Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Vorwand, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vorwand(e)s · Nominativ Plural: Vorwände
Aussprache 
Worttrennung Vor-wand (computergeneriert)
eWDG

Bedeutung

nur vorgetäuschter, als Entschuldigung, Ausrede benutzter Grund
Beispiele:
ein glaubhafter, plausibler, willkommener, durchsichtiger Vorwand
diese Verabredung, Krankheit war nur ein Vorwand
er hatte, suchte, fand (für seine Ablehnung) einen Vorwand
etw. als Vorwand benutzen, zum Vorwand nehmen
unter einem Vorwand entfernte er sich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vorwand m. ‘vorgeschobener Grund, Ausrede, Ausflucht’. Frühnhd. fürwand ‘Einwand’ (15. Jh.), danach Vorwand ‘unbegründeter, erfundener, vorgetäuschter Einwand’ (17. Jh.), gebildet zu vorwenden ‘vorbringen, einwenden’ (seit Ende 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich), mhd. vürwenden ‘vor Gericht zur Verantwortung ziehen, in Worten vorbringen, darlegen’. S. vor, für und wenden.

Thesaurus

Synonymgruppe
(unter dem) Deckmantel (des/der ...) · Beschönigung · Entschuldigung · Notlüge · Scheingrund · Verlegenheitslüge · Vorwand · schlechte Ausrede  ●  Ausflucht  negativ · Ausrede  negativ · Schutzbehauptung  verhüllend · faule Ausrede  negativ
Assoziationen
Synonymgruppe
Alibi · Ausrede · Deckmantel · Scheingrund · Vorwand  ●  Feigenblatt  fig.

Typische Verbindungen zu ›Vorwand‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vorwand‹.

Verwendungsbeispiele für ›Vorwand‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kinder scheinen mir da mehr ein Vorwand für sie selbst zu sein. [Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 120]
Deswegen war sie dankbar gewesen für den Vorwand, sich zurückzuziehen. [Suter, Martin: Lila, Lila, Zürich: Diogenes 2004, S. 14]
Den Vorwand bietet Teil 2 Titel 12 des Allgemeinen Landrechts. [Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 02.03.1913]
Damit war ein Vorwand vorhanden, die Millionen fließen zu lassen. [Der Spiegel, 10.01.2000]
Letzthin ging es unter so idealen Vorwänden um einen großangelegten Raub. [Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 6888]
Zitationshilfe
„Vorwand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vorwand>.

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