Vordermann, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Vor-der-mann
Wortzerlegung vorderMann
eWDG, 1977

Bedeutung

jmd., der sich (innerhalb einer bestimmten Ordnung) vor einer Person befindet
Grammatik: oft mit Poss.pron.
Gegenwort zu Hintermann, entsprechend der Bedeutung von Vorderleute
Beispiele:
sie konnte über ihren Vordermann nicht hinwegsehen, versteckte sich hinter ihrem Vordermann
er schob seine Vordermänner beiseite
der Schüler hat in der Klasse ein Mädchen als Vordermann
der Sicherheitsabstand zum Vordermann [im Straßenverkehr] ist zu vergrößern [Tageszeitung1970]
Vorgänger (in einer Rangfolge, Reihenfolge)
Beispiele:
jetzt ist mein Vordermann an der Reihe
daß er bei drei tüchtigen Vordermännern noch lange werde warten können, bis er in eine bedeutendere Stellung gelangen werde [FrenssenBaas319]
salopp, übertragen jmdn. auf Vordermann bringen (= jmdn. (mit strengen Maßnahmen) dazu bringen, sich einzuordnen, einer bestimmten Disziplin unterzuordnen, das Verlangte zu tun)
Beispiel:
er wollte seine Mitarbeiter, die Schüler auf Vordermann bringen
etw. auf Vordermann bringen (= etw. wieder ordentlich herrichten, in Ordnung bringen)
Beispiel:
die Wohnung, sein Boot auf Vordermann bringen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

vorder · Vordergrund · Vordermann
vorder Adj. (heute nur mit Flexionsendung der vordere, ein vorderer) ‘vorn, am Anfang befindlich’ (meist im Kontrast zu etw. weiter hinten Befindlichem, daher mit komparativischem Sinn, s. ↗hinter1 Adj.), bis ins ältere Nhd. auch auf die Zeit übertragen ‘früher, vorherig’, ahd. ford(a)ro (9. Jh., daneben, besonders obd., mit zusätzlicher Komparativendung ahd. ford(a)rōro, 9. Jh., vgl. die Superlativform ahd. ford(a)rōsto, 8. Jh.), mhd. vorder ‘räumlich oder zeitlich vorausgehend, vornehmer, bedeutender, ansehnlich’, asächs. (substantiviert) forð(e)ro ‘Vorfahr’, mnd. vȫrder, vōrder ‘vorn, auf der rechten Seite befindlich, früher, vorhergehend’ sind wahrscheinlich unmittelbar an die bei ↗vor (s. d.) dargestellte (älter auch adverbiell gebrauchte) Präposition anzuschließen; in ihrem zweiten Wortteil ist dann das im Germ. nicht mehr produktive Komparationssuffix ie. -tero- zu sehen. Dagegen gehen die Adjektivbildungen asächs. furðiro ‘größer, vornehmer, rechts befindlich’, mnd. vȫrder, vürder ‘ferner, entfernter, weiter, künftig’ und aengl. furþra ‘weiter, entfernter, größer, höher’ wohl eher auf die Steigerungsform des unter ↗fort (s. d.) behandelten Adverbs zurück. In ältester Zeit ist die Substantivierung ahd. thie ford(a)ron (8. Jh.), mhd. frühnhd. die vorder(e)n, asächs. thea forð(e)ron (s. oben), mnd. de vȫrderen mit der Bedeutung ‘die Eltern, Ahnen, Vorfahren’ gebräuchlich; dazu ahd. thie altford(o)ron, mhd. frühnhd. die altvordern, seit dem 18. Jh. wieder aufgenommen (empfohlen von Campe 1807). Vordergrund m. ‘was sich in der Nähe des Betrachters, vorn in dessen Blickfeld befindet’ (häufig mit Bezug auf Bühne, Gemälde und Zeichnungen, 18. Jh.); übertragen in Wendungen wie etw. in den Vordergrund stellen ‘die Aufmerksamkeit auf etw. lenken’, in den Vordergrund treten ‘an Bedeutung gewinnen’, im Vordergrund stehen ‘besonders wichtig sein’ (alle 19. Jh.). Vordermann m. ‘wer sich in einer bestimmten Ordnung vor einem anderen befindet’, auch ‘wer in der Rangfolge vorausgeht’ (1. Hälfte 18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Vordermann‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vordermann‹.

Verwendungsbeispiele für ›Vordermann‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man berührt mit dem Kopf beinahe die Füße des Vordermanns.
Der Tagesspiegel, 11.08.1999
Dort versuchen sie nicht nur, ihr Deutsch weiter auf Vordermann zu bringen.
Süddeutsche Zeitung, 05.01.1998
Während dieses lärmenden Hinabsteigens konnte man sich auch ein paar Worte zum Nachbar oder einen kleinen Ulk am Vordermann gönnen.
Wildgans, Anton: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1933], S. 2732
Mit dem Abblendlicht des Vordermannes sind 75 Meter Bahn für Sie unter laufender Kontrolle.
Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 91
Jeder hatte Befehl, sich unbedingt hinter seinem Vordermann zu halten.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 92
Zitationshilfe
„Vordermann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vordermann>, abgerufen am 06.06.2020.

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