Vorwurf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vorwurf(e)s · Nominativ Plural: Vorwürfe
WorttrennungVor-wurf (computergeneriert)
Grundformvorwerfen
Wortbildung mit ›Vorwurf‹ als Erstglied: ↗vorwurfsfrei · ↗vorwurfsvoll  ·  mit ›Vorwurf‹ als Letztglied: ↗Bestechungsvorwurf · ↗Betrugsvorwurf · ↗Dopingvorwurf · ↗Gegenvorwurf · ↗Hauptvorwurf · ↗Nazivorwurf · ↗Rassismusvorwurf · ↗Schuldvorwurf · ↗Selbstvorwurf · ↗Sexismusvorwurf · ↗Tatvorwurf · ↗Zensurvorwurf
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Tadel, Beschuldigung, Vorhaltung
Beispiele:
ein schwerer, harter, ernster, ungerechtfertigter, versteckter Vorwurf
in seinen Blicken liegt ein stiller, stummer Vorwurf
jmdm. (wegen seines Verhaltens) Vorwürfe, einen Vorwurf machen
er macht sich [Dativ] jetzt heftige, die bittersten Vorwürfe
einen Vorwurf zurückweisen, nicht auf sich sitzen lassen
er fasste diese Äußerung als Vorwurf auf
jmdn. mit Vorwürfen überhäufen
sich gegen den Vorwurf der Unzuverlässigkeit verwahren, verteidigen
2.
Gegenstand, thematische, stoffliche Vorlage eines Kunstwerks
Beispiele:
dieses Buch hat ein historisches Ereignis zum Vorwurf
etw. zum Vorwurf eines Romans, für eine Plastik nehmen, wählen
ein würdiger Vorwurf für den Pinsel eines großen Malers [RaabeHungerpastorI 1,241]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vorwurf m. ‘Gegenstand künstlerischer oder wissenschaftlicher Bearbeitung, Aufgabe, Thema’, mhd. vürwurf, (md.) vorwurf, im Sprachgebrauch der Mystik ‘das den Sinnen Entgegentretende, das Wahrzunehmende’ als Übersetzung von lat. objectum, seinerseits Wiedergabe von griech.-lat. problēma (s. ↗Objekt, ↗Problem). Dazu tritt frühnhd. für-, vorwurf ‘Entgegnung, Einwand, Vorhaltung, Tadel’ (16. Jh.) als Abstraktbildung zu ↗vorwerfen im Sinne von ‘vorbringen, anführen, tadeln’ (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anschuldigung · ↗Anwurf · ↗Belastung · ↗Beschuldigung · ↗Bezichtigung · ↗Schuldzuweisung · ↗Unterstellung · ↗Verdächtigung · ↗Vorhaltung · Vorwurf
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Klärung Staatsanwaltschaft Untreue aussetzen bestreiten entkräften erheben erhoben freisprechen gefallen heftig hinweisen laut lauten massiv nachgehen prüfen reagieren richten schweigen schwer schwerwiegend verteidigen verwahren wehren widerlegen widersprechen zurückweisen zutreffen äußern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vorwurf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dies werde die deutsche Industrie empfindlich schwächen, lautet der Vorwurf.
Die Zeit, 18.12.2013 (online)
Aber diesmal konnte er offenbar nicht umhin, sich den Vorwürfen zu stellen.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 - 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 309
So wird man mit einer allgemeinen Lüge einen konkreten Vorwurf los.
o. A.: KRIEG GEGEN NICARAGUA - DIE DEMOKRATISCHE LÖSUNG. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1984]
Ich bin auch weit entfernt davon, irgendwie einen Vorwurf zu machen.
o. A.: Einhundertsiebzigster Tag. Mittwoch, 3. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 12500
Ihnen ist der Vorwurf gemacht, Sie hätten aufgereizt zu einer Politik der rücksichtslosen Ausbeutung der besetzten Gebiete.
o. A.: Einhundertfünfundsechzigster Tag. Donnerstag, 27. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 11863
Zitationshilfe
„Vorwurf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vorwurf>, abgerufen am 15.11.2019.

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