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Volumen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Volumens · Nominativ Plural: Volumen/Volumina
Aussprache 
Worttrennung Vo-lu-men
Herkunft aus volūmenlat ‘Schriftrolle, Schriftwerk, Buch, Band’, eigentlich ‘alles, was gerollt, gewickelt wird’ < volverelat ‘rollen, wälzen, drehen, wirbeln, winden’, vgl. volumeafrz frz ‘Umfang, Rauminhalt, Masse, Größe’
eWDG

Bedeutungen

1.
Mathematik Rauminhalt, räumliche Ausdehnung eines Körpers
Beispiele:
das Volumen des Würfels, einer Kugel berechnen
das von einem Gas, festen Körper eingenommene Volumen
umgangssprachlich, scherzhafter hat ein beachtliches Volumen (= ist ziemlich korpulent)
Der Baikalsee übertrifft an Volumen die Ostsee [ Urania1969]
bildlich
Beispiel:
seine Stimme bekam ein größeres Volumen (= wurde kräftiger, tragfähiger)
2.
Umfang, Gesamtmenge von etw. innerhalb eines bestimmten Zeitraums
Beispiel:
das Volumen des Handels, Umsatzes, der chemischen Produktion, volkswirtschaftlichen Investitionen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Volumen · voluminös
Volumen n. ‘Schriftrolle, Bündel Schriften’ und (fachsprachlich noch heute) ‘Teil eines aus mehreren Bänden bestehenden Werkes, Band’ ist eine Entlehnung (2. Hälfte 16. Jh.) von lat. volūmen n. ‘Schriftrolle, Schriftwerk, Buch, Band’, eigentlich ‘alles, was gerollt, gewickelt wird’; zu lat. volvere ‘rollen, wälzen, drehen, wirbeln, winden’. Ebenfalls auf dem Lat. beruhendes afrz. frz. volume m. wird (bereits im Afrz.) auf die Ausdehnung eines Körpers übertragen; unter frz. Einwirkung nimmt daher Volumen auch im Dt. die Bedeutung ‘Umfang, Rauminhalt, Masse, Größe’ (Anfang 18. Jh.) an. Danach im weiteren Sinne (besonders im Bereich der Wirtschaft) ‘Umfang, Gesamtmenge, Kapazität (des Handels, Umsatzes, der Produktion) innerhalb eines bestimmten Zeitraums’ (1. Hälfte 20. Jh.). voluminös Adj. ‘von großer Ausdehnung, umfangreich, aus vielen Teilen, Bänden bestehend’ (2. Hälfte 18. Jh.), aus gleichbed. frz. volumineux. Sowohl das frz. Adjektiv wie auch im Dt. anfangs gebrauchtes voluminos ist zum jeweiligen Substantiv und seinen Bedeutungen gebildet, formal jedoch an spätlat. volūminōsus ‘voller Krümmungen, gewunden’ angelehnt.

Thesaurus

Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Volumen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Volumen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Volumen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In so einem Stiefel war ungeheuer viel Platz, mehr als für das Volumen eines Beines. [Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 70]
Die Oberfläche der Formen wirkt dabei wie von ihren ideell von innen nach außen drängenden Volumen akzentuiert gespannt. [o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 5913]
Die Deutsche Bank ist nun mal nach den Volumina die zweitgrößte Bank der Welt. [Die Zeit, 10.10.1997, Nr. 42]
Den haben wir nur für freiwillige Leistungen im Volumen von 135 Millionen Mark. [Die Zeit, 07.03.1997, Nr. 11]
Danach kann er jeden Monat höchstens Titel im Volumen von 10000 Mark zurückgeben. [Die Zeit, 10.05.1996, Nr. 20]
Zitationshilfe
„Volumen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Volumen>.

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