Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wölbung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wölbung · Nominativ Plural: Wölbungen
Aussprache 
Worttrennung Wöl-bung
eWDG

Bedeutung

bogenförmige Gestalt, bogenförmiger Verlauf, Rundung
Beispiele:
die Wölbung einer Kuppel, gotischen Decke, eines Torbogens
die Wölbung ihrer Hüften
die Wölbung zwischen Ferse und Ballen
die flache, sanfte Wölbung ihrer Augenbrauen
Unter der unendlichen Wölbung des Sternenhimmels [ Becher6,221]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wölben · Wölbung
wölben Vb. ‘gerundet, bogenfömig anlegen’, reflexiv ‘bogenförmig sein’, ahd. bi(h)welben ‘umwölben’ (um 1000), mhd. welben ‘bogenförmig gestalten’, asächs. bihwelƀian ‘verbergen’, mnl. nl. welven, aengl. behweolfan, behwylfan ‘bedecken’, anord. hvelfa, schwed. välva ‘wölben’ ist wohl Kausativum (germ. *hwalbijan) zu einem starken, nur in mhd. (Prät.) walb ‘dehnte sich aus’ (?), anord. (Part. Prät.) holfinn ‘gewölbt’, norw. kvelva, schwed. (mundartlich) välva resthaft belegten Verb. Dieses kann mit got. ƕilftrjōs (Plur.) ‘Sarg’ (ursprünglich vielleicht zwei ausgehöhlte, übereinandergelegte Einbäume), aengl. hwealf, anord. hvalf ‘Gewölbe, Wölbung’, hvilft ‘Wölbung, Höhle’ und mit griech. kólpos (κόλπος, aus *κϝόλπος) ‘Busen, Bausch, Meerbusen, Bucht’ (eigentlich ‘Wölbung’) auf ie. *ku̯elp- ‘wölben’ zurückgeführt werden; s. auch Gewölbe. Im Dt. erfolgt seit dem 15. Jh. Rundung von e zu ö zwischen w und l (wie bei zwölf, s. d.). In älterer Sprache vor allem in bautechnischem Sinne ‘einen Steinbau mit Bogendecke versehen’ (13. Jh.), dann auch allgemeiner ‘in der Form eines Gewölbes herstellen, bogenförmig gestalten, runden’. – Wölbung f. ‘Tätigkeit und Ergebnis des Wölbens’ (16. Jh.), ‘Gewölbe, Bogen eines Steinbaus’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gewölbe · Wölbung
Mathematik
Synonymgruppe
Kurtosis · Kyrtosis · Wölbung
Unterbegriffe
  • hochgipflig · leptokurtisch
  • flachgipflig fachspr. · platykurtisch fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Wölbung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wölbung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wölbung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit etwa 1665 arbeitete er auch V. mit einer flacheren Wölbung. [Senn, Walter: Stainer. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 15005]
Der letzte Tropfen überspannt dann gewissermaßen den Bogen, und das Volumen der Wölbung quillt über den Rand. [Die Zeit, 05.08.2002, Nr. 31]
Deshalb wäre im dritten Monat durchaus schon eine kleine Wölbung sichtbar gewesen. [Bild, 23.12.2003]
Aufgrund der Wölbung der Fläche ist der Weg für die Luft oben länger als unten. [Der Tagesspiegel, 17.12.2003]
Die Oberflächen sind weich modelliert, in blanken, spiegelnden Wölbungen fließen die Teile ineinander. [Die Zeit, 11.04.1957, Nr. 15]
Zitationshilfe
„Wölbung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/W%C3%B6lbung>.

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