Vorschuss, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vorschusses · Nominativ Plural: Vorschüsse
Aussprache
WorttrennungVor-schuss (computergeneriert)
Ungültige SchreibungVorschuß
Rechtschreibregeln§ 2, § 25 (E1)
Wortbildung mit ›Vorschuss‹ als Erstglied: ↗Vorschusslorbeer · ↗Vorschusszahlung · ↗vorschussweise
 ·  mit ›Vorschuss‹ als Letztglied: ↗Gehaltsvorschuss
eWDG, 1977

Bedeutung

Geld, das jmd. als Teil einer ihm später zustehenden Zahlung bereits im Voraus erhält
Beispiele:
jmdm. (einen kleinen, geringen, beachtlichen) Vorschuss geben, zahlen
er bekam einen Vorschuss von 200 Euro
du kannst dir einen Vorschuss (auf dein Honorar) geben lassen
einen Vorschuss verlangen, beantragen
jmdn. um Vorschuss bitten
er bekam diese Summe als, auf Vorschuss
bildlich
Beispiele:
er wollte Ruhm auf Vorschuss ernten
du willst wohl einen Vorschuß auf die Waldspaziergänge nehmen? [WeiskopfAbschied v. Frieden1,633]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schießen · vorschießen · Vorschuß · verschießen · zuschießen · Zuschuß · Schuß · Abschuß · abschüssig · Schießprügel
schießen Vb. ‘ein Geschoß abfeuern, sich schnell in einer Richtung bewegen, schnell wachsen’. Das gemeingerm. Verb ahd. skioʒan ‘schießen, schleudern, schnell bewegen’ (9. Jh.), mhd. schieʒen ‘wund- oder totschießen, schieben, stoßen, schleudern, sich schnell wie ein Geschoß bewegen’, asächs. skiotan, mnd. schēten, mnl. scieten, nl. schieten, afries. skiāta, aengl. scēotan, engl. to shoot, anord. skjōta, schwed. skjuta (germ. *skeutan). Herkunft ungewiß. Vielleicht im Sinne von ‘(sich) schnell bewegen’ verwandt mit aind. cṓdati ‘treibt an, feuert an’, lett. kūdināt, kūdīt ‘antreiben, hetzen’, aslaw. iskydati ‘hinaus-, abwerfen’, russ. kidát’ (кидать) ‘werfen’, ferner mit lit. skudrùs ‘flink’. Auszugehen ist von ie. *(s)keud- ‘werfen, schießen, hetzen’, intransitiv ‘dahinschießen, eilen, hervorschießen’, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *skē̌u- ‘werfen, schießen, stoßen’ (s. auch ↗scheu, ↗schieben, ↗Schoß) bzw. *sk̑ē̌u-, falls auch lit. šáuti ‘schießen, schnell laufen, schieben’ hierhergehört. vorschießen Vb. ‘sich heftig, schnell nach vorn bewegen, plötzlich hervorsprießen’, ahd. furiskioʒan ‘hervor-, über etw. hinauswachsen’ (um 1000), mhd. vürschieʒen ‘vorschieben, hervortreten’; dann auch ‘einen Teil einer Zahlung sofort, im voraus aushändigen, leihen’ (16. Jh.); Vorschuß m. ‘Vorauszahlung’ (17. Jh.), ‘plötzliche Bewegung nach vorn’ (16. Jh.). verschießen Vb. ‘ein Geschoß abfeuern, daneben schießen’ (16. Jh.), übertragen (reflexiv) ‘sich plötzlich und unüberlegt verlieben’ (um 1800). zuschießen Vb. ‘helfend beisteuern, auf ein Ziel hin schießen’ (16. Jh.); Zuschuß m. ‘finanzielle Zuwendung’ (18. Jh.), frühnhd. ‘Hilfe, Begünstigung’; vgl. mhd. zuoschuʒ ‘Stoßflug (des Falken)’. Schuß m. ‘das Fortschleudern, Fortfliegen eines Geschosses, das Abfeuern einer Waffe, Knall, schnelle Bewegung, schnelles Wachstum, kleine Menge einer Flüssigkeit, die auf einmal zugegeben wird’, ahd. scuʒ ‘das Schleudern, Wurf, das Geworfene, Geschwindigkeit’ (9. Jh.), mhd. schuʒ ‘Stoß, Stich, Schuß, Lanzenwurf, schnelle Bewegung’, aengl. scyte, ablautende Abstraktbildung zum Verb. Abschuß m. ‘das Absenden, Abfeuern eines Geschosses, das Niederstürzen des Wassers, Abhang, Steilabfall’ (16. Jh.), ‘das Erlegen des Wildes’ (19. Jh.); abschüssig Adj. ‘steil abfallend’ (16. Jh.). Schießprügel m. verächtlich oder scherzhaft für ‘Gewehr’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betriebskosten Darlehen Gewährung Honorar Millionenhöhe Rückzahlung Taler Tantieme Verleger Vertrauen Vorschuß astronomisch aufzehren auszahlen einspielen geleistet gewähren gewährt gezahlt horrend kalkuliert kassieren monatlich rückzahlbar sechsstellig unverzinslich verrechnen währen zurückzahlen überweisen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vorschuss‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese 3000 Mark kassierte er als Vorschuss zur Vorbereitung der Verteidigung.
Süddeutsche Zeitung, 05.04.2002
Es sei denn die, immer auf einen guten Vorschuß zu drängen.
Der Tagesspiegel, 29.06.1998
Ich habe schon Vorschuß nehmen müssen und langt noch nicht.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 17.11.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
G. erwiderte mir: Sie sollen immer prompt Ihr Geld erhalten und wenn nötig, gebe ich Ihnen Vorschuß.
Friedländer, Hugo: Ein Presse-Skandal. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 22125
Doch der Agent hatte eine geschäftliche Norm: er gab keine Vorschüsse.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26448
Zitationshilfe
„Vorschuss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vorschuss>, abgerufen am 22.10.2019.

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