Vorzeichen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Vorzeichens · Nominativ Plural: Vorzeichen
Aussprache
WorttrennungVor-zei-chen (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Anzeichen für Künftiges, Omen
Beispiele:
etw. ist ein gutes, ungünstiges Vorzeichen, erscheint jmdm., gilt als ein schlimmes Vorzeichen
ein Ereignis als ein böses Vorzeichen deuten, nehmen, für ein sicheres, untrügliches Vorzeichen halten
2.
vorangestelltes Zeichen
a)
Mathematik vorangestelltes Zeichen, das eine Zahl als positiv oder negativ kennzeichnet
Beispiel:
ein positives, negatives Vorzeichen
übertragen etw. steht unter einem neuen Vorzeichenetw. wird von neuen Bedingungen bestimmt
Beispiele:
seine Arbeit stand unter einem ungünstigen Vorzeichen
diese Entwicklung vollzieht sich unter anderen Vorzeichen
in seinem zweiten Drama wiederholte sich dieser Konflikt mit veränderten, umgekehrten Vorzeichen (= unter anderen, gegenteiligen Voraussetzungen)
b)
Musik das am Beginn eines Musikstücks die Tonart angibt
Beispiel:
ein Stück ohne Vorzeichen, mit einem Kreuz, B als Vorzeichen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zeichen · Abzeichen · Anzeichen · Vorzeichen
Zeichen n. ‘sinnlich wahrnehmbarer Hinweis, Symptom, Symbol’, ahd. zeihhan (8. Jh.), mhd. zeichen ‘Merkmal, Sinnbild, Sternbild, Vorzeichen, Symbol, Wunder’, asächs. tēkan, mnd. tēken, mnl. tēken, teiken, nl. teken ‘Zeichen’, aengl. tāc(e)n ‘Zeichen, Wunder, Beweis, Banner’, engl. token ‘(An)zeichen, Symbol, Signal’, anord. teikn, schwed. tecken ‘Zeichen’, got. taikn n., taikns f. ‘Zeichen, Wunder’ führen auf germ. *taikna- (bzw. *taikni- für got. taikns f.). Dies ist anschließbar an ie. *doig̑-, Ablautstufe neben *deig̑-, eine Variante der unter ↗zeihen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *deik̑- ‘zeigen’. Abzeichen n. ‘Kennzeichen, Unterscheidungsmerkmal’, spätmhd. abezeichen; ‘Anstecknadel als Kennzeichen der Zugehörigkeit zu einer Organisation’ (Anfang 20. Jh.). Anzeichen n. ‘Ankündigung, Vorzeichen, erster Hinweis, Symptom’ (Anfang 16. Jh.). Vorzeichen n. ‘auf Künftiges weisendes Zeichen, Omen’, ahd. forazeihhan ‘Anzeichen, Vorankündigung’ (8. Jh.), mhd. vorzeichen ‘Vorzeichen, -bild, Sinnbild’; auch ‘vorangestelltes Zeichen’, in der Mathematik zur Kennzeichnung einer positiven oder negativen Zahl, in der Musik zur Angabe der Erhöhung oder Erniedrigung um einen oder zwei Halbtöne bzw. deren Aufhebung, ‘Versetzungszeichen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anzeichen · ↗Anzeiger · ↗Beleg · ↗Hinweis · ↗Indikator · ↗Vorbote · Vorzeichen
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Anzeichen · ↗Omen · ↗Vorbedeutung · ↗Vorbote · Vorzeichen  ●  ↗Auspizium  geh., lat.
Assoziationen
Synonymgruppe
Signal · ↗Symbol · Vorzeichen · ↗Zeichen
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anklang · ↗Vorgeschmack · Vorzeichen
Assoziationen
Mathematik
Synonymgruppe
Signum · Vorzeichen
Assoziationen
  • Signumfunktion · Vorzeichenfunktion

Typische Verbindungen
computergeneriert

Tonart Umkehrung bös böse düster entgegengesetzt geändert günstig ideologisch kapitalistisch kommunistisch marxistisch negativ positiv schlecht sozialistisch trügen umgedreht umgekehrt umkehren ungut ungünstig unheilvoll verkehren verkehrt versehen vertauschen verändert warnend wechselnd

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vorzeichen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eindeutig handelt es sich dabei um Vorzeichen einer moralischen Revolution.
Die Welt, 23.01.2003
Nun scheinen sich allerdings die Vorzeichen langsam, aber sicher wieder zu ändern.
Der Tagesspiegel, 14.12.1998
Unter diesen düsteren Vorzeichen trat das dritte Parlament 1628 zusammen.
Roots, Ivan: Die englische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1822
Im gleichen Zuge erstand das Problem jedoch unter anderem Vorzeichen neu.
Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 9044
Seit 1350 ist eine expansive Politik unter nationalen Vorzeichen feststellbar.
Soden, Wolfram von: Der Nahe Osten im Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 22360
Zitationshilfe
„Vorzeichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vorzeichen>, abgerufen am 09.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
vorzaubern
vorzählen
vorwurfsvoll
vorwurfsfrei
Vorwurf
vorzeichnen
Vorzeichnung
vorzeigbar
vorzeige-
Vorzeigebeispiel