Vorschrift, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Vorschrift · Nominativ Plural: Vorschriften
Aussprache
WorttrennungVor-schrift
Grundformvorschreiben
eWDG, 1977

Bedeutung

verbindliche Anweisung, Anordnung, Verfügung
Beispiele:
eine gesetzliche, dienstliche Vorschrift
genaue, strenge, bindende Vorschriften
die Vorschrift gibt das zulässige Höchstgewicht an
es ist Vorschrift, solche Überprüfungen durchzuführen
die Vorschrift kennen, beachten, einhalten, erfüllen, befolgen, verletzen, übertreten
jmdm. Vorschriften machen
er hielt sich an die Vorschriften, verstieß gegen die Vorschrift
er handelte nach Vorschrift, richtete sich dabei nach der Vorschrift
das Medikament genau nach ärztlicher Vorschrift dosieren
laut polizeilicher Vorschrift ...
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schreiben · Schreiben · Schrieb · Schreiber · abschreiben · Abschrift · anschreiben · Anschreiben · Anschrift · ausschreiben · beschreiben · Beschreibung · einschreiben · Einschreiben · verschreiben · vorschreiben · Vorschrift · zuschreiben · Zuschrift
schreiben Vb. ‘Buchstaben, Worte, Zahlen, Zeichen, Noten hervorbringen’, ahd. scrīban (8. Jh.), mhd. schrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, beschreiben, anordnen, verordnen, nennen, schildern, malen’, asächs. skrīƀan, mnd. schrīven, mnl. scrīven, nl. schrijven, aengl. scrīfan ‘anordnen, bestimmen, Beichte hören, Strafe auferlegen’, engl. to shrive ‘beichten, die Beichte abnehmen’, aschwed. skrīva ‘schreiben’, schwed. skriva sind Entlehnungen aus lat. scrībere ‘mit einem spitzen Griffel eingraben, einzeichnen, schreiben, (schriftlich) auftragen, anordnen, befehlen, ernennen, festsetzen, (Soldaten) anwerben, ausheben’, die im Germ. starke (nur aschwed. mitunter auch schwache) Flexion annehmen. Der Übergang ins Germ. macht zwei Entlehnungsvorgänge wahrscheinlich, und zwar einen früheren im Sinne von ‘anordnen, bestimmen’ (s. oben aengl. scrīfan und vgl. asächs. biskrīƀan ‘sich kümmern, sich zurückhalten’) und einen späteren im Sinne von ‘(lateinische Schriftzeichen) schreiben’. Die engl. Sonderentwicklung (s. oben) führt dazu, daß für ‘schreiben’ engl. to write eingetreten ist, die alte germ. Bezeichnung für das Einritzen der Runen (s. ↗reißen). Schreiben n. ‘Schriftstück, Brief’ (16. Jh.), substantivierter Infinitiv; dafür umgangssprachlich oft die nach Art der Verbalabstrakta ablautende Bildung Schrieb m. (um 1900). Schreiber m. ‘wer schreibt’, ehemals Berufsbezeichnung, ahd. skrībāri (8. Jh.), mhd. schrībære, auch ‘Kanzler, Notar, Schriftgelehrter, Dichter, Tafelaufseher’. abschreiben Vb. ‘kopieren, aus einem Schriftstück streichen’ (seit mhd. Zeit), ‘eine Summe abbuchen, streichen, schriftlich absagen’ (15. Jh.), ‘ein Schreibgerät abnutzen’ (17. Jh.), mhd. abeschrīben. Abschrift f. ‘Kopie’, mhd. abeschrift. anschreiben Vb. ‘sichtbar aufschreiben’, mhd. aneschrīben; dann auch ‘(eine Geldsumme) zu späterer Bezahlung notieren, Waren auf Kredit geben’ (15. Jh.), daher gut oder schlecht angeschrieben sein ‘einen guten oder schlechten Ruf haben’ (17. Jh.); heute auch ‘an jmdn. schreiben’ (20. Jh.), möglicherweise Neubildung zu Anschreiben n. ‘Brief’ (16. Jh.). Anschrift f. ‘Briefaufschrift’ (17. Jh., Zesen). ausschreiben Vb. ‘herausschreiben, (eine vakante Stelle u. dgl.) bekanntgeben, nicht abkürzen’, mhd. ūʒschrīben ‘herausschreiben, bekanntmachen’. beschreiben Vb. ‘mit Worten schildern, darstellen, mit Schriftzeichen bedecken’, mhd. beschrīben ‘schreiben, aufzeichnen, schildern, schriftlich auffordern zu kommen’; Beschreibung f. ‘Schilderung’, mhd. beschrībunge. einschreiben Vb. ‘schriftlich eintragen’ (15. Jh.); Einschreiben n. seit 1875 für Rekommandation ‘eine durch Aushändigung einer Empfangsbestätigung besonders registrierte Postsendung’, eigentlich ‘eine (zur sorgfältigen Beförderung) empfohlene Postsendung’. verschreiben Vb. ‘verordnen, beim Schreiben versehentlich Fehler machen’ (17. Jh.), sich jmdm., einer Sache verschreiben ‘verpflichten, übergeben’ (18. Jh.), mhd. verschrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, schriftlich festsetzen, beschreiben, schriftlich mitteilen, zuerkennen’. vorschreiben Vb. ‘als Muster schreiben, Anweisung erteilen’ (16. Jh.), älter ‘vor etw. schreiben’, ahd. furiscrīban ‘an den Anfang schreiben’ (11. Jh.), mhd. vorschrīben. Vorschrift f. ‘Muster zum Nachschreiben’ (17. Jh.), ‘Anweisung für Verhalten und Tun’ (18. Jh.); vgl. ahd. forascrift ‘Vorangeschriebenes, Überschrift, Titel’ (um 1000). zuschreiben Vb. ‘jmdn. für den Urheber von etw. halten, erklären, etw. auf jmdn. zurückführen, ihn mit etw. in Verbindung bringen’ (16. Jh.), ahd. zuoscrīban ‘schriftlich hinzu-, anfügen’ (10. Jh.), spätmhd. zuoschrīben ‘schriftlich zusichern, melden’. Zuschrift f. ‘Hinzugeschriebenes’ (16. Jh.), ‘eine Art Vorwort an den Leser eines Buches’ (17. Jh.), ‘Brief’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anordnung · ↗Anweisung · ↗Instruktion · Vorschrift
Unterbegriffe
  • gesellschaftliche Norm · soziale Norm · soziales Skript
Synonymgruppe
Richtlinie · ↗Verfügung · ↗Verordnung · Vorschrift  ●  ↗Order  militärisch · ↗Regel  Hauptform
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Vorschrift (sein) · vorgeschrieben (sein)  ●  (die) Vorschrift will  variabel · so will es die Vorschrift  variabel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anwendung Dienst Einhaltung Gesetz Gesetzbuch Parteiengesetz Verordnung Verstoß anwenden beachten befolgen bestehend bürokratisch einhalten einschlägig entsprechen entsprechend erlassen geln geltend gesetzlich lockern mißachten rechtlich streng verschärfen verschärft verstoßen zwingend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vorschrift‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Regierung soll jetzt Vorschriften zu den technischen Details erarbeiten, und auch diese müssen vom Parlament gebilligt werden.
Die Zeit, 19.03.2012, Nr. 12
Den Wust bürokratischer Vorschriften aber haben die Politiker selbst zu verantworten.
Die Welt, 12.09.2005
Aber auch für die äußere Form des Eises gibt es genaue Vorschriften.
o. A.: Die grosse Welt der Getränke, Hamburg: Tschibo Frisch-Röst-Kaffee Max Herz 1977, S. 60
Vergessen hatte ich den Ärger, noch mehr die Vorschrift des Arztes.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 4953
In Berlin, mit all den Uniformen der Alliierten, den Vorschriften und Beeinträchtigungen, war der Krieg für ihn nie richtig zu Ende gewesen.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 154
Zitationshilfe
„Vorschrift“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vorschrift>, abgerufen am 14.11.2019.

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