Wölbung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wölbung · Nominativ Plural: Wölbungen
Aussprache
WorttrennungWöl-bung (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

bogenförmige Gestalt, bogenförmiger Verlauf, Rundung
Beispiele:
die Wölbung einer Kuppel, gotischen Decke, eines Torbogens
die Wölbung ihrer Hüften
die Wölbung zwischen Ferse und Ballen
die flache, sanfte Wölbung ihrer Augenbrauen
Unter der unendlichen Wölbung des Sternenhimmels [Becher6,221]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wölben · Wölbung
wölben Vb. ‘gerundet, bogenfömig anlegen’, reflexiv ‘bogenförmig sein’, ahd. bi(h)welben ‘umwölben’ (um 1000), mhd. welben ‘bogenförmig gestalten’, asächs. bihwelƀian ‘verbergen’, mnl. nl. welven, aengl. behweolfan, behwylfan ‘bedecken’, anord. hvelfa, schwed. välva ‘wölben’ ist wohl Kausativum (germ. *hwalbijan) zu einem starken, nur in mhd. (Prät.) walb ‘dehnte sich aus’ (?), anord. (Part. Prät.) holfinn ‘gewölbt’, norw. kvelva, schwed. (mundartlich) välva resthaft belegten Verb. Dieses kann mit got. ƕilftrjōs (Plur.) ‘Sarg’ (ursprünglich vielleicht zwei ausgehöhlte, übereinandergelegte Einbäume), aengl. hwealf, anord. hvalf ‘Gewölbe, Wölbung’, hvilft ‘Wölbung, Höhle’ und mit griech. kólpos (κόλπος, aus *κϝόλπος) ‘Busen, Bausch, Meerbusen, Bucht’ (eigentlich ‘Wölbung’) auf ie. *ku̯elp- ‘wölben’ zurückgeführt werden; s. auch ↗Gewölbe. Im Dt. erfolgt seit dem 15. Jh. Rundung von e zu ö zwischen w und l (wie bei ↗zwölf, s. d.). In älterer Sprache vor allem in bautechnischem Sinne ‘einen Steinbau mit Bogendecke versehen’ (13. Jh.), dann auch allgemeiner ‘in der Form eines Gewölbes herstellen, bogenförmig gestalten, runden’. Wölbung f. ‘Tätigkeit und Ergebnis des Wölbens’ (16. Jh.), ‘Gewölbe, Bogen eines Steinbaus’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gewölbe · Wölbung
Mathematik
Synonymgruppe
Kurtosis · Kyrtosis · Wölbung
Unterbegriffe
  • hochgipflig · leptokurtisch
  • flachgipflig  fachspr. · platykurtisch  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauch Bogen Brust Dach Decke Flügel Haube Himmel Kuppel Kurve Langhaus Leib Linse Motorhaube Rundung Schnitzbuckel Segel Stirn Wand dunkel flach konkav konvex leicht mächtig sanft sichtbar spannen weich zart

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wölbung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deshalb wäre im dritten Monat durchaus schon eine kleine Wölbung sichtbar gewesen.
Bild, 23.12.2003
Der letzte Tropfen überspannt dann gewissermaßen den Bogen, und das Volumen der Wölbung quillt über den Rand.
Die Zeit, 05.08.2002, Nr. 31
Seit etwa 1665 arbeitete er auch V. mit einer flacheren Wölbung.
Senn, Walter: Stainer. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 15005
Hier wurde die Kraft freilich strenger, »romanischer« gerichtet und zusammengefaßt, nicht zum wenigsten durch die umfassende Wölbung der Decken.
Borst, Arno: Religiöse und geistige Bewegungen im Hochmittelalter. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7637
Nirgends war Schutz als in der tiefen Wölbung des Kamins.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 366
Zitationshilfe
„Wölbung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wölbung>, abgerufen am 18.11.2019.

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