Vorratsdatenspeicherung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Vorratsdatenspeicherung · Nominativ Plural: Vorratsdatenspeicherungen · wird selten im Plural verwendet
Aussprache  [ˈfoːɐ̯ʀaːʦdaːtn̩ˌʃpaɪ̯çəʀʊŋ]
Worttrennung Vor-rats-da-ten-spei-che-rung
Wahrig und ZDL

Bedeutung

Informations- und Telekommunikationstechnik Erhebung und (zeitlich befristete) Speicherung von Kundendaten durch Telekommunikationsdienste (um sie für Ermittlungen staatlicher Behörden vorrätig zu halten)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die geplante, umstrittene Vorratsdatenspeicherung; die anlasslose, verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung
als Akkusativobjekt: die Vorratsdatenspeicherung fordern, einführen, ablehnen
in Präpositionalgruppe/-objekt: das Gesetz, die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung
als Genitivattribut: die (Wieder-)Einführung der Vorratsdatenspeicherung
Beispiele:
Es ist für viele Menschen kein Widerspruch, sich vor der staatlichen Vorratsdatenspeicherung zu fürchten, aber persönlichste Daten und das ganze Privatleben über Facebook zu verbreiten[…]. [Süddeutsche Zeitung, 15.12.2018]
Vorratsdatenspeicherung sei in Mitgliedstaaten zur Bekämpfung schwerer Straftaten zwar zulässig, aber aufs absolut Notwendige zu beschränken, hielt der EuGH (= Europäischer Gerichtshof) fest. [Neue Zürcher Zeitung, 21.12.2016]
In der Tat haben die Richter in Luxemburg mit ihrem Entscheid, eine EU‑Norm zur Vorratsdatenspeicherung für ungültig zu erklären, den Verfechtern eines strengen Datenschutzes in Europa einen […] symbolisch und materiell wichtigen Sieg beschert. [Neue Zürcher Zeitung, 08.04.2014]
Auch die sogenannte »Vorratsdatenspeicherung«, die die Betreiber der Internet‑Technik zur Registrierung und Aufbewahrung bestimmter Nutzerdaten verpflichtete, lehnen die Grünen ab. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2001]
»Wir fordern explizit, dass sich Parlament und Regierung für ein Aufheben der ganzen EU‑Richtlinie beziehungsweise eine Änderung hin zu einem EU‑weiten Verbot von Vorratsdatenspeicherungen einsetzen«[…]. [Der Spiegel, 30.08.2011 (online)] ungewöhnl. Pl.
selten, allgemeiner, metonymisch für bestimmte Zwecke gespeicherte personenbezogene Daten
Beispiele:
Bundestag und Bundesrat hatten dem Fluggastdatengesetz im Frühjahr zugestimmt. Es sieht eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung aller Flugreisenden vor. [Der Spiegel, 26.07.2017 (online)]
Fingerabdrücke und Sprachanalyse von Asylbewerbern in einem positiven Asylverfahren bis zu zehn Jahre zu speichern, hält er [der stellvertretende Datenschutzbeautragte von Schleswig-Holstein] für »eine verfassungswidrige Vorratsdatenspeicherung«, da hier Material aufbewahrt werde »ohne Anzeichen dafür, dass jemand kriminell werden könnte«. [Der Tagesspiegel, 22.10.2001]

letzte Änderung:

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Mindestdatenspeicherung · Mindestspeicherfrist · Vorratsdatenspeicherung
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Vorratsdatenspeicherung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vorratsdatenspeicherung‹.

Zitationshilfe
„Vorratsdatenspeicherung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vorratsdatenspeicherung>.

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