Vorteil, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vorteil(e)s · Nominativ Plural: Vorteile
WorttrennungVor-teil (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Vorteil‹ als Erstglied: ↗Vorteilsnahme · ↗vorteilhaft
 ·  mit ›Vorteil‹ als Letztglied: ↗Augenblicksvorteil · ↗Effizienzvorteil · ↗Größenvorteil · ↗Hauptvorteil · ↗Konkurrenzvorteil · ↗Kostenvorteil · ↗Steuervorteil · ↗Verbundvorteil · ↗Vermögensvorteil · ↗Wettbewerbsvorteil · ↗Zinsvorteil
eWDG, 1977

Bedeutung

Nutzen, eine günstige, positive Begleiterscheinung
Gegenwort zu Nachteil
Beispiele:
er hat davon keinen Vorteil, dadurch weder Vorteile noch Nachteile
den eigenen Vorteil erkennen, wahren, suchen, im Auge haben
aus etw. materielle Vorteile ziehen
er wollte sich [Dativ] einen persönlichen Vorteil verschaffen
diese Neuerung bietet einige Vorteile, erweist sich als großer Vorteil
der Vorteil dieser Methode ist offensichtlich
er tut das um des eigenen Vorteils willen, ist sehr auf seinen Vorteil bedacht
etw. ist für jmdn. von Vorteil, geschieht zu jmds. Vorteil
sie hat sich zu ihrem Vorteil (= vorteilhaft) verändert, entwickelt
jmdm. gegenüber im Vorteil (= begünstigt) sein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Teil · teilen · Teilung · teilbar · abteilen · Abteilung · erteilen · mitteilen · Mitteilung · verteilen · teilhaftig · teils · Anteil · Anteilnahme · Gegenteil · gegenteilig · Nachteil · nachteilig · benachteiligen · Vorteil · übervorteilen · teilhaben · Teilhaber · teilnehmen · Teilnahme
Teil m. n. ‘Stück eines Ganzen, Einzelheit, Anteil’, ahd. (8. Jh.), mhd. teil m. n., asächs. dēl m., mnd. dēl m. n., mnl. nl. deel n., aengl. dǣl m., engl. deal, got. dails f. sowie ahd. teila f. ‘Teilung’ (9. Jh.), mhd. teile f. ‘Teilung, Zugeteiltes’, anord. deila f. ‘Teilung, Zwiespalt, Streit’, got. daila f. ‘Teilnahme’ (germ. *dail- mit unterschiedlicher Stammbildung) und aslaw. dělъ ‘Teil’, russ. (älter) del (дел) ‘Teilung’ sind Bildungen mit l-Suffix, die mit lit. dailýti ‘teilen’ zusammenstimmen. Weitere Verknüpfungen bleiben unsicher. Zu einer Wurzel ie. *dā(i)-, *dī̌- ‘teilen, zerschneiden, zerreißen’? Oder stammt der germ.-baltoslaw. Ausdruck aus einer Substratsprache? teilen Vb. ‘ein Ganzes in Einzelstücke zerlegen’, ahd. teilen, teilōn (8. Jh.), mhd. teilen, asächs. dēlian, mnd. mnl. dēlen, deilen, nl. delen, aengl. dǣlan, engl. to deal, anord. deila, got. dailjan, Bildung zum Substantiv; dazu Teilung f. ahd. teilunga (um 900), mhd. teilunge, und teilbar Adj. ‘so beschaffen, daß man es teilen kann’ (15. Jh.). abteilen Vb. ‘einteilen, trennen, absondern’, mhd. abeteilen ‘(gerichtlich) aberkennen, vermögensrechtlich abfinden, einen Teil von einem Ganzen trennen’; vgl. got. afdailjan ‘ein Zehntel abgeben’. Abteilung f. ‘Abtrennung, Loslösung, Abschnitt, Teil eines Ganzen’, (militärisch) ‘Gliederungseinheit der Truppe’, auch ‘Bereich der Verwaltung und Arbeitsorganisation’ (18. Jh.), mhd. abeteilunge ‘Abtrennung, Loslösung’, frühnhd. ‘Erbteilung’ (16. Jh.), auch ‘Eisenbahnabteil’ (2. Hälfte 19. Jh.), s. ↗Abteil. erteilen Vb. ‘(auf Grund einer Verfügungsgewalt eine Aufgabe, eine Berechtigung) zuteil werden lassen’, ahd. irteilen ‘Recht zuteilen, ein Urteil aussprechen, einen Rat, Befehl geben’ (8. Jh.), mhd. erteilen ‘ein Urteil sprechen, richten, verurteilen, als Urteil zuerkennen, teilen’. Dazu ↗Urteil, s. d. mitteilen Vb. ‘etw. wissen lassen, benachrichtigen, anvertrauen’, mhd. miteteilen ‘Rat geben, etw. mit jmdm. teilen, jmdm. zukommen lassen, übergeben’; Mitteilung f. ‘Nachricht, Meldung, Benachrichtigung, Bekanntgabe’ (16. Jh.). verteilen Vb. ‘(ein Ganzes in einzelnen Stücken) ausgeben’, ahd. firteilen ‘des Anteils berauben, verurteilen’ (10. Jh.), mhd. verteilen ‘ver-, zerteilen, bei einer Teilung übergehen, enterben, den Anteil absprechen, eines Anteils berauben, durch Urteil absprechen, verurteilen, verdammen, verfluchen, verwünschen’. teilhaftig Adj. ‘Anteil habend’, mhd. teilhaftic, teilheftic. teils Adv. ‘teilweise, zum Teil’ (17. Jh.), aus der genitivischen Fügung mhd. eines teiles, frühnhd. (eines) theils ‘zum Teil, einige’, wohl entstanden aus Verbindungen, in denen Teil als Ergänzung zum Verb auftritt. Anteil m. ‘zustehender, zufallender Teil, innere Anteilnahme, Beteiligung’, mhd. anteil; die übertragene Bedeutung ‘Mitgefühl’, bes. in der Wendung Anteil nehmen, entsteht im 18. Jh.; dazu Anteilnahme f. ‘(innere) Beteiligung, Mitgefühl’ (19. Jh.). Gegenteil n. ‘den Gegensatz zu etw. anderem Darstellendes’, mhd. gegenteil ‘Gegenpartei im Rechtsstreit’; im heutigen verallgemeinerten Sinne seit dem 16. Jh.; gegenteilig Adj. (16. Jh.). Nachteil m. ‘Umstände, die jmdn. beeinträchtigen, jmdm. schaden’ (15. Jh.), als Gegenwort zu älterem Vorteil, s. unten; nachteilig Adj. (15. Jh.).; benachteiligen Vb. ‘zurücksetzen, nicht das gleiche zugestehen’ (16. Jh.). Vorteil m. ‘günstiger Umstand, Gewinn, Nutzen’, ahd. forateila f. ‘Belohnung, Zuteilung’ (8. Jh.), mhd. vorteil m. n. ‘Teil voraus, Vorausempfang, Vorrecht’, mnd. vordēl n.; übervorteilen Vb. ‘Vorteil über jmdn. erringen, überlisten, betrügen’ (15. Jh.). teilhaben Vb. ‘beteiligt sein, teilnehmen’, ahd. teil habēn (8. Jh.), mhd. teil haben; Teilhaber m. ‘Mitberechtigter an Eigentum, bes. Geschäftseigentum’ (Anfang 18. Jh.), Kompagnon verdrängend. teilnehmen Vb. ‘sich beteiligen, mitmachen, mitempfinden, mitfühlen’, ahd. teil neman (8. Jh.), mhd. teil nemen; Teilnahme f. ‘Beteiligung, das Beteiligtsein, Mitgefühl’ (18. Jh.), älter Teilnehmung.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gewinn · ↗Nutzeffekt · ↗Nutzen · ↗Plus · ↗Pluspunkt · ↗Vorzug · positiver Aspekt  ●  ↗Benefit  fachspr.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Trumpf · ↗Vorzug  ●  ↗(unsere) Wunderwaffe  ugs., scherzhaft, fig. · Ass im Ärmel  ugs., fig.
Antonyme
Synonymgruppe
Gunst · ↗Privileg · ↗Vergünstigung · ↗Vorzug
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Nachteile ausspielen beiderseitigen bietet bringt eigenen enorme entscheidenden erhebliche finanzielle gegenseitigen geldwerten genießen gereicht großen handfeste materiellen nutzen persönlichen psychologischen steuerliche strategischen unschätzbaren verschaffen verspricht weiterer wesentliche wirtschaftlichen ökonomischen überwiegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vorteil‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mein Vorteil ist, dass ich wirklich schon alles erreicht habe.
Die Zeit, 25.10.2013 (online)
Wer also die Traditionen gar nicht kennt, hat hier einen Vorteil.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 406
Dafür fordern wir aber, daß auch niemand anders darauf aus ist, es zu seinem Vorteil zu verändern.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1977]
In Wirklichkeit entpuppte sich dies bei den hier zur Sprache kommenden Problemen als ein Vorteil.
Heuß, Alfred: Herrschaft und Freiheit im griechisch-römischen Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 25447
Jeder der beiden Partner versprach sich von der Zusammenarbeit Vorteile für die eigenen Ziele.
Franke, Wolfgang: Chinesische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 9958
Zitationshilfe
„Vorteil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vorteil>, abgerufen am 26.06.2017.

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