Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Vorwurf, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vorwurf(e)s · Nominativ Plural: Vorwürfe
Aussprache 
Worttrennung Vor-wurf (computergeneriert)
Grundformvorwerfen
Wortbildung  mit ›Vorwurf‹ als Erstglied: vorwurfsfrei · vorwurfsvoll  ·  mit ›Vorwurf‹ als Letztglied: Bestechungsvorwurf · Betrugsvorwurf · Dopingvorwurf · Gegenvorwurf · Hauptvorwurf · Korruptionsvorwurf · Manipulationsvorwurf · Missbrauchsvorwurf · Nazivorwurf · Plagiatsvorwurf · Rassismusvorwurf · Schuldvorwurf · Selbstvorwurf · Sexismusvorwurf · Spionagevorwurf · Tatvorwurf · Zensurvorwurf
eWDG

Bedeutungen

1.
Tadel, Beschuldigung, Vorhaltung
Beispiele:
ein schwerer, harter, ernster, ungerechtfertigter, versteckter Vorwurf
in seinen Blicken liegt ein stiller, stummer Vorwurf
jmdm. (wegen seines Verhaltens) Vorwürfe, einen Vorwurf machen
er macht sich [Dativ] jetzt heftige, die bittersten Vorwürfe
einen Vorwurf zurückweisen, nicht auf sich sitzen lassen
er fasste diese Äußerung als Vorwurf auf
jmdn. mit Vorwürfen überhäufen
sich gegen den Vorwurf der Unzuverlässigkeit verwahren, verteidigen
2.
Gegenstand, thematische, stoffliche Vorlage eines Kunstwerks
Beispiele:
dieses Buch hat ein historisches Ereignis zum Vorwurf
etw. zum Vorwurf eines Romans, für eine Plastik nehmen, wählen
ein würdiger Vorwurf für den Pinsel eines großen Malers [ RaabeHungerpastorI 1,241]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vorwurf m. ‘Gegenstand künstlerischer oder wissenschaftlicher Bearbeitung, Aufgabe, Thema’, mhd. vürwurf, (md.) vorwurf, im Sprachgebrauch der Mystik ‘das den Sinnen Entgegentretende, das Wahrzunehmende’ als Übersetzung von lat. objectum, seinerseits Wiedergabe von griech.-lat. problēma (s. Objekt, Problem). Dazu tritt frühnhd. für-, vorwurf ‘Entgegnung, Einwand, Vorhaltung, Tadel’ (16. Jh.) als Abstraktbildung zu vorwerfen im Sinne von ‘vorbringen, anführen, tadeln’ (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Vorwurf‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vorwurf‹.

Verwendungsbeispiele für ›Vorwurf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber diesmal konnte er offenbar nicht umhin, sich den Vorwürfen zu stellen. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 – 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 309]
Daraus kann ich Dir natürlich heute wirklich keinen Vorwurf machen. [Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 1]
Nichts wäre ungerechter, als daraus ihnen einen Vorwurf zu machen. [Adorno, Theodor W.: Philosophie und Lehrer. In: Kadelbach, Gerd (Hg.) Erziehung zur Mündigkeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1973 [1966], S. 37]
Dabei ließ eine hohe humanistische Bildung, wie sie stets die englischen Schulen auszeichnete, eine Behandlung antiker Vorwürfe dauernd als selbstverständlich zu. [Benz, Richard: Die romantische Geistesbewegung. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 16495]
Der Vorwurf, wir hätten hier in bösartiger Weise mitgemacht, lässt sich nicht beweisen. [Die Zeit, 13.04.2000, Nr. 16]
Zitationshilfe
„Vorwurf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vorwurf>.

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