Vulkan, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vulkans · Nominativ Plural: Vulkane
Aussprache  [vʊlˈkaːn]
Worttrennung Vul-kan
Wortbildung  mit ›Vulkan‹ als Erstglied: Vulkanausbruch · Vulkanismus · Vulkankegel · Vulkankraftwerk · Vulkanologie · Vulkanschlot · Vulkantätigkeit
 ·  mit ›Vulkan‹ als Letztglied: Linearvulkan · Schlammvulkan · Schlotvulkan · Unterwasservulkan
 ·  mit ›Vulkan‹ als Grundform: Vulkanit · vulkanisch
Mehrwortausdrücke  Tanz auf dem Vulkan
Herkunft zu Vulcānuslat, dem Namen des römischen Gottes des Feuers
eWDG und ZDL

Bedeutung

Krater eines Vulkans
Krater eines Vulkans
(David Karnå, CC BY 3.0)
Vulkan auf der Insel Stromboli
Vulkan auf der Insel Stromboli
(Steven W. Dengler, CC BY-SA 3.0)
oft kegelförmige geologische Struktur (Berg, Hügel o. Ä.) mit einem Krater (a), Spalten oder Bruchstellen, durch den bzw. durch die in Zeiten vulkanischer Aktivität Magma sowie andere feste und gasförmige Stoffe aus dem Erdinneren an die Oberfläche treten
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein aktiver, tätiger, erloschener, schlafender, schlummernder Vulkan; ein brodelnder, ausbrechender, spuckender, speiender, feuerspeiender Vulkan; ein unterseeischer, schneebedeckter Vulkan; ein isländischer, sizilianischer, philippinischer, indonesischer, chilenischer, mexikanischer Vulkan
als Akkusativobjekt: einen Vulkan besteigen, bezwingen, überwachen, beobachten, entdecken
in Präpositionalgruppe/-objekt: Asche, Aschewolke, Lava aus dem Vulkan; die Warnstufe für einen Vulkan
in Koordination: Vulkane und Geysire, Gletscher, Salzseen, Erdbeben, Berge, Inseln, Krater
als Aktiv-/Passivsubjekt: der Vulkan spuckt, speit, stößt aus, bricht aus, brodelt, rumort, erwacht, explodiert, schlummert, grummelt
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Vulkan unter einem Gletscher, am Meeresgrund, auf dem Jupitermond [Io], auf einer Insel
als Genitivattribut: die Aschewolke, Eruption, Aktivität, Lava des Vulkans; der Ausbruch, Krater, Fuß, Schlot, Gipfel, Lavastrom, Schlund des Vulkans; das Innere eines Vulkans
Beispiele:
wie auf einem Vulkan (= in ständiger Gefahr) lebenWDG
Mit anfänglich bis zu 300 Metern pro Sekunde schoss glühend heißes Magma aus dem Vulkan, während gleichzeitig eine enorme Rauchsäule über dem Gipfel in den Himmel stieg. [Die Welt, 16.05.2020]
Es geht ganz dicht an der steilen Küste Santorins entlang. Schon vor zwei Millionen Jahren galt dieses Gebiet als vulkanisch. Hier taucht die afrikanische Platte unter die europäische, so entstanden diverse Vulkane – und einer ist die Inselgruppe von Santorin. Der westliche Rand der Caldera ist inzwischen im Meer versunken. [Die Welt, 25.04.2020]
Unser Campingplatz liegt am Ufer des Atitlán‑Sees, malerisch umrahmt von drei Vulkanen. Das Klima ist angenehm, es gibt kaum Moskitos, und bei klarem Nachthimmel sehen wir einen der aktivsten Vulkane des Landes [Guatemala], den Fuego, in der Ferne glühende Lava spucken. [Die Welt, 18.04.2020]
2010 sorgte die bis zu 7.000 Meter hohe Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull wochenlang für ein gigantisches Reisechaos und führte insgesamt zu mehr als 100.000 ausgefallenen Flügen. [Der Standard, 16.07.2015]
vergleichendMal stand er [der Handballtrainer] seelenruhig und nachdenklich an der Seitenlinie und dann brodelte es wieder in ihm wie in einem Vulkan. [Neue Westfälische, 11.01.2016]
übertragen
Phrasem:
Tanz auf dem Vulkan (= riskantes, leichtsinniges Verhalten mit ungewissem Ausgang)

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vulkan · vulkanisch · vulkanisieren
Vulkan m. ‘durch aus dem Erdinnern an die Oberfläche dringendes Magma entstandener, feuerspeiender Berg’. Der Name des römischen Gottes des Feuers lat. Vulcānus, Volcānus (auch personifizierend für ‘Feuer, Flamme’) gelangt als mythologische Bezeichnung schon ins Ahd. (Notker, um 1000); im Frühnhd. entwickelt er die Bedeutungen ‘Feuerelementargeist’ und ‘Feuerkünstler, Alchimist’ (beide bei Paracelsus, 1. Hälfte 16. Jh., auch verkürzt Vulcan). In der Antike gelten besonders die Liparischen Inseln nördlich von Sizilien (lat. īnsulae Vulcānī), deren südlichste noch heute ital. Vulcano heißt, wegen ihrer starken vulkanischen Aktivität als Sitz des Feuergottes. Auf eine dieser Inseln bezieht sich gleichfalls die Ortsangabe mlat. Vulcanus mons ‘der Berg Vulcanus’ (7. Jh.). Appellativischer Gebrauch des ursprünglichen Eigennamens findet sich im Mittelalter zuerst bei aus dem Lat. stammendem arab. burkān ‘Vulkan’, dann bei mfrz. vulcan, das zunächst jedoch noch auf die feuerspeienden Berge des Mittelmeerraums beschränkt bleibt. Unter dem Eindruck der neuweltlichen Entdeckungen setzt sich im Anschluß an port. (älter) volcão (heute vulcão) im 16. Jh. span. volcán, ital. vulcano, älter volcano, mfrz. frz. volcan als allgemeine Bezeichnung für feuerspeiende Berge durch. Im Dt. begegnet in diesem Sinne seit Ende 16. Jh. die latinisierende Form Vulcanus (von dem Geographen B. Varenius 1650 als nlat. vulcanus terminologisiert), im 18. Jh. wird Vulcan, Vulkan üblich. Metaphorische Verwendung (für verborgene, plötzlich ausbrechende Seelenzustände, dann für auf Veränderung drängende gesellschaftliche Kräfte) kommt Ende des 18. Jhs. auf; vgl. auf einem Vulkan tanzen ‘vor drohender Gefahr die Augen verschließen, mutwillig mit der Gefahr spielen’ (1. Hälfte 19. Jh., frz. être, marcher, danser sur un volcan). vulkanisch Adj. ‘aus einem Vulkan stammend, auf Vulkanismus beruhend, vulkanartig’, übertragen ‘leidenschaftlich, aufbrausend, explosiv, revolutionär’ (2. Hälfte 18. Jh., vielleicht unter Einfluß von ital. vulcanico, frz. volcanique ‘vulkanisch, feurig, leidenschaftlich’), zuvor ‘dem Gott Vulkan zugehörig, feurig, brennbar’ (1. Hälfte 16. Jh.). vulkanisieren Vb. ‘Rohkautschuk mit Hilfe bestimmter Chemikalien zu Gummi verarbeiten, etw. mit Kautschuk beschichten, Gegenstände aus Gummi reparieren’ (Mitte 19. Jh.), nach gleichbed. engl. to vulcanize (zum Götternamen engl. Vulcan); vorher (2. Hälfte 18. Jh.) ‘durch vulkanische Tätigkeit hervorbringen’ (vulcanisierte Steine), auch übertragen ‘in Unruhe versetzen, in Erregung geraten’.

Thesaurus

Geologie
Synonymgruppe
Vulkan  ●  Feuer speiender Berg  ugs. · feuerspeiender Berg  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Kegelvulkan · Schichtvulkan · Stratovulkan
  • Eisvulkan · Kryovulkan
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Vulkan‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vulkan‹.

Zitationshilfe
„Vulkan“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vulkan>, abgerufen am 19.09.2021.

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