Vorsprung, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vorsprung(e)s · Nominativ Plural: Vorsprünge
Aussprache
WorttrennungVor-sprung (computergeneriert)
Wortzerlegungvor-Sprung
Wortbildung mit ›Vorsprung‹ als Letztglied: ↗Bergvorsprung · ↗Felsenvorsprung · ↗Felsvorsprung · ↗Informationsvorsprung · ↗Mauervorsprung · ↗Planvorsprung · ↗Punktevorsprung · ↗Punktvorsprung · ↗Ufervorsprung · ↗Wettbewerbsvorsprung · ↗Wissensvorsprung · ↗Zeitvorsprung
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
vorspringender, herausragender Teil
Beispiele:
der Bergsteiger ruhte sich auf einem Vorsprung unterhalb des Gipfels aus
auf einem Vorsprung stehen
unter einem Vorsprung des Daches Schutz suchen
sie betrachteten die vielen Vorsprünge und Ornamente der gotischen Fassade
2.
räumlicher oder zeitlicher Vorteil gegenüber einem Verfolger, Konkurrenten, Abstand von einem Nachfolgenden
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
einen großen, beträchtlichen, nicht aufzuholenden, kleinen Vorsprung vor jmdm. haben
der Läufer N hatte eine Runde, dreißig Sekunden Vorsprung
er konnte seinen Vorsprung bis zum Ziel halten
einen Vorsprung gewinnen, erzielen, einbüßen, wieder verlieren
umgangssprachlicheinen Vorsprung herausholen
jmdm. zehn Schritte Vorsprung geben, sechs Stunden Vorsprung lassen
übertragen günstigere, überlegene Position, Vorteil
Beispiele:
die Mannschaft konnte ihren Vorsprung weiter ausbauen
diese Brigade gewann im Wettbewerb einen klaren Vorsprung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

springen · bespringen · beispringen · entspringen · überspringen · vorspringen · Vorsprung · Springer · Springbrunnen · Springflut · Springinsfeld
springen Vb. ‘durch einen Sprung vom Boden weg-, in die Höhe schnellen, bersten’. Das bis auf das Got. gemeingerm. bezeugte, stark flektierende Verb ahd. springan (8. Jh.), mhd. springen ‘springen, tanzen, eilend gehen, laufen, hervorquellen, wallen, wachsen’, asächs. springan, mnd. springen, mnl. springhen, nl. springen, afries. springa, aengl. springan, engl. to spring, anord. springa, auch ‘bersten’, schwed. springa (germ. *sprengan) läßt sich im Sinne von ‘hastig auffahren, hervorbrechen’ mit nichtnasaliertem aind. spṛhayati ‘eifert, verlangt eifrig’, griech. spérchesthai (σπέρχεσθαι) ‘einherstürmen, sich drängen, aufgebracht, leidenschaftlich bewegt sein’ vergleichen, so daß Anschluß an ie. *sperg̑h-, *spreg̑h-, nasaliert *spreng̑h- ‘sich hastig bewegen, eilen, springen’, eine Erweiterung der unter ↗Sporn (s. d.) angeführten Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, zappeln, schnellen’, möglich ist. bespringen Vb. ‘(von Rindern, Pferden u. ä.) auf ein weibliches Tier zur Begattung steigen’ (18. Jh.), mhd. bespringen ‘benetzen’. beispringen Vb. ‘helfen, beistehen’ (15. Jh.). entspringen Vb. ‘entlaufen, hervorspringen’, ahd. intspringan (8. Jh.), mhd. entspringen ‘wegspringen, entrinnen, hervorsprudeln, erwachen’. überspringen Vb. ‘springend über etw. hinwegsetzen, überholen, übergehen, unbeachtet lassen, auslassen’, ahd. ubarspringan (um 1000), mhd. überspringen. vorspringen Vb. ‘nach vorn springen, weit herausragen (aus einem zurückliegenden Ganzen)’, ahd. furispringan (10. Jh.), mhd. vorspringen ‘vor(aus)springen, anspringen, übertreffen’; Vorsprung m. ‘schnelle Bewegung nach vorn, räumlicher und zeitlicher Gewinn in Vorwärtsbewegung und Entwicklung gegenüber anderen, vorragender Teil an Bauwerken, Felsen’, mhd. vorsprunc. Springer m. ‘wer springt’, mhd. springer, auch ‘Tänzer, Gaukler’; Bezeichnung einer als Pferd dargestellten Schachfigur (17. Jh.). Springbrunnen m. ‘sprudelnde Quelle’, dann besonders ‘Fontäne’ (17. Jh.). Springflut f. ‘große Meeresflut’ (16. Jh.). Springinsfeld m. ‘junger, leichtfüßiger und unbekümmerter Mensch’ (17. Jh.), nd. ein springe ynt velt (16. Jh.), eigentlich springe in das Feld, imperativischer Satzname, anfänglich Bezeichnung für Soldaten und Landsknechte (Grimmelshausen).

Thesaurus

Synonymgruppe
Prognose · ↗Projektion · ↗Schätzung · ↗Vorausschau · ↗Vorhersage · Vorsprung
Synonymgruppe
Vorsprung · vorstehender Teil  ●  ↗Nase  ugs.
Synonymgruppe
Ecke · ↗Kante · ↗Spitze · Vorsprung · ↗Zacke · ↗Zinke · keilförmiges Stück
Assoziationen
Synonymgruppe
(zeitlicher) Vorsprung · ↗Zeitvorsprung · ↗Zeitvorteil
Assoziationen
  • Vorarbeit leisten · im Voraus erledigen · ↗vorarbeiten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstiegsplatz Abstiegsrang Gesamtwertung Konkurrenz Landsmann Prozentpunkt Relegationsplatz Sekunde Tabellenzweite Titelverteidiger Verfolger aufholen ausbauen beruhigend betragen deutlich einholen hauchdünn herausfahren knapp komfortabel schmelzen schrumpfen siegen technologisch uneinholbar vergrößern verspielen zeitlich zusammenschmelzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vorsprung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Vorsprung, der früher vielleicht fünf Jahre gereicht hat, hält heute wenige Monate.
Die Zeit, 23.05.2011, Nr. 21
Nur einmal gaben sie einen großen Vorsprung noch aus der Hand.
Bild, 08.11.2005
Diesen finanziellen Vorsprung hatte im Dorf niemand mehr aufholen können.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 419
Sein vorwärtsdrängender Elan sicherte der Kirche einen weiten Vorsprung vor den staatlichen Kräften.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 8025
Es gelte einen Vorsprung von 10 bis 15 Jahren aufzuholen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1957]
Zitationshilfe
„Vorsprung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vorsprung>, abgerufen am 12.12.2019.

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