Vorzeichen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Vorzeichens · Nominativ Plural: Vorzeichen
Aussprache  [ˈfoːɐ̯ʦaɪ̯çn̩]
Worttrennung Vor-zei-chen
Wortzerlegung vor-Zeichen
eWDG

Bedeutungen

1.
Anzeichen für Künftiges, Omen
Beispiele:
etw. ist ein gutes, ungünstiges Vorzeichen, erscheint jmdm., gilt als ein schlimmes Vorzeichen
ein Ereignis als ein böses Vorzeichen deuten, nehmen, für ein sicheres, untrügliches Vorzeichen halten
2.
vorangestelltes Zeichen
a)
Mathematik das eine Zahl als positiv oder negativ kennzeichnet
Beispiel:
ein positives, negatives Vorzeichen
übertragen etw. steht unter einem neuen Vorzeichen (= etw. wird von neuen Bedingungen bestimmt)
Beispiele:
seine Arbeit stand unter einem ungünstigen Vorzeichen
diese Entwicklung vollzieht sich unter anderen Vorzeichen
in seinem zweiten Drama wiederholte sich dieser Konflikt mit veränderten, umgekehrten Vorzeichen (= unter anderen, gegenteiligen Voraussetzungen)
b)
Musik das am Beginn eines Musikstücks die Tonart angibt
Beispiel:
ein Stück ohne Vorzeichen, mit einem Kreuz, B als Vorzeichen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zeichen · Abzeichen · Anzeichen · Vorzeichen
Zeichen n. ‘sinnlich wahrnehmbarer Hinweis, Symptom, Symbol’, ahd. zeihhan (8. Jh.), mhd. zeichen ‘Merkmal, Sinnbild, Sternbild, Vorzeichen, Symbol, Wunder’, asächs. tēkan, mnd. tēken, mnl. tēken, teiken, nl. teken ‘Zeichen’, aengl. tāc(e)n ‘Zeichen, Wunder, Beweis, Banner’, engl. token ‘(An)zeichen, Symbol, Signal’, anord. teikn, schwed. tecken ‘Zeichen’, got. taikn n., taikns f. ‘Zeichen, Wunder’ führen auf germ. *taikna- (bzw. *taikni- für got. taikns f.). Dies ist anschließbar an ie. *doig̑-, Ablautstufe neben *deig̑-, eine Variante der unter ↗zeihen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *deik̑- ‘zeigen’. Abzeichen n. ‘Kennzeichen, Unterscheidungsmerkmal’, spätmhd. abezeichen; ‘Anstecknadel als Kennzeichen der Zugehörigkeit zu einer Organisation’ (Anfang 20. Jh.). Anzeichen n. ‘Ankündigung, Vorzeichen, erster Hinweis, Symptom’ (Anfang 16. Jh.). Vorzeichen n. ‘auf Künftiges weisendes Zeichen, Omen’, ahd. forazeihhan ‘Anzeichen, Vorankündigung’ (8. Jh.), mhd. vorzeichen ‘Vorzeichen, -bild, Sinnbild’; auch ‘vorangestelltes Zeichen’, in der Mathematik zur Kennzeichnung einer positiven oder negativen Zahl, in der Musik zur Angabe der Erhöhung oder Erniedrigung um einen oder zwei Halbtöne bzw. deren Aufhebung, ‘Versetzungszeichen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anzeichen · ↗Omen · ↗Vorbedeutung · ↗Vorbote · Vorzeichen  ●  ↗Auspizium  geh., lat.
Assoziationen
Synonymgruppe
Signal · ↗Symbol · Vorzeichen · ↗Zeichen
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anklang · ↗Vorgeschmack · Vorzeichen
Assoziationen
Mathematik
Synonymgruppe
Signum · Vorzeichen
Assoziationen
  • Signumfunktion · Vorzeichenfunktion
Synonymgruppe
Alarmsignal · ↗Vorbote · ↗Warnzeichen  ●  Vorzeichen  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Vorzeichen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vorzeichen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Vorzeichen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit 1350 ist eine expansive Politik unter nationalen Vorzeichen feststellbar.
Soden, Wolfram von: Der Nahe Osten im Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 22360
Im gleichen Zuge erstand das Problem jedoch unter anderem Vorzeichen neu.
Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 9044
Nun scheinen sich allerdings die Vorzeichen langsam, aber sicher wieder zu ändern.
Der Tagesspiegel, 14.12.1998
Eindeutig handelt es sich dabei um Vorzeichen einer moralischen Revolution.
Die Welt, 23.01.2003
Unter diesen düsteren Vorzeichen trat das dritte Parlament 1628 zusammen.
Roots, Ivan: Die englische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1822
Umgekehrt ergibt sich bei rückläufiger Konjunktur ein Überhang mit negativem Vorzeichen.
o. A. [kw.]: Statistischer Überhang. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1985]
Als dabei Blut auf sein weißes Priestergewand spritzte, erschrak er heftig und deutete es sich als schlimmes Vorzeichen.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Zitationshilfe
„Vorzeichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vorzeichen>, abgerufen am 07.03.2021.

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