Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Währung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Währung · Nominativ Plural: Währungen
Aussprache  [ˈvɛːʀʊŋ]
Worttrennung Wäh-rung
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
von einem Staat auf seinem Territorium (oder von mehreren Staaten in einem größeren Währungsraum) offiziell eingeführtes und überall gültiges Geldsystem
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine stabile, einheitliche, gemeinsame, konvertierbare, feste, harte, weiche Währung; die nationale Währung
als Akkusativobjekt: die Währung abwerten, aufwerten, stützen, manipulieren, ruinieren, an [eine andere Währung] binden
in Präpositionalgruppe/-objekt: das Vertrauen in eine Währung; die Umstellung auf eine [andere] Währung; die Wechselkurse zwischen Währungen
mit Genitivattribut: die Währung des Europäischen Währungssystems, des Euro-Raums
mit Prädikativ: die Währung ist stabil, stark, schwach, wertlos, konvertierbar, konvertibel
als Aktiv-/Passivsubjekt: die Währung stabilisiert sich, erholt sich, schwankt, stürzt ab
mit vergleichender Wort-/Nominalgruppe: eine Währung wie das britische Pfund, der japanische Yen
als Genitivattribut: die Abwertung, Aufwertung, Stabilität, der Höhenflug, der Wert, die Kaufkraft, der Verfall der Währung
Beispiele:
Eine stabile Währung ist eines unserer wertvollsten öffentlichen Güter, vergleichbar mit einem gut funktionierenden System des Rechts, der öffentlichen Sicherheit oder des Finanz‑ und Steuerwesens. [Neue Zürcher Zeitung, 27.12.2008]
Nachdem die nationale Währung [Simbabwes] durch eine gewaltige Inflation vollends entwertet wurde, dient inzwischen der US‑Dollar als Zahlungsmittel. [Die Zeit, 14.04.2016 (online)]
Bei einer Währungsreform wird eine wertlos gewordene Währung durch eine neue ersetzt, weil in einem Staat das Geldwesen zusammengebrochen ist. [Welt am Sonntag, 25.10.1998]
Für die Mitgliedstaaten, die sich für die Währungsunion qualifizieren, steht am Ende die uneingeschränkte Gemeinsamkeit einer einheitlichen Geldverfassung und einer einheitlichen Währung, für die staatliche Ordnung ist ein Schritt dieser Dimension nicht annähernd beabsichtigt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.1995]
Mit dem Dollar als stärkster Währung der Welt im Rücken haben die Amerikaner in den vierziger Jahren in Bretton Woods eine auf sie zugeschnittene Nachkriegs‑Währungsordnung ausgehandelt. [Die Zeit, 25.01.1980]
Nach Paragraph 3 [des Bundesbankgesetzes] regelt die Deutsche Bundesbank den Geldumlauf und die Kreditversorgung der Wirtschaft mit dem Ziel, die Währung zu sichern. [Die Zeit, 17.11.1967]
2.
im Maßstab des jeweiligen Münz- und Notensystems einer Währung (1) bemessenes Zahlungsmittel
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: [bestimmte] Währungen kaufen
in Präpositionalgruppe/-objekt: die Zahlung in [fremder, neuer o. ä.] Währung; etw. in einer [bestimmten, anderen] Währung abwickeln, bezahlen, anlegen, abrechnen; etw. in eine andere Währung umtauschen
als Genitivattribut: der Wert, die Kaufkraft der Währung
Beispiele:
Die Verteilung der neuen Währung [des Euro in Slowenien] an Banken und den Einzelhandel läuft schon seit Anfang Dezember. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2006]
Insgesamt wuchs das Guthaben [der chinesischen Zentralbank] in fremden Währungen damit im vergangenen Jahr um 509 Milliarden Dollar. [Der Spiegel, 15.01.2014 (online)]
Oder ist es klug, meine Euros in eine andere Währung umzutauschen? [Der Spiegel, 31.08.2012 (online)]
Hätte er [der kubanische Geschäftsmann] nur Peso‑Einnahmen, dann würde sich das Geschäft nicht rechnen. Doch die Touristen, die in harter Währung bezahlen, machen den Unterschied. [Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2012]
Sanji kann die fremde Währung auf keiner Bank umtauschen – für ihn sind die Scheine nichts als buntes Papier. [Die Zeit, 16.01.2012]
3.
neben oder anstelle einer Währung (1, 2) übliches Geldsystem, Tausch- und Zahlungsmittel mit beschränktem Geltungsbereich
Oberbegriff zu Ersatzwährung
Beispiele:
Bitcoin ist die bekannteste und am weitesten verbreitete digitale Währung. [Die Zeit, 14.01.2016]
Alle Dinge werden [zwischen Zweitem Weltkrieg und Währungsreform] nach zwei Währungen gemessen: in Reichsmark oder in Zigaretten, Stück bis zu 10 Reichsmark. [Overresch, Manfred / Saal, Friedrich Wilhelm (Hg.): Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918–1949. Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 14307]
So könne etwa die anonyme und verschlüsselte Überweisung virtueller Währungen wie Bitcoin im Internet von Mafiaorganisationen und Terrorgruppen für Geldtransfers benutzt werden. [Der Standard, 13.06.2015]
Regionale Währungen wollen das Geldwesen der Allgemeinheit zugänglich machen, indem sie mit einer eigenen, lokal begrenzten Währung einen kleinen geschlossenen Wirtschaftskreislauf herstellen. [Süddeutsche Zeitung, 22.12.2011]
Die Währung, die gegenwärtig in einer Ausstellung […] zu sehen ist, hat keinen Wechselkurs: Muschelgeld, rotes Federgeld und Steingelder – Zahlungsmittel der […] Stämme Neuguineas, die sich ihre traditionelle, steinzeitlich anmutende Lebensweise bis heute erhalten haben. [Frankfurter Rundschau, 24.05.1997]
4.
bildlich Form, Einheiten einer (als Tauschmittel vorgestellten) Leistung oder Gegenleistung
Beispiele:
Die harte Währung der Förderung [des Spitzensports] sind auch Medaillen. [Die Zeit, 11.03.2015 (online)]
Sein [des jungen Beckenbauers] Anblick unterschlug die Spuren des Kampfes, den Schweiß, das Blut, das Malochen – jene symbolische Währung, welche bis dahin überall in Deutschland gegolten hatte: auf Fußballplätzen sowieso, aber auch an Wohnzimmertischen, in Büros, an Werkbänken, in Schlafzimmern. [Der Spiegel, 09.09.2005 (online)]
Für Männer […] hat sich wenig geändert, sie müssen weiter in der harten Währung der Erwerbsarbeit liefern. [Die Zeit, 13.03.2015]
[…] natürlich sind Tore die Währung, in der [der Fußballspieler] Bunjaku den Vertrauensvorschuss zurückzahlen muss. [Neue Zürcher Zeitung, 03.08.2015]
Wenn am 5. Dezember bei einer großen Gala in der Tate Britain der Gewinner den mit 25.000 Pfund (37.000 Euro) dotierten Preis entgegennimmt, wird die künstlerische Leistung noch in einer anderen Währung vergolten: in medialer Aufmerksamkeit. [Der Spiegel, 18.10.2005 (online)]
[…] ugandische Stellen sprachen unverhüllt davon, die Aggression [die Verletzung des Waffenstillstands] müsse in gleicher Währung heimgezahlt werden. [Neue Zürcher Zeitung, 09.08.1999]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Währung f. ‘Geldeinheit eines Landes, gesetzliche Geldordnung’, ahd. werunga ‘Gewährung’ (10. Jh.), mhd. werunge ‘Gewährung, Bezahlung, Sicherstellung, Gewährleistung des Besitzrechtes, gewährleisteter Münzwert, Gold-, Silberwährung einer Stadt oder eines Landes’, Verbalabstraktum zu ahd. werēn (9. Jh.), mhd. wer(e)n ‘zahlen, gewähren, leisten, gewährleisten, bürgen, sicherstellen’, dem Simplex des unter gewähren (s. d.) dargestellten Präfixverbs, und dadurch verwandt mit wahr (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Devisen · Geld · Kapital · Zahlungsmittel · finanzielle Mittel  ●  Währung  Hauptform · Valuta  fachspr.
Oberbegriffe
  • Geld  ●  klingende Münze  fig. · Asche  ugs. · Bimbes  ugs. · Chlübis  ugs., schweiz. · Devisen  ugs. · Diridari  ugs., bairisch · Eier  ugs. · Euronen  ugs. · Flöhe  ugs. · Forinthen  ugs. · Heu  ugs. · Kies  ugs. · Klicker  ugs. · Klöpse  ugs. · Knack  ugs. · Knete  ugs. · Kohle  ugs. · Koks  ugs. · Krönchen  ugs. · Kröten  ugs. · Lehm  ugs. · Mammon  geh., abwertend, biblisch · Marie  ugs. · Moneten  ugs. · Moos  ugs. · Murmeln  ugs. · Mäuse  ugs. · Möpse  ugs. · Ocken  ugs. · Patte  ugs. · Penunse  ugs. · Penunze  ugs. · Piepen  ugs. · Pinke  ugs. · Pulver  ugs. · Radatten  ugs. · Rubel  ugs. · Rubelchen  ugs. · Räppli  ugs., schweiz. · Scheinchen  ugs. · Scheine  ugs. · Schlotten  ugs. · Schotter  ugs. · Steine  ugs. · Zaster  ugs. · Öcken  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Währung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Währung‹.

Zitationshilfe
„Währung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/W%C3%A4hrung>.

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