkswirtschaftslehre“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Volkswirtschaftslehre>, abgerufen am 24.01.2022.

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