Vollständigkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Voll-stän-dig-keit
Wortzerlegung vollständig-keit
eWDG, 1977

Bedeutung

das Vorhandensein alles Dazugehörenden, aller Teile, Lückenlosigkeit
Beispiele:
Vollständigkeit anstreben, erreichen
bei seinen Untersuchungen verzichtete er auf Vollständigkeit
das Material erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit
ich erwähne das nur der Vollständigkeit halber
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

voll · vollends · völlig · vollständig · Vollständigkeit · vollkommen · Vollkommenheit · vervollkommnen · Vollblut · vollstrecken · Vollmacht
voll Adj. ‘gefüllt, bedeckt’, ahd. fol (8. Jh.), mhd. vol, asächs. ful, mnd. vul, mnl. nl. vol, aengl. full, anord. fullr, schwed. full, got. fulls (germ. *fulla-) und aind. pūrṇáḥ ‘voll, gefüllt’, lit. pìlnas, aslaw. plьnъ, russ. pólnyj (полный) ‘voll’ sowie (ablautend) lat. plēnus ‘voll’ sind alte Partizipialbildungen mit dem Suffix ie. -no-, führen also auf ie. *pḷno- bzw. *plēno- ‘angefüllt’ (im Germ. mit Assimilation von -ln- zu -ll-). Vergleichbar sind griech. pimplánai (πιμπλάναι) ‘füllen’, lat. plēre ‘füllen’, so daß eine Wurzel ie. *pel(ə)-, *plē- ‘gießen, fließen, aufschütten, (ein)füllen’ zugrunde gelegt werden kann (wozu auch ↗viel, s. d.). vollends Adv. ‘völlig, ganz, überdies noch’ (17. Jh.), mit adverbiellem -s gebildet im Anschluß an spätmhd. vollent, das seinerseits (mit unorganischem -t) mhd. vollen Adv., ahd. follūn Adv. (8. Jh.), follon (9. Jh.) fortsetzt. völlig Adj. ‘gänzlich’, ahd. follīg ‘vollständig, sich ergänzend’ (11. Jh.; vgl. follī̌glīh Adj. ‘voll, reichlich, vollkommen’, um 1000, follī̌glīhho Adv., 10. Jh.), mhd. vollec, vollic ‘voll, vollständig, reichlich’. vollständig Adj. ‘aus allen zugehörigen Teilen bestehend, ganz’ (16. Jh.); Vollständigkeit f. (Anfang 16. Jh.). vollkommen Part.adj. ‘vollständig, vollendet, unübertrefflich’, ahd. folkoman ‘vollendet’ (Hs. 12. Jh.), mhd. volkomen, volkumen ‘ausgebildet, herangewachsen, vollständig’, Part. Prät. von ahd. fol(la)queman ‘zu einem Ziel gelangen, hinkommen, gelingen’ (um 1000), mhd. volkomen, volkumen Vb. ‘zum Ende, zum Ziele kommen, ausgeführt werden, sich ereignen’; Vollkommenheit f. mhd. volkomenheit; vervollkommnen Vb. ‘vollkommen machen, vervollständigen’ (vereinzelt 16. Jh., häufig ab 18. Jh.). Vollblut n. ‘reinrassiges Pferd’ (18. Jh.), nach engl. full-blood. vollstrecken Vb. ‘ausführen, verwirklichen’ (2. Hälfte 15. Jh.), eigentlich ‘bis zum Ende, zum Ziele strecken’. Vollmacht f. ‘einem anderen erteiltes Verfügungsrecht’, spätmhd. volmacht, vgl. afrz. plein pooir sowie nlat. plēnipotentia.

Thesaurus

Synonymgruppe
Lückenlosigkeit · Vollständigkeit · Vollzähligkeit

Typische Verbindungen zu ›Vollständigkeit‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vollständigkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Vollständigkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie ist im VEP zwar erwähnt, wohl aber nur der Vollständigkeit halber.
Süddeutsche Zeitung, 11.12.2000
Nicht nur der Vollständigkeit halber müssen wir auch diese Lehre noch einer Kritik unterziehen.
Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1979, S. 365
Der geringe Umfang der Bücher ging natürlich auf Kosten der Vollständigkeit.
Die Zeit, 17.11.1978, Nr. 47
Das Interesse, das sich in seiner Suche verrät, zielt nicht auf Vollständigkeit.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 12
Er schrieb gewiß mein Erstaunen der unüberbietbaren Vollständigkeit seines Wissens zu.
Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 120
Zitationshilfe
„Vollständigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vollst%C3%A4ndigkeit>, abgerufen am 30.09.2020.

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