Vulkan, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vulkans · Nominativ Plural: Vulkane
Aussprache
WorttrennungVul-kan
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Vulkan‹ als Erstglied: ↗Vulkanausbruch · ↗Vulkanismus · ↗Vulkankegel · ↗Vulkankraftwerk · ↗Vulkanologie · ↗Vulkanschlot · ↗Vulkantätigkeit
 ·  mit ›Vulkan‹ als Letztglied: ↗Linearvulkan · ↗Schlammvulkan · ↗Schlotvulkan · ↗Unterwasservulkan
 ·  mit ›Vulkan‹ als Grundform: ↗Vulkanit · ↗vulkanisch
eWDG, 1977

Bedeutung

Berg, aus dessen Innerem Lava ausgeworfen wird, feuerspeiender Berg
Beispiele:
ein tätiger, aktiver, erloschener, feuerspeiender Vulkan
der Ausbruch eines Vulkans
wie auf einem Vulkan (= in ständiger Gefahr) leben
die Menschenmasse glich einem brodelnden Vulkan
übertragen
Beispiele:
auf einem Vulkan tanzen (= vor einer Gefahr leichtsinnig die Augen verschließen)
das ist ein Tanz auf dem Vulkan (= ein leichtsinniges Verhalten bei Gefahr)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vulkan · vulkanisch · vulkanisieren
Vulkan m. ‘durch aus dem Erdinnern an die Oberfläche dringendes Magma entstandener, feuerspeiender Berg’. Der Name des römischen Gottes des Feuers lat. Vulcānus, Volcānus (auch personifizierend für ‘Feuer, Flamme’) gelangt als mythologische Bezeichnung schon ins Ahd. (Notker, um 1000); im Frühnhd. entwickelt er die Bedeutungen ‘Feuerelementargeist’ und ‘Feuerkünstler, Alchimist’ (beide bei Paracelsus, 1. Hälfte 16. Jh., auch verkürzt Vulcan). In der Antike gelten besonders die Liparischen Inseln nördlich von Sizilien (lat. īnsulae Vulcānī), deren südlichste noch heute ital. Vulcano heißt, wegen ihrer starken vulkanischen Aktivität als Sitz des Feuergottes. Auf eine dieser Inseln bezieht sich gleichfalls die Ortsangabe mlat. Vulcanus mons ‘der Berg Vulcanus’ (7. Jh.). Appellativischer Gebrauch des ursprünglichen Eigennamens findet sich im Mittelalter zuerst bei aus dem Lat. stammendem arab. burkān ‘Vulkan’, dann bei mfrz. vulcan, das zunächst jedoch noch auf die feuerspeienden Berge des Mittelmeerraums beschränkt bleibt. Unter dem Eindruck der neuweltlichen Entdeckungen setzt sich im Anschluß an port. (älter) volcão (heute vulcão) im 16. Jh. span. volcán, ital. vulcano, älter volcano, mfrz. frz. volcan als allgemeine Bezeichnung für feuerspeiende Berge durch. Im Dt. begegnet in diesem Sinne seit Ende 16. Jh. die latinisierende Form Vulcanus (von dem Geographen B. Varenius 1650 als nlat. vulcanus terminologisiert), im 18. Jh. wird Vulcan, Vulkan üblich. Metaphorische Verwendung (für verborgene, plötzlich ausbrechende Seelenzustände, dann für auf Veränderung drängende gesellschaftliche Kräfte) kommt Ende des 18. Jhs. auf; vgl. auf einem Vulkan tanzen ‘vor drohender Gefahr die Augen verschließen, mutwillig mit der Gefahr spielen’ (1. Hälfte 19. Jh., frz. être, marcher, danser sur un volcan). vulkanisch Adj. ‘aus einem Vulkan stammend, auf Vulkanismus beruhend, vulkanartig’, übertragen ‘leidenschaftlich, aufbrausend, explosiv, revolutionär’ (2. Hälfte 18. Jh., vielleicht unter Einfluß von ital. vulcanico, frz. volcanique ‘vulkanisch, feurig, leidenschaftlich’), zuvor ‘dem Gott Vulkan zugehörig, feurig, brennbar’ (1. Hälfte 16. Jh.). vulkanisieren Vb. ‘Rohkautschuk mit Hilfe bestimmter Chemikalien zu Gummi verarbeiten, etw. mit Kautschuk beschichten, Gegenstände aus Gummi reparieren’ (Mitte 19. Jh.), nach gleichbed. engl. to vulcanize (zum Götternamen engl. Vulcan); vorher (2. Hälfte 18. Jh.) ‘durch vulkanische Tätigkeit hervorbringen’ (vulcanisierte Steine), auch übertragen ‘in Unruhe versetzen, in Erregung geraten’.

Thesaurus

Geologie
Synonymgruppe
Vulkan  ●  Feuer speiender Berg  ugs. · feuerspeiender Berg  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Kegelvulkan · Schichtvulkan · Stratovulkan
  • Eisvulkan · Kryovulkan
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aschewolke Ausbruch Eruption Geysir Gletscher Hang Krater Lava Sonnensystem Tanz aktiv ausbrechen ausbrechend ausgebrochen ausstoßen brodeln brodelnd erloschen feuerspeiend indonesisch isländisch philippinisch schlafend schleudern schneebedeckt sizilianisch speien speiend spucken untermeerisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vulkan‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der 3343 Meter hohe Ätna war nie ein "stiller" Vulkan.
Die Welt, 18.12.2002
Außer dem Ätna brodelt es auch bei anderen aktiven Vulkanen.
Der Tagesspiegel, 29.07.2001
Sieben Jahre arbeitete er mit der Kraft eines Vulkans, dann war er erschöpft.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 206
Besonders tätig waren hier die Vulkane zwischen 1938 und 1958.
Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 333
Er floh wie über einsinkende Dämme, unter Wolkenbrüchen, an speienden Vulkanen hin.
Mann, Heinrich: Professor Unrat, Berlin: Aufbau-Verl. 1958 [1905], S. 147
Zitationshilfe
„Vulkan“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vulkan>, abgerufen am 20.09.2019.

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